Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Wilhelm I. (Prinz v. Oranien ) 2U5

und die Meergeusen, so nannte man jene Coper, bemächtigten sich schon 1572 derStadt und des Hafens Briel aus der Insel Voorn, und eroberten alsdann auchVliefsingen. Da zugleich Alba'sTprannci inimer ärger wurde und das Volk durchneue Auslagen erbitterte, so erklärten sich endlich mehre Städte in Holland , See-land, Oderyssel und Geldern öffentlich für den Prinzen von Oranien . Dieser fieljetzt, um seinem zu Bergen im Hennegau von Alba belagerten Bruder Ludwig zuHülfe zu kommen, mit 17,0(10 M. in Brabant ein, wo ihmMechtln und Löwendie Thore öffneten; allein die franz.Hülssvölker, welche ihm Eoliguy schickte, wur-den geschlagen, und er selbst konnte Alba, der in einem verschanzten Lager stand,nicht zur Schlacht nöthigen. Daher zog er sich, nicht ohne Verlust, nach demRhein zurück, und entging kaum der Gefahr, von 1000 Spaniern, die des Nachtsin sein Lager eingebrochen waren, aufgekoben zu werten. Ein Hündcken weckteihn zur rechten Zeit, daß er seine Soldaten sammeln und dem Feinde den Rück-weg abschneiden konnte. Er ging hierauf nach Utrecht und Seeland, wo ihn dieMeergeusen zu ihrem Admiral ernannt hatten. 1575 übertrugen ihm die »Ltaaienvon Holland, auf die Dauer des Kru gs mit Spanien , die Souveiainerüt undOberherrschaft, welchem Beispiele Seeland, später auch Utrecht , Gelte, n undOberyssel folgten. Dieser Übertrag ward 1581 erneuert. Auch huldigten die Staa-ten noch einige Tage früher, ehe sie ihren Abfall von Spanien brkannt machten(24. Juli), dem Prinzen, als ihrem Souveiain, und schwuren ihm Gehorsamund Treue. Diese Oberherrschaft war indeß nur persönlich. Darum ward 1582auch noch der Übertrag der erblichen Würde der alten Grasen von Holland , womitzugleich der Besitz der gräfl. Domainen verknüpft war, von den Staaten beschlos-sen und von dem Prinzen förmlich angenommen, worauf die Staaten sich ihmals ihrer gesetzlichen Obrigkeit verpflichteten. Der edle Oranien verdiente diesesVertrauen und diese Zeichen der Erkenntlichkeit. Schon 1573 hatte er die Ausrü-stung einer Flotte von 150 Segeln zu Vlnfsingen betrieben. Diese Flotte bliebfortwährend den Spaniern überlegen, sodaß man wohl sagen kann, die Holländerhaben ihre Freiheit aus dem Meere erobert. Unterdessen hatte Alba Bergen genom-men und mehre Städte nach der tapfersten Gegenwehr wieder unterworfen; alleindie Grausamkeit, mit der er die Einw. behandelte, machte die übrigen nur um soentschlossener zur Vertheidigung. Dagegen eroberte der Prinz von Oranien Ger -truvdenburg und Middelburg, die Hauptst. von Seeland , nachdem die Mecrgcu-sen die span. Flotte geschlagen hatten. Um diese Zeit war Ludwig von Zumga undReguesens dem Herzog v. Alba (1573) in den Niederlanden gefolgt, und hatte indem Treffen auf der mooker Heide (14. Apr. 1574) Ludwig und Heinrich von Nas-sau , die Brüden des Printen, geschlagen, welche ihre wegen rückständigen Soldesaufrührerischen deutschen Soldaten nicht in Ordnung halten konnten. Ludwig undHeini ich blieben auf dem Schlachtselde. Dock Wilhelm entsetzte Levden, indem erdie Deiche durchsteche» ließ. Daraufstarb Zuinga. Die span. Läoltaten aber ver-übten zu Antwerpen u. a. O. solche .Ausschweifungen, daß sich sämmtl. nieder!.Provinzen, mu Ausnahme Luxemburgs, tu Gent 1576 vereinigten, um die frem.den Truppen zu vertreiben und von dem ReligionS.zwange frei tu werden. Und alsder neue Statthalter, Johann von Östreich, ein natürlicher Bruder des Königs,das ihnen bewilligte Friedensedict von 1577 verletzte, riefen die Staaten von Ant-werpen den Prinzen von Oranien zu Hülfe. Das Volk empfing ihn mit Jubel inBrüssel , wo ein Theil der Stände ihm die Stakthalterwürde antrug. Allein damehre Große ihm entgegen waren, so bewirkte er den Beschluss daß der ErzherzogMatthias von Östreich als Generalstatthalter, er selbst aber als Generallieukenamangenommen wurde; doch behielt er die Leitung aller Staatssachen. Indessen ge-wannen die Spanier durch den Sieg bei Gemblours (31. Jan. 1578) aufs Neuein den sogen, wallonischen Provinzen, welche eifrig katholisch waren, die Oberhand.