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Wilhelm (König von Würteinberg)
welch« sich mit dem kommenden Jahre nach Frankreich werfen sollte. Sie bestandaus dem sehr zahlreichen würlemb. Contingeni und mehren östr. und russ. Regnmeutern. Welch ein ausgezeichnetes Feldherrntalent der Kronprinz entwickelte,welche Verdienste er sich um die Sache der europ. Freiheit erwarb, weiß die Mit-.Welt zu schätzen, und auch die Zukunft wird d>esen Ruhm nicht schmälern. Vor-züglich wirkte der H.ld mit zu der blutigen Entscheidung beiEpinay,Brünne,Senö,und auch unter den gefährlichsten Veihälkn'ssen hielt er bei Montereau , den Rück-zug der Verbündeten deckend, niit s. begeisterten Scharen den fünffach überlegenenFeind unter Napoleon den ganzen Tag auf. Bei dem ganzen Heere war der Namedes Kronprinzen ein unwiderstehlicher Aufruf. Schneller ging der zweite Feltzugnach Frankreich 1815 vorüber, wobei er wieder einen bedeutenden Heei Haufen an-führte. Sein kräftiges Zurückwerfen des Gen. Rapp nach Sirasburg gehörte,ungeachtet der unerwarteten Hindernisse bei Schuffelweihersheim, unter die be-deutender« Waffenlhaten, In diesen Tagen der allgemeinen Bewegung der Für-sten und Völker geschah es, daß er Katharina Paulowna (s. d.), die Groß-fürstin v. Rußland , in dem Glame ihrer seltenen Eigenschaften kennen und da-durch aiich lieben lernte. An ihrer Seile fühlte er sich glücklich zu Paris und Lon-don, und zu Wien , wo die mächtigsten Herrscher für du Wiederherstellung des zer-rissenen Europa sich die Hände boien, k. in es zum Bundesschluß zweier Herzen, diesich gegenseitig verdienten, Unt.r den Augen eines iheilnehmenden Volks verlebteder Fürst niit s. Gemahlin in musterhafter Einfachheit ungetrübte, aber leider nurkurze Tage des Glücks; denn nachdem die allgemein verehrte, hohe Frau dem Lan-de 2 Töchter gegeben halte, versetzte sie dasselbe durch ihren Tod (9. Jan. 1819) intiefe Betrübniß. — Bald nach seiner Vermählung rief n ihn Regentenpstich-ten in eine höhere Stellung, wo es zu allen Zeiten schwer ist, die vorher gemachtenErfahrungen anzuwenden, noch schwerer, auch fernerhin aus der umwölkten Höheh-rab das Wahre zu sehen und der guten Vorsähe Kraft zu bewähren. KönigFriedrich starb unerwartet schnell am 30. Oet. 1816; Wilhelm sah nicht denKönig in ihm sterben, sondern den Vater. Den Antritt seiner Regierung, zu einerZeit, wo das Land überall einer hellenden Hand bedurfte, bezeichnete der erklärteWill«, da« Wohl des ihm von der Gottheit anvertrauten Volks gewissenhaft zubefördern. Weit entfernt, die landkundige Schuld gewisser StaatStiener streng aus-zumitteln und zu bestrafen, zog er nach seiner milden und großmüthigen DenkungS-art vor, statt der Strafe die Amnestie eintreten zu lassen. Ferner nahm er einigtharte und beschwerliche Verordnungen der frühern Regierung zurück; er erleich-terte die Lasten des Volks; er b-schränkte vor Allem sich selbst in seinem Aufwan-de; er gab seinem Hofe eine Einrichtung» welche, fern von Kargheit wie vonübermäßiger Pracht, Unterschleife, wie sie seit vielen Jahren stattgefunden hatten,unmöglich machen sollte. Er that alles Mögliche, um durch Einkäufe in der Ferneder Noth zu steuern, welche durch Mißwachs und Mißbrauch eingerissen war.Wohlthätig wirkten die Armenvereine, die aller Orten auf Veranlassung seinerGemahlin gestiftet wurden und unter ihrer obersten Leitung standen. Das Wich-tigste war, das vereinte Land durch eine Staaisverfassung zu beruhigen, die unsererZeit und den besondern Verhältnissen WürtenibergS angemessen entsprechend wäre.Vornehmlich von dem Freih. v. Wangenheim, damals Staatsminister, der schonvorher durch s. „Idee der Staatsverfassung" sich zur Leitung der Verhandlungenmit den wiedereinberufenen Ständen den Weg gebahnt halte, ward auf des KönigsBefehl ein schon unter seinem Vater begonnener Dcrsassungsentwurs mit einigennähern, dem Volke günstigern Bestimmungen vollendet. Dem König gelang abernoch nicht, was er zum Besten des Volks beabsichtigte. Zwischen den Räthen desKönigs und den Sprechern des Volks kam es zu lebhaften, aber erfolglosen Erör-terungen, denn wie von der letztem Seite die alten Gerechtsame des Landes nach-