Wilken
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Wilhelinsstein
seinen kräftigen Arm stützt, steigen; in dieser Keule haben 12 erwachsene PersonenRaum; es ist darin eine Thür angebracht, deren Öffnung theils die außerdem hierherrschende finstere Nacht in eine Dämmerung verwandelt, theils dazu dient, dieunbeschränkteste Aussicht bis zum Znselsberze bei Golha und bis zum Brocken hinzu gewähren. X. äl.
W i l h e l m s st e i n, s. Steinhuder Meer .
Wilken, (Friedrich), l). der Theol., königl. preuß. Historiograph, Ober»bibliothekar und Pros. an der Universität zu Berlin , großherzogl. dadischer Hof-rath, wurde am 23. Mai 1177 zu Rotzeburg geb., wo sein Vater Pedell bei dersachsemlauenburgischen Landesregierung war. Nachdem er seine erste Wissenschaft!.Bildung anfangs durch Privatunterricht, dann auf der mecklenburg-strelitzischenDvmschule seiner Vaterstadt erhallen hatte, bezog er 1795 die Universität Götlin-gen, wo er zuerst Theologie studirte, bald aber ausschließend unter der LeitungHeyne's und Eichhorn'S sich den Studien der classischen und oriental. Philologieund der Äeschichr. widmete. Auch war er von 1797 — 99 Mitglied des Philolog.Seminariums. 1798 erhielt er für eine kritische Arbeit über die Nachrichten desSultan Abulfeda von den Kreuzzügen einen von der ph losoph. Facultät zu Göt-kingen ausgesetzten Preis. Dieser erste luerarische Versuch veranlaßte ihn hernachzu einer ausführlichen Bearbeitung der Geschichte jener merkwürdigen Begeben-heiten. 1800 trat er zu Gbtüngen als Repetent der ih.olog. Facultät in die Reiheder akademischen Docenten, nahm dann 1803 die ihm von dem Grafen v. Wall-NiodewGimborn angetragene Stelle eines Instructors des Fürsten Georg Wilhelmv. Schauinburg-Lippe an und begleitete diesen edlen jungen Fürsten auf die Univer-sität Leipz-g und später «»feiner Reise in das südliche Deutschland . 1805 folgte erdem Rufe als außerordentl. Profi der Geschichte an der damals neugegründetenUniversität Heidelberg , wurde 1807 ordentl. Profi und 1808 Direclor der dorti-gen Universitätsbibliothek, welche er das Glück hatte, in wenigen Jahren bedeutendvermehrt zu sehen. Die l8I5 stattfindende allgemeine Zurückfoderung der von denFranzosen geraubten Schätze d.r Wissenschaft und Kunst erweckte in ihm den küh-nen Gedanken, die im dreißigjährigen Kriege von den Baiern geplünderte und demPapst Urban VIII. geschenkte Palatinische Bibliothek ebenfalls für die UniversitätHeidelberg zurückzufodern. So viele Schwierigkeit auch diese Reclamatisn einesSchatzes fand, dessen Besitz der römische Stuhl für verjährt und durch sast200jäh-rige Dauer fürgeheiligt achtete, so traten doch günstige Umstände ein, welche widerErwarten einen glücklichen Erfolg herbeiführten. Vornehmlich ist in dieser Hinsichtdie äußerst thätige Verwendung der preuß. und östreich. hohen Ministerien, insbe-sondere der Herren W. v. Humboldt, v. Alkenstein und v.Wessenberg, dankbar zurühmen. N cht wenig wirkte dabei der Umstand, daß die Römer in dem Wahnestanden, Heidelbergsei eine preuß. Lladt; daher wurden auch die zurückgegebenenpalatinischen Handschriften eigentlich dem Könige von Preußen von dem PapstePiaS VII. zum Geschenk gemacht. Den beiühmien Bildhauer Canova, welcherohne alle genaue Instruckion über die Gegenstände seiner Reclamatwn als päpstl.CommliiariilS nach Paris gekommen war, machte sich W. verbindlich durch dieMittheilung des 1805 zu Leipzig gedruckten Verzeichnisses der aus dem Vakicangeraubten Handschriften und Kunstschätze; und dieser Künstler verwandte sich selbstbei dem Cardinal Eonsalvi füd die B- w lligung der Heidelberger Foderung. Es wur-den also zu Paris , wohin W. im Herbste 1815 als Comm ssarius der großherzogl.badischen Regierung gereist war, 88 griech., lat. und franz.-Handschriften. unierwelchen sich der schöne Codex der griech. Anthologie befand, und späterhin 853deutsche Manuskripte zurückgegeben. W. fand in Rom , wohin er im Frühling1816 geschickt wurde, bei dem Papste Pius VII. , dem Cardinal Consalvi, meh-ren andern Cardinälen und Gesandten eine sehr freundliche Aufnahme. Die Bi-