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Wilhelm III. (Erbskatthalter von Holland )
lang es ihm nicht, den Abschluß von Separatverträgen zu verhindern. Wilhelmsganze Politik war gegen Ludwig XI V. gerichtet, den er auch persönlich haßte. Wieeinst der erste Dränier Philipp II. gegenüberstand, so jetzt Wilhelm lll. LudwigXI V. Uni die Herrschaft dieses Monarchen in Schranken zu halten, stiftete er dieLigue von Augsburg (29. Juli 1688) zwischen dem Kaiser, Spanien, Schweden und Holland, wozu noch Dänemark und einige deutsche Fürsten traten. Vielleichtwollte er dadurch auch seine geheinien Plane in Ansehung Englands sicherstellen.Seine Gemahlin, Maria (verm. seit 1877), war nämlich Jakobs ll. von EnglandTochter und die Thronerbin. Unerwartet kam Jakobs zweite Gemahlin (10.Juni 1688) mit einem Prinzen nieder. Nun befürchtete der größte Theil des Par-laments und der Nation von dem bigotten Jakob die Einführung der kathol. Re-ligion und den Umsturz der Verfassung. Auch behauptete das Gerücht, der Prinzsei untergeschoben. Also vereinigte» sich in England die Episkopalen und PreS-byterianer, um, von Holland unterstützt, der Maria die Thronfolge zu erhalten.Wilhelm insbesondere sah voraus, daß England durch s. Schwiegervaters Politikimmer enger mit Frankreich sich verbinden würde; er schloß sich daher der großenMehrheit der britischen Nation an, und der Rathspensionnair Fagel bewog dieGeneralstaaten, ihn zur Rettung der britischen Freiheit und der Protestant. Reli-gion mit Schiffen und Truppen zu unterstützen. So landete Wilhelm plötzlichmit einer angeblich gegen Frankreich ausgerüsteten Flotte von 500 Segeln, undmit 11,000 M. Truppen zu Torbay den 5. Nov. 1688. Sofort erklärte sich eingroßer Theil des Adels für ihn; mit dem Adel gingen Jakobs Truppen nach undnach zu ihm über; dasselbe that Lord Churchill, nachmals Marlborough, und die-sem folgte selbst Jakobs zweite Tochter, Anna, mit ihrem Gemahl, dem PrinzenGeorg von Dänemark . Des verlassenen Königs Vorschläge wurden nicht ange-nommen, er entfloh daher mit seiner Familie im Dec. nach Frankreich , woraufWilhelm in London seinen Einzug hielt. Beide Parlameutskammern erklärtennunmehr, in einer sogen. Convention, Jakob II. habe den Grundverkrag zwischendem Könige und s. Volke gebrochen, dadurch sei der Thron erledigt. Hierauf ward(13. Febr. 1689) Maria zur Königin, und Wilhelm, ihr Gemahl, der inzwischenzur eng!. Kirche sich bekannt hatte, zum König ernannt; doch sollte Letzterer alleindie Verwaltung führen. Zugleich bestimmte ein Gesetz (die Decl.nunüi,, oder Ilillr>i' rft-ü>l>>. oder die deutlichere Festsetzung der alten unbestreitbaren Volksrechte) dieGrenzen der königl. Gewalt und die Thronfolge;, späterhin auch die Civilliste.Dies nennt man die Revolution von 1688. Schottland folgte Englands Beispiel;nur in Irland, wohm Ludwig XlV. Jakob II. mit einem Heere sandte, kämpftedie Mehrzahl der Katholiken für den abgesetzten legitimen König. Aber der Sieg,den Wilhelm (1. Juli 1690) am Bovnefluß über Jakobs Heer, und ein zweiter,den s. General Ginkel (13. Juli 1691) bei Agbrim erkämpfte, sowie die Milde,init welcher'Wilhelm die beilegte Partei behandelte, gaben ihm auch die Krone vonIrland . Wilhelm ward in jener Schlacht verwundet: allein er ließ sich an der spitzes. Truppen verbinden, und focht zu Pferde, bis die Schlacht gewonnen war. Indem Kriege auf dem festen Lande war er weniger glücklich. Bei steenkerken ent-riß ihm 1692 der Marschall v. Luxemburg den Sieg; derselbe schlug ihn 1695bei Neerwinden ; allein immer wußte 'Wilhelm durch geschickte Rückzüge undMär-sche den Franzosen die Früchte ihrer Siege wieder zu entreißen. Er nahm sogar,im Angesichre des stärker» feindlichen Heeres, Namur 1693. Endlich mußte ihnLudwig, uiz Frieden zu Ryßwick 1697, als König von England anerkennen. Da-mals drang das Parlament auf die Entlassung fast der ganzen Armee, weil einstehendes Heer ihm mit der Sicherheit der Landesverfassung unverträglich schienBald darauf wurde das Testament Karls ll. von Spanien , der Ludwigs XI V.Enkel zu s. Erben eingesetzt hatte, die Veranlassung, daß Wilhelm in der großen