Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Winckelmann

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Paris und Rom zu besuchen, war er!1741 Hofmeister bei dem Rittmeister v. Groll-mann zu Osterburg, besuchte sodann Jena, wo er italienisch und englisch lernte, undging 1712 als Hauslehrer zu dem Oberamtmann Lamprecht in Heimersleben beiHalberstadt . Hier beschäftigte er sich vornehmlich mit Geschichtsstudien. 1743 er-hielt er das Conrectorat an der Schule zu Seehausen in der Altmark . So nieder-drückend auch seine Lage sowol als seine Amtsbeschäftigung hier war, so ertrug er siedoch 5 Jahre, während welcher er mit unermüdlichem Eifer seine Studien fortsetzte.1748 wandte er sich an den Minister, Grafen v. Bünau, nach Nöthenitz beiDresden , und bot sich ihm zum Bibliothekar an. Der Graf hatte zwar einen Bi-bliothekar, erklärte sich aber bereit ihn als Bibliotheksecretair mit 80 Thlrn. Gehaltanzustellen. W. nahm froh das Erbieten an und verlebte einige Jahre zufrieden,theils mit eignen Studien, theils mit Arbeiten für den Grafen beschäftigt. DieNäh' Dresdens mit seinen reichen Kunstschähen und die Bekanntschaft mit einigenKünstlern erweckten in ihm die Liebe zur Kunst, deren praktischer Ausübung er sichgern noch gewidmet hätte, wenn er nicht bereits zu alt dazu gewesen wäre. Erfühlte, daß er seine Neigung auf das theoretische und geschichtliche Studium derKunst beschränken müsse. Von entscheidendem Nutzer, für ihn war die Bekannt-schaft und der Umgang mit Lippert, Hagedorn und Öser. Er lernte die verschie-denen Schulen der Kunst, den eigentlichen Charakter der Künstler und ihrer ver-schiedenen Manieren, sowie auch das Materielle der Kunst kennen. Jetzt richteteer alle seine Wünsche auf Italien , das Vaterland und den Wohnsitz der Künste.Das Anerbieten des päpstl. Nuntius, Archinto, der W.'s Gelehrsamkeit schätzte,ihm in Rom eine Biblioihskarstelle zu verschaffen, war daher zu anlockend, als daßdie damit verbundene Bedingung der Religionsänderung ihn hätte abschrecken sollen.Die Unterhandlungen zogen sich indeß in die Länge, bis endlich des Königs vonPolen Beichtvater, der Pater Rauch, die Wache so leitete, daß W. mit einer klei,neu Pension ganz unabhängig in Rom leben konnte. Er trat 1751 förmlich zurrömischen Kircheüber, und verließ die Dienste des Grafen Bünau, um in Dresden ganz dem Studium der Kunst zu leben. Die erste Frucht desselben waren die „Ge-danken über die Nachahmung der griech. Kunstwerke" (1755), die sowol des In-halts als der Schreibart wegen den Beifall der Kenner erhielten, wenngleich dieZueignung an den König, dieaufBrühl's Rath geschehen war, zufällig unbeachtetblieb. Um die Wirkung seiner Schrift noch zu verstärken, griff W. selbst sie ineiner zweiten an und vertheidigte sie in einer dritten. Endlich waren alle Hindernissebeseitigt, und W. reiste im Herbst 1755 mit einer königl. Pension von 200 Thlrn.auf 2 Jahre nach Rom ab. Hier fand er bald Freunde und Beschützer. Der Hof-maler Dietrich hatte ihn an Rafael Mengs empfohlen, mit dein er schnell in einvertrautes Verhältniß trat. Die gelehrten und kunstliebenden Cardinäle Passioneiund Albani kannten ihn durch Archinto, der inzwischen Cardinal und Sraatsftcre»tair geworden war, und interessirten sich für ihn, und des Papstes Leibarzt Laurentiwirkte ihni sogar eine Audienz bei Benedict XI V. aus, der ibn leutselig aufnahmund seines Schutzes versicherte. W. überließ sich jetzt dem Anschaum und der Be-trachtung aller und neuer Kunstwerke, auch mach'ecr einige schriftstellerische Pla-ne, ohne jedoch Etwas auszuführen; die Idee einer Geschichte der alten Kunstschwebte ihm vor. aber noch fehlte es ihm dazu an Klarheit der Begriffe und an Er-fahrung. Iin Frühjahr 1758 besuchte er Neapel , wo er die Bekanntschaft derausgezeichnetsten Männ r machte und durch sft den Zutritt zu den Alterthümernvon Poriici, Herculanum und Pompeji erlangte, Nach IOwöch ntlicher Abwe,senhett kehrte er ni I einer reichen Ausbeute von Bemerkungen und Kenntnissen nachRom zurück, die er zum Theil in seinen B richten über die herculanischen Alterthü-mer, welche er für den Kurprinzen von Sachsen einsandte, wed-rlegte. Im Sept.1758 reiste er auf di? wiederholte Einladung des Grafen MunzebStofch, der durch