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Zwölfter Band. W bis Z.
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Wilhelm I. (Kurfürst von Hessen )

er zur Bekämpfung der im Aufstande begriffenen nordamerikanischen ffolonienMannschaft stellte. Dann zog er, 2 Jahre später, von Friedrich d. Gr. zum Ge-neralmajor ernannt, in den bairischen Erfolgekrieg. Beide Umstände, der reicheSold, welchen er für seine Truppen von England empfing, und das Gewicht, da«ein großes Heer dem Könige von Preußen verlieh, scheinen seinem Geiste die vorwal-tende Liede für das Soldatenwesen eingeimpft zu haben. Sich diesem in noch grö-ßerm Umfange zu widmen, fand er Gelegenheit, als er nach dem Tode seine«Vaters (1785) die Regierung der sämmtlichen hessen -kasselschen Länder erhielt.Auch in Kassel , wohin er seine Residenz verlegte, und wo der schwache, verschwen-derische Vater viele Mißbräuche hatte aufkommen lassen, bewies sich der LandgrafWilhelm (IX.) al« ein strenger, thätiger, das Beste seiner Unterthanen redlichwollender Fürst, dessen Gerechtigkeitssinn aber oft Härte, dessen SparsamkeitGeiz, dessen Soldatensucht ein schwerer Fluch des Landes wurde. Er regiertehöchst selbständig, kannte die Verhältnisse seiner Länder und ihrer Bewohner undhielt alle seine Beamten in strenger Zucht und Drdnung, indem er gern sich deckLandmann« annahm, ihn als sein Eigenthum betrachtend. Er hielt auf guteRechtspflege und Polizei, auf Verbesserung des Schul- und Kirchenwesens; fürst-lichen Glanz zeigte er besonders in der Neigung zu schönen Bauten, durch die erseine Residenz, deren Umgebungen, wie auch Hof-Geismar, Nenndorf, Wil-helmsbad und Schwalheim verschönerte, und in Soldatenparaden. Der ersteVersuch, welchen er machte, im Vertrauen auf sein Heer, sein Gewicht unterden Fürsten Deutschlands geltendzumachen, war, daß er ein hessisches Lehn, einenTheil der Grafschaft Schaumburg , besetzte, als der regierende GrafPhilipp Ernstvon Schaumburg-Lippe 178? starb, dessen unmündigen Sobn Landgraf Wil»Helm wegen einer nicht ebenbürtigen Großmutter nicht für leimst.,h-' anerkennenwollte. Doch die Reichsgerichte, der Kaiser, Preußen und Engla, nahmen sichdes jungen Grafen an, und der Landgraf mußte, zu seinem großem V orusse, nachvielem Widerstreben, das besetz'e Ländchen räumen und verursachten schaden undKosten ersetzen. In dems. I. schloß er mit England einen neuen S'ibftoientractardemzufolge er 12,000 M. stellte und dafürjährlich 675,000 Kronembale, empfing.Nähere Anregungen zu Kriegsrüstungen fand er in dem Ausbruche -er frani. Re-volution, welche indeß, b st ausgezeichneter Tapferkeit der Hessen , neu Erfolgherbeiführten, welchen sich der Landgraf und seine Verbündeten davon verhieüen.Durch ein Lager bei Bergen von 8000 M. deckte der Landgraf 1790 die .krönung Leopolds II. gegen einen möglichen Überfall franz. Seus; dann > mmit gleicher Heereszahl gegen Frankreich , an der S-stte der preuß. Armee, stihnen -Lieg und Mißgeschick theilend; die glänzende Wiedererokerung Franks, -a. M. d. 23. Dec. 1792 gehörte allein den Hessen . In den nächstfclg. I. wua.-das Hessencorps, in Flandern und Westfalen beschäftigt, nn engl. Ltolde aus12,000 Mann. Doch dem Kriege machte, auch für den Landgraftn, unter preuß.Verwendung der baeler Friede d. 28. Aug. 1795 ein Ende. Die jenseits deniRhein gelegen.n Besitzungen des Landgrafen blieben bis aufweitete Bestimmungim franz. Besitze, seine übrigen Länder wurden in den Neutralstätckverein geichlossen, der mittelst einer miliiairischen Dcmarcationslinie das nördliche Deutschland sicherte. Im luneviller Frieden endlich, unter d. 25.Febr. 1801, erhielt Wilhelmmit der Kurwürde, und im Besitz derselben W lh-stm I. genannt, für den Verlustvon - HW. und 2500 Einw., die er am linken Rheinufer abrrat, 5>HVi. mit14,000 Einw., durch mehre ihm ertheilte ev'mals kurmainzische Ämier und dieReichsstadt Geknhausen. — Unter manchen Vorzeichen des herangehenden Un-glücks regierte der neue Kurfürst seine Staaten in gewohnter Thätigkeit, r-pparlai»-keitund Soldatenliebe, und im unerschütterlichen Hasse gegen Frankreich , gezwun-gen, sich der Politik Preußens anzuschießen, dessen schwankende Politik ihm weder