Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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313
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Wilhelm (Fürst zu Lippe-Bückeburg ) Wilhelmshöhe 213

schafften und sich selbst. Der londwirthschastliche Verein hat ihn zum Präsidentenernannt, welche Stelle er auch bei der ersten Kammer der badischen Landstünde be-kleidet, und überall zeigt sich der erfreuliche Einfluß seiner Humanität und seinesthätigen, vielseitig gebildeten Geistes.

Wilhelm Friedrich Ernst, Fürst zu Lippe-Bückeburg , s. Lippe.

Wilhelmsbad , Bade - und Vergnügungsort in der kurhess. GrafschaftHanau , j Stunde von der Stadt Hanau entfernt. Die erste Quelle dieses Badeswurde 1169 zufällig entdeckt, und seitdem unt. d. Namen des guten Brunnenshäufig besucht. Der verst. Kurfürst v. Hessen ließ hier, noch als Erdprinz, 1119prächtige, schön und beguem eingerichtete Gebäude aufführen, einen Park anlegen,und veranstaltete niedre a. Annehmlichkeiten für die Badegäste. Don ihm erhieltdaher der Ort den Namen Wtlhelmsbad. Es wird besonders von Frankfurt undHanau aus besucht, doch mehr seiner schönen Anlagen wegen und als Vergnü-gungsort, da man der Heilquelle, die vorzüglich gegen Nervenzufälle dienlich seinsoll, mindere mineralische Kräfte als andern Gesundbrunnen zuschreibt.

Wilhelmshöhe , früher Weißenstein, während der westfäl. ZwischenzeitNapoleonshöhe genannt, ein kurfürstl. hessisches, 1 Stunde von Kassel entferntesLustschloß, der gewöhnliche Somnieraufenkhalt des Kurfürsten. Natur und Kunstscheinen hier gleichsam gewetkeif rt zu haben, ein irdisches Paradies zu schaffen, undmit Recht werden seine Anlagen zu den merkwürdigsten in Europa gezählt. EineLindenallee, der es jedoch an guten Fußwegen fehlt, führt zwischen Häusern undGärten von Kassel bis an den Fuß des Hügels, wo die Anlogen beginnen; diese er-heben sich allmälig bis zum Gipfel des habichtswalder Gebirges, und gewährenentzückende Aussichten >n das weite reizende Thal, in dessen Mitte die Residenz liegt,und welches sich scher das User der Fulda hin bis zum Soergebirge erstreckt. DieHaupts,henswürdigkeiten dieses LustorlS sind: 1) dos kurfürstl. Schloß, von demlehtvwst. Kurfürsten durch den 1825 verst. Oberbaudirector Zussow im altrömischenStyl erbaut, und aus einem Hauptg bäude und 2 durch bedeckte Galerien mit dem-selben zusammenhängenden Flügel Pavillons b stehend. Das Hauptgebäude ist266 F. lang, 65 F. tief und einige 80 F. hoch. Sechs freistehende Säulen ionischerOrdnung, welche 41 F. in der Höhe und 5j F. im Durchmesser enthalten, trogenden Fronkon. in dessen Mitte eine runde, 48 F. hohe Kuppel hervorragt. Zeder derbeiden Pavillons ist 115 F. lang, 60 F. breit und 65 F. hoch ; auf beiden Seitensind 8 Säulen ionischer Ordnung angebracht. 2) Die große Fontaine, eine Wasser-säule, welche, mehr von der Natur als Kunst begünstigt, aus einem kleinen Stein-hügel in der Mitte eines großen Teiches emporsteigt und bei gewöhnlichem Wasser-anlaß die Höhe von 140, bei vollem Gebrauche des Wasservorraihs aber 190 F.erreicht, bevor sie, in einen Llaubregen verwandelt, auf den Spiegel des Bassinsherabsinkt; im Durchmesser enchält dieselbe 9 Zoll. 3) Der große Wasserfall oderAguäduct, die in allrömischem Styl aufgeführte Ruine einer über 14 weitgesprengteDogen angelegten Wasserleitung. Der Wasserzufluß (für jede Stunde 2800 Ohme)wird aus einem dahinter befindlichen Behälter in die breiten Kandeln geführt, strömtmit Schnelle und Heftigkeit durch diesilben und stürzt sich zusthk eineHöhe von 104F., 18 F. breit und 1 F. im Durchmesser, auf eine malerisch geordnete Felsengruppeherab. 4) Die Teufelsbrücke, welche über einen von einem Felsen herabkommendenWassrsturz von fast gleicher Höhe, aber größerer Breite als der Aguäduct, führt.

5) Der sogen. Sieinhöfer'sche Wassersall, ein romantischer Waldwassersturz, wel-chen der Aufseher der hiesigen Wass rleitungen, Steinhöfer, in einem Waldgebirgeangelegt hat. Zwischen wild durch einander gewachsenen Bäumen und Gesträuchenstürzt sich hier l as Wass-r über mächtig- Stemklumpen und Felsstücke, welchevon derNatur selbst aufeinander gelhürmt zu sein sch.inen, in den Abarund hinab.

6) DieLöwendurg, die künstliche Rume einer allen Ritterburg, aus deren gothischen