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Zwölfter Band. W bis Z.
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Wilberforce

unter ist das gut befestigte Newport. In dem nicht weit davon entfernten fest.nSchlosse Carigbrook wurde Karl 1., als er sich 1K4K auf diese Insel g.fluckkelhatte und von dem Obersten Hammond gefangen worden war, 13 Monate langim Gefängnisse gehalten, aus welchem zu entfliehen, wie seine Freunde es woll-ten, ihn bloß seine einzeilige Gewissenhaftigkeit hinderte.

Wilberforce (William), geb. 1159 zu Hüll, studirte in Cambridge und war ein ausgezeichneter Redner im engl. Unterhause auf der Seite der Mini-sterialpartei. Es ist nicht glänzende, hinreißende Beredtsamkeit, die ihn berühmtgemacht hak; denn seine kränkliche Stimme schwächte die Wirkung eines sonst kräfti-gen Ausdrucks in seinen mit Leichtigkeit, frei und oft unvorbereitet gehaltenen Par-lamentsreden. Was ihm einen Namen erworben und die Achtung aller Ekeln ver-schafft hat, ist das menschenfreundliche, unablässige Bestreben, den die Menschheitentehrenden Handel, der mit den afrikanischen Sklaven nach Amerika getriebenwird, ganz abzuschaffen (s. Sklavenhandel), worin Thomas Clarkson s.thätigster und wirksamster Vorgänger war. Die Quäker in Pennsylvanien schaff-ten zuerst (1151) denselben ab. Auch Dänemark untersagte ihn späterhin semenHandelsgesellschaften. In England ward 1188 die erste ernstliche Anregung deß-wegen gemacht. Die Universität Cambridge übergab dem Parlament eine Bitt-schrift, in welcher das Entehrende des Sklavenhandels vorzüglich von Seiten derReligion vorgestellt wurde. Pikt, als Repräsentant von Cambridge , unterstützteden Antrag, und mehre Mitglieder des Parlaments traten ihm bei. Von mehrenSeiten erfolgten ähnliche Vorstellungen, aber auch von andern starke Widersprüchedagegen, und so blieb diese Angelegenheit lange unentschieden. Aber eben dadurchhat der edle W. sich ein unsterbliches Verdienst erworben, daß er, aller Hindernisseungeachtet, die Sache der afrikanischen Sklaven mit ausharrendem Eifer zu wieder-holten Malen, unterstützt von Pikt, Fox u. A., im Parlamente zur Sprachebrachte. Erst 1801 gelang es ihm, seine menschenfreundliche Absicht itssAnsehungEnglands zu erreichen. Aber noch immer setzten Frankreich, Spanien und Por-tugal diesen Menschenhandel fort. Frankreich ließ sich am ersten zur Abschaffungdesselben geneigt finden. In dem pariser Frieden vom 30. Mai 1814 erklärteLudwig XV111., daß von Seiten Frankreichs dieser Handel innerhalb 5 Jahrenaufhören solle. Hierauf brachte der engl. Gesandte, Lord Castlereagh , diese An-gelegenheit beim wiener Congreffe zur Sprache, und W. mochte ein merkwürdigesSchreiben an den sranz. Gesandte» beim Congreß, den Fürsten Talleyrand , be-kannt, worin er die dringendsten Beweggründe zur Abschaffung des Sklavenhan-dels aufstellte. Am 4. Febr. 1815 erklärten die zu Wien versammelten Mächteihre Bereitwilligkeit, Unterhandlungen über den Zeitpunkt der gänzlichen Abschaf-fung des Sklavenhandels anzuknüpfen. W. fuhr indessen unermüdet fort, sich mitdiesem Gegenstände zu beschäftigen. Er rügte es am 13. Juni 1815 öffentlich imParlamente, daß noch fortdauernd Sklaven in die brit. Colonien eingeführt wür-den, und trug später auch auf die Freilassung (Emancipation ) der schwarzen Skla-ven in den Colonien an: ein Antrag, der wol sobald nicht genehmigt werden dürste.Endlich erhielt W. die Genugthuung für s.Eifer, daß am "13. Sept. 1811 zwischenEngland und Spanien ein Vertrag abgeschlossen wurde, durch welchen Spanien sich verbindlich machte, vom 30. Mai 1820 an den Sklavenhandel in der ganzenspan. Monarchie auftuheben; England hat dagegen den span. Untertbanen, diesich mit diesem Handel beschäftigten, am 20. Febr . 1818 400,000 Pf. St. alsEntschädigung bezahlt. Ein ähnlicher Vertrag kam mit Portugal 1818 zu S tande.Da aber dessenungeachtet Franzosen und Portugiesen den Sklavenhandel fortsetz-ten, so bewirkte W. im Juni 1821 den vom Unterhause und dann auch von derPairSkammer einmüthig gefaßten Beschluß, den König zu bitten, daß die britischeRegierung bei der französischen auf die Erfüllung der wegen gänzlicher Abschaf-Eknvcssation§»Lexicvli. Bd. Xll. 19