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Wielaiid
„Ladt' Johanna Grav" und „Clementine von Porretta", wandte sich das Talentdes Vers. wiedei' naed der beircin, ihm ungleich mehr msagenden Welt del ^sie-che» zurück. Die scvoii oben > i «vähnie Episode aus de: ..Evropädie" des Renopkon,Aiaspes und Panthea. erschien um diese Zeit und kündigte den Dichtes des Liedevielversprechend an. Bodmer's HaiiS Karte W. schon 1151 '.'er laben. Es unter-richtete nun die Söhne zweien züi icher Familien 4 Zahne lang, woraus en nachBern zum Landvogt Sinner als Hauslehrer ging, welche Stelle en jedoch baldwieder aufgab. Zn Nein eniirnekelle serne I<aiur, unter dem Einflüsse bildenderFrauen, eine immer bestimmtere Richtung. En lernte hier unter Andern auchRousseau'? Freundin, Julie Bondeli , kennen, mit den er in sikn erfreulichen Ver-hältnissen lebte, bis endlich da? Z. NtzO ihn in s Vaterstadt zurückversetzte. -Ohnesein Zuthun, ja gegen seine Neigung, wurde er in den Rath dieser Statt ausge-nommen: allein er suhlte bald, daß die Geschäfte dieses AmieS sich mit seiner Ei-genthümlichkeit nicht recht vereinigen lassen wollten , auch hatte er bereits zu vielvon den Freuden feinerer Geselligkeit gekoüet, als das es ihm in dem beschränktenBiberach hätte gefallen können. Dazu kam noch, daß er die erste Geliebte seine«!Herzens als Sophie v. la Röche vermählt »"ederfand. Dies Alles drängle dienach schöpferischer Darstellung rastlos strebende Phantasie in die innere Welt desGemüthes zurück, und er harte es in der That als ein Glück zu betrachten, daßer auf eine Arbeit gerieth, welche nicht nur seine ganze Geisteskraft in Anspruchnahm. sondern ihn auch auf das mannigfaltigste belehrte, unterrichtete, aufklärte,ermulhigte und stärkte, nämlich die Übersetzung Sbakspeare's. So wenig es demdurch die Griechen, Römer und Franzosen gebildeten und mitunter auch irregelei-teten Deutschen, bei seiner vorherrschenden Neigung mm Artigen, Leichten undGeschwätzigen, gelingen konnte, den Geist des erhabenen, so wunderbar origi-nellen Briten sich ganz anzueignen, so leistete W. doch für seine Zeit in dieserschwierigen Arbeit sehr viel und brach die Bahn. auf der seine Nachfolger nunleichter fortschreiten konnten. Die spätere Esckenburg'sche Übersetzung war auchnur eine Verbesserung der W.'schen. W.'s Arbeit erschien (1",K2 -06) m 8Btn. bei G.ßner, Prell u. Comp. in Zürich lind enthielt L8 Schauspiele. Eichen-burg fügte in s. Umarbeitung noch die 14 fehlenden hinzu. — W. fühlte sich inder angenehmsten Umgebung, als das Geschick seine erste Gelubte in Gesellschaftihres Gatten und des Grafen v. Stadion, bei dem sich dieser befand, in seineNähe führte. Letzterer, der kurniainzischer Staalsininister gewesen war, be-schloß, den Abend seines Lebens zu Warihausen, einem seiner Güter unweit Bi-berach , zuzubringen, und da er mit dem feinen Tone des Weltmannes gründ-liche Kenntniß und Geistesbildung vereinigte, ein Freund des heitersten Lebens-genusses war, und ein Feind aller Schwärmerei und Übelspannung, so fand W.in dem Hause desselben im Ganzen genommen recht eigentlich seine Heimath.Auch befreundete ihn die Wirklichkeit durch die Wahrheit einer cdeln Mäßigunghier näher mit manchem sonst bloß erträumten Genuß. Es ist jedoch die Frage,ob der schnelle Übergang von religiöser Phantasterei, zum Theil einer Frucht derfrühern Verhältnisse, zu der abkühlenden Klarheit einer geordneten Erfah-rungswelt, der Innigkeit im Auffassen und Schaffen nicht einigen Abbruch ge-than hat. So viel bleibt ausgemacht, daß die Lebensweisheit des Dichters,so reizend er sie auch ausspricht, von jetzt an häufig die Spuren der später soschwunghaften Aufklärerei verräth. Die auserlesene Bibliothek des Grafen, be-sonders vollständig im Fache der neuesten fran:. und engl. Literatur, trug nichtwenig ;u der veränderten Denkart bei, welche außerdem durch die Polemik einesgeistreichen Umganges fortwährend befestigt wurde. Bekanntlich hak man unsermDichter die Vorliebe für Gegenstände einer lüsternen, wollüstigen Phantasie vonvielen Seiten her zur Last gelegt. Es ist unmöglich, W. durchaus gegen den Vor-warf zu vertheidigen. Doch folgte er bei Darstellungen der Art keineswegs etwa