Wiedereinsetzung in den vorigen Stand Wieland 269
Wiedereinsetzung in denvorigenStand, s. kari-tativ in intogrum.
Wiedererzeugung, s. Reproduction.
W i e d e r g e b u r t, s. Palingenesie.
Miede rholungS-(RepetitionS- oder Multiplica-t i o n S-) K r e i s. Man versteht darunter einen in Grade und derenUntcrabthei-lungen eingetheilten ganzen Kreis von solcher Einrichtung, daß die Dogen desselbensuccessiv zur wiederholentlichen Messung eines und desselben Winkels angewendetwerden können, wodurch die Fehler jener Theilung compensirt werden. Um, so weites ohne Figur möglich ist, einen allgemeinen Begriff von diesem Instrumente zu ge-den, stelle man sich einen diesergestalt getheilten, vertical stehenden Kreis vor, dermit einem Fernrohre versehen, und dabei einer rotirende» Bewegung um eine ho-rizontale, gleichwie einer azimutalen Bewegung um eine verticole Axe fähig ist.Will man nun mit diesem Kreise z. B. die Zenithdistan; eines Objects messen, sostellt man den Index des VernierS am Fernrohre aus 0 der Theilung, bringt denKreis in den Vertical des Objectes, und roiirt ihn in selbigem, bis da? Object iniMittelpunkte des Rohres steht. Dann dreht man den Kreis azimutal uni 180",so stillt nunmehr jenes 0 ebenso weit jenseits vom Zenith, als es vorher diesseitslag. Richtet man jetzt das Fernrohr wieder nach dem Objecte, so muß man dasselbedazu den doppelten Abstand vom Zenitb durchlaufen lassen, und erhält also dengesuchten Abstand selbst, ohne die eigne Lage des Zeniths berücksichtigen zu dürfen,wenn man den durchlaufenen Bogen halbirt. Auf eine ähnliche Art kann manden betreffenden Winkel vervierfachen, indem man den wieder umgewendeten Kreisnachher rotirt- sodaß das 0 der Theilung nach unten zu stehen kommt u. s. w. Vondieser Vervielfältigung des Winkels, den man schließlich durch die Zahl der Ope-rationen dividirt, erhält das Instrument seinen Rainen. — Den ersten Gedankendieses sinnreichen Verfahrens hat der Astronom Tobias Maver (s. d.) gehabt,der dieser für die Genauigkeit der Winkelmcssunge» entscheidenden Erfindung denNamen ,Vitistcium mnltiplio.ilmiii« beilegte und sie ini 2.Bd. der „tvmmciU.
k. Oc>>!." beschrieb. Nachher bat sie namentlich durch den franz. Malbema-tiker Borta und die engl. Künstler Ramsden, Troughton, Cariy noch mancherleiVerbesserungen erfahren. — S. Bwl's (2. Auff, Paris 1811,
3 Bde.); seiner die 2.Ablh. des 2. Bds. von Liltrow's „Populairer Astronomie"(Wien 1825, 2 Bde.). O.
Wiederschall, s. Schall und Echo.
Wiederschein, Reflexion, s. Zurückstrahlung.
Wiedersehen nach dem Tode. Mit dem tiefgegründeten Wun-sche des Menschen, als vernünftiges Wesen fortzudauern nach dem Tode, verbindetsich gern der Wunsch, auch mit den Unserigen, die uns hienieden lieb und theuer wa-ren, noch nach dem Tode in Verbindung zu stehen, oder vielmehr wieder mit ihnenverbunden zu werden. Man hat viele Gründe dafür angeführt, welche theil? aus derNatur des Menschen und insbesondere aus der geistigen, theils aus der Vorstel-lung von Gott hergenommen sind. Viele dieser Gründe findet man in S intenis'SSchrift: „Oswald, derGreis, mein lehterGlaube, als Nachlaß für meine Freunde"(Lpz. 1813), wogegen die Schrift: „Werden wir uns jenseit? wiedersehen?" vonErnst Winkler (Lpz. 1818), darzukhun sucht, daß ein solches Wiedersehen der Un-ser» zwar nicht als an sich widersprechend, aber doch nickt streng beweisbar sei. Esbleibt also ein Glauben und Hoffen der Menschenbrust, die sich in Dem, was sie nichtNiitKlaiheit zu erkenne» vermag, der ewigen Führung demüthig hingeben muß.
Wiedertäufer, s. Taufgesinnte.
Wieland (Christoph Martin), geb. zu Oberholzheim , einem Dorfe, daszum Gebiete der ehemal. schwab. Reichsst. Biberach gehörte, am 5. Sept. 1733,