Wielaild
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Glück bedient hatten. Es war das Werk wcnigerTage, und nicht von Bedeutung.Nun ergriff auch Klopstock'S urdeutscher Genius s. mnersies Wesen unwidersteh-lich. „Als ich den Messias las (die 5 ersten Gesänge)", sagt er selbst von sich,„glaubte ich erst mich selbst zu verstehen, und mir war immer, als sände ich hiererst ausgesprochen, was ich selbst hätte aussprechen wollen!" Dieses Geständnißist indeß mehr aus der vollen Brust des angehenden Dichters als aus s. Verwandt-schaft!. Natur zu erklären, die sich im Grunde nach ganz andern Seiten hinneigte. —Don Tübingen kehrte W. 1152 nach Biberach zurück. War er gleich früher ge-sonnen gewesen, in Göttingen die Laufbahn eines akodem. Lehrers zu betreten, sobegab er sich jetzt dennoch, aus ergangene Einladung, zu Bodmer nach Zürich indas freie Verhältniß eines literar. Gesellschafters. Auch Klopstock war ein Jahrzuvor bei Bodmer gewesen; der Ruhm des Letzter» überschritt damals merklich dasMaß des ihm zukommenden Verdienstes. Sein Hauö wurde für W. ein Tempelder Musen. Dieser verdankte nicht nur dem Umgänge d>s väterl.Freundes manchebelehrende Aufmunterung, sondern lernte auch die Repräsentanten der frisch auf-blühenden deutschen Literatur aus ihren Schuften kennen, Männer wie Hagedorn,Gleim, Haller, Schlegel, Geliert, Klopstock, Sulzer und Ähnliche. Zürich selbstverband in einem engen geselligen Kreise mekre ausgezeichnete Gelehrte und Künst-ler, z. B. Breikinger, Hirzel, Sal. Geßner, Füßli , Heß u. s. w. Bodmer's herzlicheNeigung, s. erworbenes Ansehen, vielleicht auch s. Übergewicht von Jahren, gabder bildsamen Geschmeidigkeit W.'S nicht immer die beste Richtung. Er besorgteaus Dankbarkeit und Verehrung gegen Bodmer die neue Aufl. der Sammlungder zürcherischen Streitschriften zur Verbesserung des deutschen Geschmacks widerdieGoltsched'sche Schule von 1741—44, und begleitete sie mit eine, Vorrede.Dieser literar. Kampf hat zu s. Zeit den Fortschritt zum Bessern mächtig geför-dert, und bildet einen eignen Abschnitt in der Geschichte unserer scbönwissenschaftl.Bildung. Auch schrieb er eineAbhandlung von den Schönheiten des Bodmer'schenepischen Gedichtes „Noah", die freilich mehr den bestochenen Freund als den stren-gen Kritiker Zeigte. Bodmer pflegte Vielerlei auf einmal und mit Flüchtigkeit zutreiben, hingegeben den wechselnden Eindrücken f. letzten Leeture. W., ursprünglichselbst von springender Productionslust beherrscht, folgte nur zu sehr dem gefährli-chen Beispiele, wie die Menge und Beschaffenheit s. im Bodmer'lchen Hause verfaß-ten Schriften darthut, z. B. „Briefe von Verstorbenen an hinterlassene Freunde"(1753), auf Veranlassung eines engl. Werkes; „Der geprüfte Abraham", epi-sches Gedicht in 3 Gesängen, wozu Bodmer als Triebfeder undMuster, kemeowegsglücklich, mitgewirkt hakte; verschiedene Hymnen und Psalmen; „Platonische Be-trachtungen über den Menschen"; „Timoklea"; „DieSympathie"; „DosGesichtdes Mirza"; „Gesicht von einer Welt unschuldiger Menschen" (1754 u. 1755).Das eingeflochtene und fortgesetzte Studium des Plato, so wohlthätig es an undfür sich hätte werden können, versetzte dagegen das Element der chnsil. Poesie miteiner gewissen schwärmerischen Überschwenglichkeit, an der bei weitem mehr dieÜppigkeit der Phantasie als die Tiefe des Gefühls Theil hatte. Zum Glück be-wahrte den Dichter das kräftigende Studium griech. Lebensweisheit, hauptstich-lich an der Duelle des Renopkon, vor größern und neuen Nennungen. 1758brach der siebenjährige Krieg aus. W. lebte twar von dem Schauplatze desselbenentfernt, nahm jedoch an den sich drängenden Begebenheiten, sowie an dem Haupt-helden, Friedrich d. Gr., den lebhaftesten Antheil, und ward dadurch auf die Ideegeleitet, das Ideal eines Helden in einem grösicrn Gedichte auSzutübren. wozu erCyruS wählte. Die ersten 5 Gesänge dieses Gedichts erschienen noch 1757, undwurden hier und da so gut aufgenommen, daß bereits 1759 eine neue AuSg. da-von gemacht werden konnte; allein der Beifall war mit Recht nur mäßig, und soblieb es unvollendet, wurde jedoch auch als bloßesBruchsiück in der neuesten AuSg.säw.Mtl. Werke wieder abgedruckt. Nach einigen unglücklichen dramat. Versuchen: