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Wildlingen
1793 die Stelle des zweiten Subdelegaten bei der fürstl. solms -braunfelsischenDebil- und AdministrationScommission anvertraut, ja daß nach dem Tode desersten Subdelegaten, des StaatSmimsters und Kamincrpräsidenken Hrn. v. Meyerzu Kassel , jene wichtige'Angelegenheit auf Ersuchen des fürstl. Hauses SolmS-KraunselS ihm allein übertragen wurde. — Mit einer Fülle von Frohsinn, mitGesundheit, mit seltenen Geisteskräften begabt, blieb es unserm W. bei der ge-wissenhaftesten Erfüllung s. Berufsverpstichtung fortwährend möglich, den Kün-sten und Wissenschaften überhaupt, besonders aber dem Lüudium der Naturge-schichte und Forstwissenschaft wie dem Jagdbekriebe einen Theil s. Zeit zu widmen.Selbst das Erscheinen eines großen Theils s. schriftstellerischen Erzeugnisse fälltin diesen Zeitraum von 18 Jahren. Dein scharfen Blicke s. Landesfürsten war esnicht entgangen, auf welchen Platz v. W. eigentlich gehöre. Er ernannte ihn da-her am 22. Nov. 1799 zum Oberforstmeister zu Marburg , ertheilte ihm aberauch zugleich die Dergü'.stigung, die Administration des FürstenthumS Braun-fels beibehalten zu dürfen. Auf diesem Posten ist er mit rastlosem Eifer und mitausgezeichnet glücklichem Erfolge thätig gewesen bis zu der unglücklichen Kata-strophe, welche 18»6 das Kurfürstenthum Hessen betraf. Nach derselben ward erunter der neuen, zum Glück kurzen Regierung zum (.ä>»5<u v.-üeur üe,<- k-uux e-t >Ie5korät« ernannt. Nach dem Zeugniß des Staatsministers von Wihleben zu Kas-sel hat v. W. volles Recht dazu gehabt, in s. SelbstbiographieI in Beziehungauf diesen Gegenstand zu sagen: „Meiner aus Liebe zum Vaterlands stets glei-chen Berufstreue hat es geglückt, 5 der wichtigsten Oberforste Hessens bis zurendlich erseufzten glücklichen Zurückkunft ihres erhabenen rechtmäßigen Besitzersnicht nur im eigentlichsten Sinne des'Worts zu bewahren, sondern auch durchsehr beträchtliche Culturen sichtbar gedeihlich zu verbessern". Nach der Rückkehrdes letzkverst. Kurfürsten trat v. W. als Oberforstmeister in s. frühern Wirkungs-kreis zurück und füllte ihn bis an s. Tod auf das vollständigste aus. Dafür zeugennicht nur die unter s. Obhut gestellt gewesenen Wälder, sondern auch die von ihmangelegten und sorglich gepflegten Forstgärten. In einem derselben wurde er derAnordnung gemäß, welche er in s. „Taschenbuchs für Forst- und Jagdfreunde" f.1805 und 1808, dann in s. obenerwähnten Ldelbstbiograpbie für s. Todesfall getrof-fen hatte, am 17. Juli 1822 zur Ruhe bestattet. Seinen Ruf als Schriftstellerhat v. W. durch folgende Schriften begründet: 1) „Lieder für Forstmänner undZager", auch „Grünes Gesangbuch" genannt (Lpz. 1788), und 1790 von I.Chr. Müller, auch ungefähr zu der nämlichen Zeit von dem damaligen kurf. sächs.Lieutenant, nachher herzogl. anhalt-dessauischen Legationsiath, Adolf v. Lehmann,in Musik gesetzt (2. Anst., verm. durch Beiträge von a. Dichtern, 1801z 3. verm.Aufl. 1816; 4. mit 5 Liedern verm. Anst., Alkona 1817). 2) „Neujahrsgeschenkfür Forst- und Jagdliebhaber" (6 Bdchn., Marburg 1794 — 99), und unter demveränderten Titel: „Taschenbuch für Forst-und Iagdfreunde" (8 Bdchn., Mar-burg 1800—12). Für die Jahrgänge 1807 und 1808 war der treffliche zu frühverst. D. P. L. Bunser, fürstl. walteckischer Regierungsrath zu Arolsen , Mit-herausgeber. An die Stelle dieses dem weidmännischen Publicum so werth ge-bliebenen Taschenbuchs trat mit 1815 das Jahrbuch „Sylvan", herausgegeb. vonE. P. Laurop, grossherzogl. badischem Oberforstrathe, und V. F. Fischer, groß-herzogl. badischem Forstrathe, für welches v. W. sich bis zu s. Tode lebhaft interes-sirt, auch zu den ersten Jahrgängen einige Beiträge geliefert hat. 3) „Weid-mann'-? Feierabende, ein neues Handbuch für Jäger und Jagdfreunde" (5Bdchn., Marburg 1815 —19; das 6. erschien nach dem Ableben des Berf.
*) Sie beimdet sich in Slriedcr's „Grundlage zu einer hesnschen Gelehrten - »udSchriftiielleracschükke", forkgeü vorn l». Jusii" (l'.Bd.); im „Snlvan", von Lauropund Fischer (i82o); bann im 6. und letzten Bdchn. der „Weidmanns Feierabende".