326
Winckelmann
Erbschaft von seinem Oheim im Besitz einer der schönsten und reichsten Gemmen-,sammlunzen war, nach Florenz , wo er g Monate verweilte, um jene Sammlungzu ordnen und zu verzeichnen. Dieses Verzeichnis das er im nächsten Jahre aus»arbeitete, erschien zu Florenz u. d. T.: ,,l)s,ui iption -les pim > 05 <ln 13,1
linro» ,Io 8l-»u!>". Um diese Zeit nahm W. die ihn« angebotene Stelle als Bi-bliothekar und Aufseher über die Alterthümer des Card. Albam, mit freierWohnung und 120 Scudi Iahrgehalt an. Er halte seine Geschichte der Kunstzwar angefangen, fand aber bei seinem schnellen Fortschreiten den ersten Entwurfbald zu durstig und beschloß, ihn völlig umzuarbeiten. Im Sommer 1760 en-digte er die „Anmerkungen über die Baukunst der Alten", die 2 Jahre später inDeutschland erschienen. Verschiedene Anträge lehnte er ab; der Aufenthalt inRom ward ihm immer lieber, und er dachte daran, für immer dort zu bleiben. Dader Cardinal Albani Bibliothekar der Vaticana geworden war, so hatte er Hoffnungauf die erste erledigte Stelle an derselben, mithin aufeine lebenslängliche Versor-gung. Schon früher war ein angeblich altes Gemälde, Jupiter und Ganymed,in Rom zum Vorschein gekommen uns von W. in seinen Briefen als -ins der schön-sten Alterthümer gepriesen worden, obgleich Viele es für ein Werk von MengS hiel-ten; Zu einem noch schlimmern Irrthum verleitete ihn jetzt Casanova, der eigens,mn der Kennerschaft seines Freundes einen Streich zu spielen, 2 Gemälde ver-fertigt hatte, die W. für echt nahm und sogar in seiner „Geschichte der Kunst" be-sch.ied. Erst nach dem Druck der letzter» entdeckte er den Betrug. 1762 besuchteW. in Gesellschaft des Grafen Brühl abermals Neapel und deffen merkwürdigeUmgebungen, und übergab seine daselbst gemachten Entdeckungen und Bemerkun-gen bald darauf dem Publicum in dem Sendschreiben an den Grafen v. Brühl überdie Herkulanischen Entdeckungen. Der Plan einer Schrift zur Erläuterung schwererPunkte in der Mythologie und den Alterthümern erweiterte sich ihm unlrr den Hän-den zu einem größer» Werke Mit vielen K., das, 5 Jahre später, u. d. L.:„hlonumenli sutiolii inestiti", in ital . Sprache und für die Italiener bestimmt,ans Licht trat. 'Auch legte er, da die „Geschichte der Kunst" in der Handschrift voll-endet war, die Hand an die längst beschloffene Schrift über die Allegorie, welcheaber erst 1766 erschien. 1763, gab er eine andre kleine Schrift, über die Empfin-dung des Schönen, heraus. Ähnliche Mittheilungen an seine Freunde über Ge-genstände der Kunst sollten folgen , blieben aber unausgeführt. In dems. I. er-hielt er endlich die Stelle eines Oberaufsehers aller Alterthümer in und um Rom mit einem monatlichen Einkommen von 12 — 15 Seudi, und zugleich ein zählst.Wartezeld von der vatikanischen Bibliothek, bis ein Seriltorut an derselben ledigwürde. Dadurch wurde seine Lage in Rom gesichert, und als im nächsten Jahreauch die Unterhandlungen mit Friedrich II. wegen einer Anstellung in Berlin sichzerschlagen hatten, beschloß er um so mehr, für immer dort zu bleiben. ImAnfange 1764 erschien endlich zu Dresden sein Hauptwerk: „Geschichte derKunst". In dems. Frühling machte er mit Volkmann und Heinr. Fußli eine dritteReise nach Neapel , deren Ergebnisse er in den „Nachrichten von den neuesten her-culanischen Entdeckungen" bekanntmachte. Den größten Theil 1766 widmeteW. der Ausarbeitung des 11!-u>>r.-i>> pralin-inare seiner „U>>»un>onii inv-liti",einer neuen Durchsicht und dem Druck derselben. Die Kosten dazu bestrltt er selbstseit 1764, wo Casanova, dir sie bis dahin vorgeschossen halte, nach Dresden reiste. Um die Mangel der ersten AuSg. seiner „Geschichte der Kunst" einstwe.lenzu ersetzen, ließ er 1767 Annierk. dazu erscheinen, arbeitete ober inzwischen mitgroßem Eifer an einer 2. Ausgabe dieses Werks. Zugleich erwachten in ihm alteReiseplane nach Gnechenland, die er jedoch verschob, um Berlin zu besuchen, woftme schichte der Kunst ' in -merfrae.:. Übersetzung erscheinen sollte, und wo er