Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Wilhelm I. (König der Niederlande )

W i l h e l m I. (Wilhelm Friedrich von Oranien), König der Niederlande und Großherzog von Luxemburg , geb. im Haag d. 24. Aug. 1172. Sein Vater,Wilhelm V., Fürst von Oranien und Nassau , Erbstatthalter (starb d. 9. April1806 zu Braun schweig), stammte ab von Johann, dem jüngsten Bruder des gro-ßen Wilhelm I. von Uranien (s. d.). Seiner Mutter, Friederike SophieWilhelmine, des Prinzen August Wilhelm von Preußen Tochter, dankte er seineBildung. Sein Großvater, der erste Erbstatthalter der Vereinigte» Niederlande(1747), hatte die 4 Landegtheile des nassau-ottonische» Stammes, Hadamar ,Wiegen, Dillenburg und Dieß, wieder zusammen an seine, die Dietzsche, Linie ge-bracht. Der Holland . Schriftsteller Tollius war des Prinzen Lehrer und der Ge-neral v. Wtamford, ein guter Taktiker und Staatsmann, sein Führer. 1788machte der Erbprinz eine Reise nach Deutschland und blieb eine Zeit lang zu Ber-lin, an dein Hose s. Oheims, des Königs Friedrich Wilhelm II. Hierauf siudirteer seil 1790 zu Lerchen. Nach s. Vermählung (1. Oct. 1791) mit FriederikcLouise Wilhelmine, des Königs Friedrich Wilhelm von Preußen Tochter, machteer sich, nebst seinem späterhin als Feldherrn ausgezeichneten Bruder Friedrich, umdie Verbesserung der Holland . Landmacht verdient; allein der innere Zwiespalt,indem die t787 durch preuß. Waffen unterdrückten Patrioten dem Hause Dra-men insgeheim entgegenwirkten, verhinderte Vieles. Jene hatten sich zum Theilnach Frankreich geflüchtet, und der Nationaleonvenl erklärte, um sich mit Hülfeder Patrioten des reichen Hollands zu bemächtigen, den 1. Febr. 1793 dem Erb-statthalter den Krieg. Dumonriez eroberte das holländ. Brabant ; doch befreite esder Erbprinz, der den Oberbefehl über die holländ. Truppen führte, zu welchemein Heer der Bundesgenossen gestoßen war, in Folge des Sieges bei Neerwinden ,den der kaiserl. Feldmarschall, Prinz von Koburg, über Dumouriez den 18. Märzerfochten hatte. Hieraus hielt der Erbprinz die franz. Nordarmce von dem Ein-dringen in Westflandern ab. Allein am 13. Sepr. ward er in s. Stellung zwischenMenin und Werwick von dem Feinde niit solcher Übermacht angegriffen, daß er,da der östreich. General Kray zu spät eintraf, und das Heer unter Beaulieu (weiles noch nicht abgekocht hatte) ganz ausblieb, nach dem tapfersten Widerstände, inwelchem Prinz Friedrich, sein Bruder, der den rechten Flügel befehligte, verwun-det wurde, sich nur Verlust hinter die Scheide zurückziehen mußte. Bald darauferoberte der Erbprinz Landreeies. Dann warf er an der Spitze eines niederländisch-östreichischen Heers den Feind über die Sambre; allein in der großen Wchlacht am26. Juni, als er schon mit dem rechten Flügel siegreich vorgedrungen war, mußteer, weil die Franzosen Charleroi erstürmt und den linken Flügel bei FleuruS geschla-gen hatten, nach der Anordnung des Prinzen von Koburg sich ebenfalls zurück-ziehen. Hierauf wichen (21. Juni) die Östreicher, vor Pichcgru und Jourdan,bis hinter die Maas , und dem Erbprinzen blieb, bei seinem geschwächten Heere,Nichts übrig, als in Verbindung mit deni Heere des Herzogs von Pork die Gren-zen der Republik zu decken. Allein die Festungen sielen, und die Kälte baute demFeinde Brücken über die Waal, sodaß Pichegru schon d. 17. Jan. 1795 in Utrecht einrückte. Die Partei der Patrioten begünstigte den Feind, und der Erbstatthaltersah sich außer Stand, die von ihren Bundesgenossen verlassene Republik zu retten.Weine Wöhne legten daher d. 16. Jan. ihre Befehlshaberstellen nieder, und Wil-helm V. schiffte sich den 18. und 19. mit seiner Familie und einigen Getreuen zuScheveningen auf 19 elenden Fischerpinken nach England ein. Hier ward dem un-glückliche» Fürstenhause Hamptoncourt als Wohnsitz eingeräumt; allein die beidenBrüder gingen bald wieder auf das feste Land zurück, um eine Schar ausgewan-derter Niederländer auf Englands Kosten zu bewaffnen, die sich aber »ach dembasler Frieden wieder zerstreute. Prinz Friedrich trat in östreich. Dienste und starbzu Patua den 6. Jan. 1799. Der Erbprinz begab sich mit seiner Familie nach