Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Wilhelm (Kronprinz der Niederlande )

mit Östreich (1809) begab sich der Fürst mit seinem Zugcndgefährten und stetenBeg!euer, Fagel, als Freiwilliger zum Heere des Erzherzogs Karl und focht in derSchlacht bei Wagram mit. Darauf kehrte er nach Berlin zurück. Unterdessenarbeiteten, besonders 1813 nach der Schlacht bei Leipzig , einflußreiche Männer(Hogeutorp, v. d. Duyn, Limburg -Stwum, Hoop, Driel, Zonge u.A. m.) inAmsterdam, Haag, Rotterdam, Zwolle u. a. a. O. an der Wiederherstellung desHauses Oranien . Wilhelni Friedrich befand sich damals in England, um mit derbritischen Regierung Maßregeln wegen Untersuchung der Niederländer zu verab-reden. Als nun die Sieger von Leipzig den Grenzen Hollands nahten, brach derAufstand des Volks in Amsterdam aus (15. und 16. Nov.)z und mitten unterfranz. Kriegshaufen erklärte sich den 17. auch der Haag für den Prinzen. Auf diedavon erhaltene Kunde schiffte sich der Fürst ein und landete den 29. Nov. beiScheveningen . DasVolk begrüßte ihn mit Jubel im Haag den 30., und den2.Dec.in Amsterdam , wo die Commissanen des provisorischen Gouvernements, Kempcrund Schölten, am 1. Tee. die Proclamation: „Niedcrland ist frei!" und: „Wil-helm I. , der souveraine Fürst dieses freien Landes!" ohne dazu von der Nationbevollmächtigt zu sei», erlassen hatten. Der Fürst willigte nur widerstrebend ein,und erklärte, daß eine Sraatsverfassung die Vorrechte und Freiheiten des VolksVerbürget, und es gegen jeden Eingriff in dieselben sicherstellen müsse. Noch waren23 feste Plätze in den Händen der Franzosen, die bei Utrecht im Lager standen.Allen, bald befreiten die Buntesheere das Land. Wilhelm Friedrich beschleunigtedie Bewaffnung des Volks und übertrug einer Commission die Entwerfung einesVerfaffungSgesetzes, das den 29. März 1814 von den Abgeordneten des Volksangenommen und daraüfvon dem Fürsten beschworen wurde. Auch seine deutschen Erbländer hatte er schon vor Ende 1813 wieder in Besitz genommen. Daraufsprach der wiener Congreß die Vereinigung Belgiens und Lüitichs mit den ver-einigten Niederlanden als ein Königreich aus, und der Fürst wurde u. d. N.Wil-helm I. zum König der Niederlande, Fürsten von Lüktich und Herzog von Luxem-burg den 16. März 1815 im Haag ausgerufen. Allein er mußte seine treuenSkammländer in Deutschland für den Besitz von Luxemburg , dar seit dem 22.Juli 1815 zum deutsche» Bunde gehörte und das er im Mai zum Großherzog-thum erhoben hatte, an Preußen abtreten. Seitdem hat er mit Festigkeit undfreisinniger Gerechtigkeit die neue Verfassung gegründet. Der von ihm 1815 einerCommisston aufgetragene Entwurf einer allgemeinen niederländ. Gesetzgebungwurde 1819 vollendet und theilwesse der Versammlung der Generalstaaten zurPrüfung vorgelegt. Den 21. Juni 1816 ist er dem heil. Bunde beigetreten.1814 wurde er östr. Feldmarschall, stiftete den niederländ. Wilhelms-Militair-verdienst- und 1815 den Civilverdienstorden des belgischen Löwen. Er residirt ab-wechselnd in Brüssel und im Haag, lebt einfach wie ein Privatmann, ist alSKönigs. Unterthanen zugänglich, und überhaupt mehr Regent als Kriegsmann. Unge-achtet die Mehrzahl der Holländer alwranisch, mithin antimonarchisch ist, wird ergleichwol von der Nation schon um seiner Persönlichkeit willen geachtet. (Vgl. dieBiozrapbie dieses Monarchen von seinem ehemaligen Staatsdiener, 2- ü. Arnold!,in den „Zeitgenossen", Nr. VI. und Niederlande .) X.

Wilhelm (FriedrichGeorg Ludwig,v. Nassau), Prinz v. Oranien , Kron-prinz des Königr. der Niederlande , geb. d. 6. Dec. 1792, verm. d. 21. Febr. 1816mit Anna Paulowna, T. des Kaisers Paul I. von Rußland. Erzogen in Berlin ,vollendete dieser Fürst seine Lätudien auf der Universität zu Oxford , wo er vielwissenschaftlichen Sinn und Talent zeigte. Schon früh dem Militair bestimmt,machte er seine ersten Fcldzüge in der engl. Armee, dann trat er 1811 als Oberst-lieutenant in span. Kriegsdienste. Durch Muth und Thätigkeit erwarb er sich dieAchtung des Herzogs v. Wellington , dessen Adjutant er war. Bei der Belagerung