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Wied
niäre, und wurde 1197 der erste Oberstabsarzt und Subdirector bei dieser Anstalt.1890 trat W. eine kunstwissenschaftliche Reise an; er sah Deutschland , beson-ders Wien, dann Italien ; hierließ er sich, um dasHospitalwesen genau kennen zulernen, von den Franzosen gefangen nehmen, arbeitete selbst in den Hospitälern undführte Krankentransporte. Dann ging er über Verona, Mailand, Pavia, Genua nach Marseille, Lyon und Paris . Im Nor. 1801 ernannte ihn der König zumArzt beim Eadetiencorps in Berlin , und 1801 zum Generalchirurgus beim Garde-regiment. 1808 begleitete er denKönig nachPeterSburg und wurde Leibarzt. Nachs. Rückkehr aus Rußland errichtete er in Potsdam eine russische Badeanstalt undbildete das Gardelazareth zu einer Normalanstalt für künftige RegimentSärzkeaus. In den spätern Feldzügen 1813—15 bewies W. seine DerufStreue in allenLazarethen von Breslaubis Paris, sowie auf den Schlachtfeldern von Kulm, Leip-zig, Bar sur Aube , Benenne rc. Da er den König auf allen Reisen in der neuestenZeit begleitete, so hat er die merkwürdigsten ausländischen Spitäler undMilitair-medicmalanstaltcn, namentlich die von London, Petersburg, Moskau, Wien ,Pesth und Ofen, genau kennen gelernt, und konnte davon in seiner spätern Stellungden zweckmäßigste» Gebrauch für die preuß. Armee machen. Er wurde nämlich1815, als Garcke's Dienstjubiläum eintrat, zum dereinstigen ersten k. preuß. Ge-neralstabsarzt und Ehef des Militairmedicinalwesens ernannt, und 1821 vomKönig von Preußen geadelt.
W i e d, Grafschaft, am Niederrhein und der Lahn , das größte standesherr-schaftliche Gebiet »n Großherzogth. Niederrhein , gehört dem fürstl. Hause Wied,das schon im 11. Jahrh, blühte. Im 13. Jahrh, kam sie durch Heirath an einenedeln Herrn von Isenburg, von dessen älterm «ohne die nachherigen Grafen diesesNamens, sowie von dem zweiten die Linie der Grafen von Wied hergeleitet werden.Der L.tzie dieses Geschlechts setzte seinen Großneffen, Sohn eines Herrn v. Run-kel, zum Erben ein 1554), und dieser ist folglich der Stifter des dritten Hauses,das Wied bestht. Nach dem Tode Friedrichs desÄltern (1698) theiltesich das Hausdurch dessen Söhne in 2 Linien: 1) W ied-R un kel, erhoben in den Fürstenstand1191, besitzt die obere Grafschaft Wied an der Lahn (8-z mit 20,000E.).
Der Fürst, Karl Ludwig (geb. I163>, residirt zu Dierdorff (Stadt im preuß. Re-gierungsbezirke Koblenz , Kreis Neiiwied). Er hatte über 60,000 Thlr. Eink. «einBruder, Friedrich, war k. östr. Feldmarschalllieutenant. Beide Brüder starben imMärz und im April 1824 ohne Erben. Mit ihnen erlosch die Linie Wied Runkel,und die Besitzungen derselben fielen an die jüngere Linie: Wied-Neuwied, er-hoben in den Fürstenstand 1184, besitzt die untere Grafschaft Wied (3 j^M.,12.000E.). Der Fürst, Johann August Karl (geb. 28. Mai 1119), residirt zuNeu wied (s. d.), einer schön gebauten Stadt am Rhein , und hat 45,000, seitdem Anfalle der Wied-Runkel'schen Besitzungen aber 105,000 Thlr. Eink. Zu-sammen hat der Fürst beinahe 16s^M., mit 50,000 k., und 230,000 Gldn. Eink.Beide Linien, die sich zur reform. Kirche bekennen, verloren ihre Unmittelbarkeitdurch den Rheinbund (1806). Die Besitzungen des Hauses Wied liegen unterpreuß. Hoheit, mit Ausnahme des Amtes Runkel, das nach Nassau gehört. EinBruder des regierenden Fürsten von Neuwied ist Maximilian, Prinz vonWied-Neuwied, berühmt durch seine naturhistonsche Reise nach Brasilien.D, m Fürstenthume Wied wurden 1825 von dem Könige von Preußen dieselbenRechte und Borzüge eingeräumt, welche unter den Standesherrschaften schonfrüher die Grafschaft Stolberg-Wernigerode erhalten hat. Zu Neuwied ist dahereine eigne fürstl. Regierung, welcher in Iustizsachen :c. die Entscheidung in zweiterInstanz zusteht, und welche, unabhängig von den könizl. Provinzialregierungen,direet dem Ministerium untergeordnet ist, und wohin, von der letzten Instanz beider Person des Fürsten , Appellation gelangen darf.