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tüchtigen Waidmanne, die Jägerei, und suchte sich au« den Erstlingsfrüchtender Forstliierakur, aus den Schriften eines Döbel, Deckmann, Zanlhier, Ma-ser, Eramcr u. A. sür die forstwirkhschaiilich- Ausbildung eine kräftig re Nah,rung zu verschaffen, als der waidmännische Lehrprincipal anbieien konnie. Nachder gänzlichen Ausbildung und Befähigung in beiden Fächern meldete sich W. umeine Anstellung im Jagdfache am sachs. Hofe, wurde aber mehrmals zurückge-wiesen, weil in seinem Stammbaume, den er herkömmlich vorlegen mußte, dieReihe seiner Ahnen durch eine sogen. Mißheiralh eines seiner Altvordern mit ei-nem bürgerlichen Frauenzimmer unterbrochen war. Er lebte nun einige Jahre aufseinem Fam'liengute, trieb kort den Lantbau, die Jagd und Forstwissenschaft mitErweiterung seiner Kenntnisse in diesen Fächern. Ohne Aussicht aus Anstellungin Sachsen begab sich Hr. v. W. hierauf in fürstl. dessausiche Hofdienste, mit derAbsicht, dort in die Forstdiemie überzugehen, welches ihm auch zugesichert wor-den war. Allein er wurde, obschon begünstigt von dem damaligen ErbprinzenFriedrich, Vater des jetzigen Herzog«, abermals getäuscht und musste eine bittereZurücksetzung erfahren. Im Schmerzgefühl über die gescheiterte Hoffnung undverlorene Zeit legte er s. Hofstelle nieder, in welcher er abermals Gelegenheit ge-funden hatte, seine Kenntnisse und Erfahrungen, besonders in Betreff des Be-triebes der Parforcejagd, zu vermehren. Nach seinem Abgänge von Dessau wohnteer wieder auf dem Lande unweit Leipzig , wo er am Arme der Musen und im Cir-kel edler Freunde, von welchen der Hofrath Spazier, der Slifirrath Koch u. A.M-, besonders aber der unsterbliche Dichter, v. Thümmel, zu nennen sind, einstilles, ruhige- Leben führte. Zu Obernitzschka arbeitete er sein class.,,Handbuch fürJäger ic." (8 Lhle.) aus, welches durch seine praktische Gediegenheit ihm einen wohl-verdienten Ruhm gründete und nun in seiner 2. Aussl. (1820—22) eine der erstenStellen in der Jagdlikeratur einnimmt, 1810 übertrug ikm der k. bairische Kämme-rer, Freiherr v. Thüngen , die Administration der beiläufig 10,000 bair. Tagwerkebetragenden Waldungen der Familie v. Thüngen , und er führt sie seit 1813 thätigund ämsig mit einem Erfolg«, der nicht zweifelhaft sein konnte. Nach manchen er-duldeten Unft...en des Lebens lohnte den Edeln auf der ruhiger gewordenen Bahn dasVertrauen der genannten Gruntherrnfamilie, die Freundschaft der ausgezeichnetstenForstmänner Deutschlands , eines Bechstein, Eotta, Harlig, Laurop, v. Wil-dlingen, Witz'ieben u. A., die Aufnahme gelehrter Vereine in ihre Mitte und dieVerehrung des ganzen waikmännischen Publicums. Außer dem obengenannkenJagdhantbuche hat derselbe vule Aufsätze in Encyklopädien, Zeitschriften und Ta-schenbücher geliefert.
Winckelmann (Johann Joachim). Dieser um Kritik und Geschichteder Kunst, sowie um das Studium der Antike unsterblich verdiente Gelehrte, geb.d. 0. Dec. 1117 zu Ttendal in der Altmark , war der Lohn eines Schuhmachers.Auch die äußerste Dürftigkeit konnte seine früh erwachte Neigung zum Sludiren- nicht unterdrücken. Er besuchte die Schule seines Geburtsorts, deren würdigerRector ihn bald liebgewann und zu- sich ins Haus nahm; und als dieser alte L hrcrblind geworden, war W. sein Führer und Vorleser und genoß dafür seiner beicht en-den Unterhaltung. Mit einem guten Grunde im Griechischen und Lateinischen ging er 1135 nach Berlin auf das kölnische Gymnasium, und wanderte von dortnach Hamburg , um aus des berühmten Fabricius Bibliothek einige alte Elassikerzu erstehen, wozu er sich das Geld unterwegs bei Pfarrern und Gutsbesitzern erbat.Zu Ostern 1138 bezog er ti Universität Halle, lebte während seines 2jährigen Auf-enthalts daselbst von einem kleinen Stipendium und von Unterstützungen, und da ihn-as Studium der alten Literatur und schönen Wissenschaften mehr anzog als dieTheologie, so vernachlässigte er die Eollegien, besuchte aber desto fleißiger die Bi-bliotheken und beschäftigte sich mit den Alten. Nach einem mißlungenen Versuche,