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Wilhelm I. (König der Niederlande )
Berlin, wo er von dem diplomatischen Einflüsse des mit Frankreich befreundetenpreuß. Hofes eine günstige Wendung seines Schicksals erwartete. Übrigens beschäf-tigte er sich mit der Erziehung seiner Söhne, mit den Wissenschaften und mit derVerbesserung seiner in der Gegend von Posen vom Fürsten Jablonowsky erkauftenHerrschaften, wohin er Colonisten zog, und auf welchen er die Leibeigenschaft auf-hob. Auch erwarb er in der Folge einige Landgüter in Schlesien . Da sein Vaterinzwischen die durch den Reichsdeputarionsschluß ihm zugefallene Entschädigungin Deutschland, Fulda, Korvey, Dortmund , Weingarten u. a.O. mehr, an ihn den29. Aug. 1802 abgetreten hatte, so nahm er davon am Ende dess. I. Besitz undwohnte seitdem in Fulda, brachte jedoch einen Theil des Winters in Berlin zu.In seinen neuen Staaten stellte er, nach Beseitigung fast endloser Hmdernisse,durch eigne Thätigkeit, mittelst einer sparsamen und einfachen Verwaltung undbesonnenen Abschaffung vieler Mißbräuche, ohne rasche Neuerungen, einen gut-geordneten Zustand her. Sein Rechtssinn und die Humanität, mit welcher er Die-ner und Unterthanen, ohne Unterschied der Religwn, behandelte, erwarben ihmdie Liebe seines Volks. Unter mehren Verbesserungen müssen vorzüglich die an dieStelle der unbrauchbaren Universität zu Fulda, von Meißner (aus Prag ) und Gie-rig neueingerichtete höhere Schulanstolt (Lyceum ) und die Stiftung eines Land-krankenhauses genannt werden, wozu der Fürst die Fonds von 2 eingezogene» Klö-stern verwandte. Nach dem Tode seines Vaters übernahm der Fürst die Regierungseiner nassauischen Stammländer. Als er aber die von Paris au? ihm gegebenenWinke, zu dem Rheinbünde zu treten, im Gefühl der Würde eines teutschen Für-sten nicht beachtete, verlor er die Hoheit über die oranischen Lande, welche seineStammvettcrn, Nassau-Usingen und Weilburg , und Murat, Großherzog vonBerg, erhielten. Das schöne Weingarten siel an Würtemberg. Auch ssrlda sollte erverlieren, wenn er nicht zu jenem Bunde träte, in welchem Falle er Vergrößerung(durch Würzburg ) hoffen durfte. Allein derFürst wollte lieber mitEhren fallen, alsden Namen Oranien durch Unterwerfung unter ein fremdes Joch (dafür erkannte erden Rheinbund schon damals) schänden. Alle Anträge von Nassau , von Murat u. A.wurden abgelehnt. Hieraus ging der Fürst im Aug. 1806 nach Berlin , wo er, alsInhaber eines preuß. Regiments und Generallieut., späterhin im Sept. den Ober-befehl über eine Abtheilung des rechten Flügels des preuß. Heeres zwischen Magde-burg und Erfurt erhielt. Nach der unglücklichen Schlackt bei Jena mußte er demFelkmarscholl Möllendorf nach Erfurt folgen und gerieth durch die Eapttulation,welche der verwundete muthlose Greis abschloß, in Kriegsgefangenschaft; dochdurfte er sich bei s. Gemahlin im Preußischen aushalten. Allein Napoleon erklärteihn, sowie den Kurfürsten v. Hessen und den Herzog v. Braunschweig , seiner Länderfür verlustig, und Fulda mußte schon den 27. Öct. dem franz. Kaiser huldigen;Korveh, Dortmund und die Grafschaft Spiegelberg wurden 1807 dem KönigreichWestfalen und Großherzogthume Berg einverleibt. Selbst die in der Bundesacteihm vorbehaltenen Domainen wurden von Berg und Würtemberg eingezogen; nurBaien, that dies nicht, und die andern rheinischen Bundesfüi sten versprachen we-nigstens den re-nen Überschuß an den beraubten Fürsten auszahlen zu lassen. Die-ser war unterdessen mit seiner Gemahlin und Familie nach Danzig gegangen. Alsder Krieg der Weichsel sich näherte, wollte er nach Berlin zurückkehren; allein nurs. Gemahlin, die krank war, durste daselbst wohnen. Er selbst mußte über die Oderzurück und begab sich nach Plllau. Im Frieden zu Tilsit ward seiner nicht gedacht.Ihm blieb nur der Besitz seiner Güter im Herzogthume Warschau . Er lebte aufsNeue ganz den Wissenschaften und seinerFamilie in Berlin , wo sein ältester Prinzin der Militairakademie erzogen wurde. Dieser ging dann nach England und diente1808 mit Auszeichnung unter Wellington in Spanien. Im Kriege Frankreichs