Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Wilhelm (Markgraf von Baden)

z.'ndffen>Waffenthaten der Hauptarmee müßig in Danzig liegen; erst als schon derRückzug von Moskau begonnen hatte, durfte sie den furchtbaren Schauplatz be-treten. Am 28. Vept. langte sie, sehr geschwächt an Menschen und Pferden, beiSmole.isk an, zeigte aber mitten unter allen Schrecknissen die rühmlichsic Aus-dauer, was ohne Zweifel der Persnlichkeit des Markgraf n angerechnet werdenmuß. Der Herzog v. Belluno setzte auch auf ihn und die badischen Truppen seinHauptvertrauen, und bewies dies bei mancher Veranlassung, zuinal in kritischenAugenblicken. Die badische Brigade besetzte Witepsk und einige andre Orte. Eska-n vo.n 30. Oct. an zu verschiedenen Erfechten, in welchen sich die badischenTrupp.» durch besonnenen Muth auszeichneten. Beim Rückzüge des 9. Corps er-hi t der MarkgrafWühelm Befehl, die Arriergarde nöthigenfalls zu unterstützen.Als diese bei dem Dorfe Datury auf einem sehr ungünstigen Terrain in eine miß-lich- Lage gmieth, übernahm der Markgraf die Leitung des Gefechts, und manoeu-rr t' ko geschickt, daß der Ruckzug ungehindert stattfinden konnte. Beim liber-aang über die Berezina wurde der Markgraf in ein sehr ungleiches Gefecht mit denRussn verwickelt. Er zog emige Verstärkung an sich und ließ nun mir dem Ba-jonett uii Elurmbchritt angreifen. Die Truppen waren voll Muth und Vertrauen,und die Anordnungen des Markgrafen wurden so rasch und so genau ausgeführt,daß die Feinde die Stellung verlassen mußten. Nach dem Gefecht übernahm erdas Commando der sämmtlich» Infanterie des 9. Corps und führte sie mit großenBeschwerlichkeit.» über die Derezina. Der Feind drängte von allen Seiten, täg-lich hatten Gesuchte statt, wobei sich die badischen Truppen noch immer durch guteHaltung und Tapferkeit auszeichneten. Bei Malodeczno (am 4. Dec.) war derletzte blutige Tag für sie. Durch einen raschen Angriff mit dem Bajonett und dielr.sfliche Disposition desMarkgrafen wurden hier die Russen in einem Augenblickzurückgeworfen. Bei seiner Ankunft in Wilna hatte der Markgraf außer einerAn-ahl Ofnciere noch 50—60 Unlerofficicre und Soldaten. — Im Auguü 1813führte Markgraf Wilhelm als Generallieutenant die zweite Hälfte des badischenContingeni« nach Sachsen und übernahm das Commando des Corps. Unter ihmbefehligten die Generale Stockhorn und Drückner. In den entscheidenden Tagenvon 11. —19. Oct. commandirte er in Leipzig , wo er am 19. mit den Allürtencapiiulirte. Seine Truppen legten die Waffen ab, wurden jedoch nicht als Kriegs-gefangene betrachtet. Man halte ihm Anträge gethan, sich mit den Verbündetenzu vereinigen, was er aber ablehnte. 1811 befehligte der Markgraf die Blockadenvon Strasburg, Landau, Pfalzburg , Busch, Lichienberg und Lützelstein, undführte zugleich den Oberbefehl in Unterelsaß. Seine Abtheilungen bestanden ausOstreich- », Russen und Bundeskruppen. Die Monarchen wußten seine Verdienstezu würd a», unc er erhielt das Grsßkreuz des St.-Annen- und Stephansordens.Da- sf. 1815 ruf ihn zu dem Congresse nach Wien , wo die Angelegenheiten desbo scheu Hauses eine umsichtige männliche Einwirkung federten. Nach Napoleons R *kehr von der Insel Elba erhielt er das Obercommando der Blockaden vonS hlettstadt und Neubreisach mit einem combinirten Corps von Ostreiche!», ba-liehen, wiütembergischen und Hessen -darmstädttschen Truppen. Nach Aufhebungder Blockaden ging er zur Belagerung von Hüningen , unter deni Erzherzoge Jo-hann, wo er eine östreichische, mit Wünewbergern und Hessen -Darmstädterncombinirre Division befehligte, welche die Schanze Abulucci wegnahm. Alsspäter die Interessen des badischen Hauses gefährdet wurden, ging er 2 Mal nachPetersburg , und die Gesinnungen, welche Kaiser Alexander bei dieser Gelegenheitan den Tag legte, müssen, zum Theil wenigstens, der Persönlichkeit des Mark-grafen verdanke werden. 1820 reiste er zur Herstellung seiner durch Krieczsbe-schwerden geschwächten Gesundheit nach Frankreich , welches außerdem seiner Wiß-begierde ein reiches Feld darbot. Jetzt lebt er, in würdiger Muße, den Wissen-