Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Wilhelm (der Eroberer) 303

vonCiudad-Rodrigo war kr unter den Stürmenden Einer der Ei sten. Bei der vonBadajoz drang er in die Stadt an der Spitze einer engl. Colonne, die er von derFlucht abgehalten und in den Kampf zurückgeführt hatte. Ebenso tapfer bewieser sich in der Schlacht von Salamanca und bei jedem andern kriegerisches. Vor-falle jenes Feldzugs. Er wurde darauf zum Adjutanten des Königs von Groß-britannien ernannt und erhielt die Medaille des militairischen Verdienstes, aufwelcher die Namen Ciudad-Rodrigo, Badajoz, Salamanca standen. Als sein Va-ter 181t Souverain der Niederlande wurde, sahen die Belgier, obgleich seil 20Zähren fast daran gewöhnt, Franzosen zu sein, in dem tapfern Prinzen nut Freudeden künftigen Thronerben, der eine seltene Güte des Herzens mit Offenheit, Recht-lichkeit und Herablassung verbindet. Ebenso viel Muth als militairiscbe Einsichtbewies dieser Prinz in dem Treffen bei Quatre-Bra? am 16. Juni, und in derSchlacht bei Waterloo am 18., wo er an der Spitze seiner Truppen, die seinBeispiel begeisterte, einen muthigen Angriff machte und durch einen Schul: in dieSchulter verwundet wurde. Nach seiner Herstellung begab er sich zu den Verbün-deten in Paris. Hier kam s. Vermahlung mit der Prinzessin Charlotte v. Wales inVorschlag; allein im Gefühl s. Würde verweigerte der Prinz s. Zustimmung, wecker nicht der erste Unterthan einer Königin von Großbritannien werden wollte: einVerhältniß, das die Abhängigkeit s. Vaterlandes von der britischen Staatskunstzur Folge haben konnte. Dagegen vermählte er sich in Petersburg 1816 mit derSchwester des Kaisers Alexander, die ihm 3 Prinzen und eine Prinzessin geborenhat. Er hat seitdem mehre Reisen nach Petersburg gemacht: die letzte 1826 beiGelegenheit der Thronbesteigung des Kaisers Nikolaus. — Ibm ähnlich anKenntnissen, Talent, Muth und Sanftbeil des Charakters ist s. Bruder, der PrinzFriedrich Wilhelm Karl, geb. d. 28. Febr. 1797 zu Berlin und daselbst erzogen.Er siudirte seit 1814 aus der Hochschule zu Hyder, und zeichnete sich als Befehls-haber in dem Feldzuge 1815 aus. Am 21. Mai 1825 vermählte er sich mit derPrinzessin Louise, T. des KonigS von Preußen, und ist gegenwärtig k. k. östr. Feld-zeugmeister von der Armee, k. niedeiländ. General -Inspecteur der Artcklerie, auchk. preuß. Generalmajor und Inhaber eines Infanterieregiments. 1829 wurde erzum Admiral der Flotte und Generalobersten der Landmacht, zum Präsidenten desMinisterrathcs und Vicepräsidenken des Staatsrathes, auch zum Chef der Com-munalgarden des Königreichs ernannt. 20.

Wilhelm , der Eroberer Englands in Zeit von wenigen Wochen, derGesetzgeber dieser Insel und Stifter einer Dynastie, welche auf derselben von 1066—1154 herrschte, war der uneheliche Sohn des Herz. Robert von dcr Normantie,den dieser mit einem Landmädchcn, Arlotte, 1016 zeugte. Die Liebe zu dieser bewogden Herzog, der 2 erwachsene -Löhne hatte, Jenem sterbend s. Land zu überlassen,und ihm, da Wilhelm erst 9 I. alt war, den König von Frankreich als Vormund,nebst einigen großen Vasallen Frankreichs , vorzusetzen. Da indessen die ältern Bru-der, aus rechtmäßiger Ehe erzeugt, dadurch Übergängen waren, so sihlte nur wenig,daß Wilhelm ein Opfer der Unruhen geworden wäre, welche sich über den Besitz sei-nes Landes erhoben; selbst der König von Frankreich suchte ihm dieses zu entreißen,und nur die großen Geistesgaben des jungen Wilhelm, verbunden mit bewrndernS-werther Tapferkeit, leiteten ihn durch alle diese Verhältnisse ohne Nachtheil hin-durch, bis er, nach Jahren zum Manne herangewachsen, das Schrecken aller kleinenFürsten Frankreichs war. Inzwischen starb Eduard, König v. England, ein naherVerwandter Wilhelms und durch ihn auf dem Thron erhalten, von dem ib» die Dä-nen h-ltten vertreiben wollen. Aus Dankbarkeit hatte er Wilhelm die Thronfolgein England zugesichert, da er ohne Kinder war; allein noch s. Tode setzte sich die Kroneein Engländer, Namens Harold, auf, der sie nur für Wilhelm in Besitz zu nehmeneidlich versprochen halte. Wilhelm machte sogleich Anstalten, diese Untreue zu rä-