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Zwölfter Band. W bis Z.
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Wilhelm (König von Würtemberg)

eben, und rüstete nicht allein eine Flotte und ein Heer aus, sondern verband sich auchniit dem Beherrscher von Norwegen , und erbot sich gegen den Papst, das Reich vonihm in Lehn zu nehmen. Harold schlug zwar die Norweger aufs Haupt, aber Wil-helm setzte über den Canal und rückte sogleich bis nach dem Städtchen HastingS vor, wo er in einem verschanzten Lager mir Harold nochmals Unterhandlungen an-knüpft^, die sich aber in Nichts auflösten. Die Waffen mußten entscheiden, und eskam zu der Schlacht bei HastingS am 14. Ocl. 1066, die sich nach dem blutigstenKampfe mit einer gänzlichen Niederlage der Engländer und dem Tode HaroldS en-digte, welchen ein Pfeil inS Auge traf. Zwei seiner Drüder sanken an s. Seite. Eng-land unterwarf sich, und zum Weihnachtsfeste ward Wilhelm bereits in London ge-krönt. Die strengsten Maßregeln auf der einen, Gerechtigkeit auf der andern Seitesicherten ibm den Thron. Da die Normandie ein Lehn von Frankreich war, und einVasall keine Eroberungen sich zueignen koünte, als insofern sie mit seinem LehnEins wurden, so entspann sich daraus ein unangenehmes Verhältniß zwischen Eng-land und Frankreich , in Folge dessen das letztere fortwährend behauptete, Englandsei ihni lehnSpflichtig, und darüber bereits mit Wilhelm in einen Krieg gerieth, dernachher Jahrhunderte lang fast unter jedem Regenten wiederholt wurde. Die großeNationalftmdschaft zwischen Engländern und Franzosen schreibt sich aus jenenTagen her, wo Wilhelm als Eroberer Englands Boden betrat. W.'s Einfluß aufEngland ist zum Theil noch jetzt nicht ganz verloschen. Der Tower ist von ihm an-gelegt worden, um London im Zaume zu hallen; die Überreste der franz. Sprache inder Anrede an den König und in öffentlichen Verträgen schreiben sich von ihm her,indem er tue franz. Sprache zur Hofsprache machte. W. starb während eines Kriegesgegen Frankreich , "1 I. alt 1087, und hatte er viel Abenteuer im Leben bestanden,so waren auch die nach s. Tode nicht gering. Den» alle Großen und Vasallen eiltenvon s. Leichnam hinweg, alle Diener raubten im Palaste, was sie konnten, derLeichnam lag mehre stunden verlassen nackt da, und als endlich der Erzbischosvon Rouen denselben nach Caen bringen ließ, trieb eine plötzlich in der Stadt ent-stehende Feuerobrunst Alles aus einander; kaum brachten ihn einige Mönche zurGruft. Hier protestirte ein Unglücklicher, auf dessen Grund und Boden Wilhelmdie Kirche hatte bauen lassen, wo er sollte begraben werden, gegen dies Begräbniß,und man mußte erst diesen Schreier beseitigen. In der Gruft sollte den Leichnamein steinerner Sarg aufnehmen; er war jedoch zu eng, und als man den ungewöhn-lich starken Körper gewaltsam hineinpreßte, sprangen die Eingeweide durch dieBaucht cken, und ihr Gestank vertrieb Alles. Nach 450 Jahren wurden bei einerPlünderung der Stadt Caen seine Gebeine aus der Gruft gerissen, in welcher niangroße Schätze zu finden wähnte. sVgl.Aug. Thierry's „llist. cke la coiiguüto ckol'^u-sseteire p,ir iee Aornuinils", PariS 18Ü5.)

Wilhel m , König von Würtemberg, geb. zu Lüden, einem Städtchen inSchlesien , am I I. Sept. 1781. Sein Vater war König Friedrich I. von Wür-temberg, dainals preuß. Generalmajor und Chef eines DragonerregimenlS, mitwelchem er zu Lüden in Garnison lag; seine Mutter die braunschweigische Prinzes-sin Auguste Karoline Friedrike Louise. Von seinen jüngern Geschwistern leben nochPaul, Prinz«. Würtemberg, und Katharina, Gemahlin des Fürsten v. Mont-fort, gewesenen Königs von Westfalen . Manches nicht angenehme Ereigniß um-wölkte s. Jugend. Als Knabe führten ihn die Verhältnisse s. Familie von SchlesiennachRußland, in die Schweiz, nach Deutschland an den Rhein , endlich 1790 nachWürtembirg zum bleibenden Aufenthalte. Sein 7. Geburtstag war der Sterbe-tag seiner Mutter. Schon in die frühere Erziehung griff sein Vater selten aufwohlthätige Weise ein. Noch ungünstiger zeigte sich dieser Einfluß, als mit demfesten Aufenthalt in Würtemberg die ernstere Erziehung des Prinzen ihren Anfangnahm: nicht als ob es dem Vater an warmer, herzlicher Liebe zu seinen Kindern