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Zwölfter Band. W bis Z.
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Winfried Winkler (Johann Heinrich) 331

sich ein wohlangelegter Aorten aus, worin sich ein zweites Gebäude befindet, wel-ches die Prinzessinnen bewohnen.

Winfried, s. Bonifaz der Heilige.

Wingolf, s. Nordische Mythologie.

Winkel. Zwei Linien oder Flächen, die, von verschiedenen Richtungen aus-gehend, einander schneiden, bilden in in ihrem Durchschnitte Winkel. Dieser Punktheißt dann der Scheitelpunkt. Sind die 2 Linien oder Flächen» die den Winkelausmachen und Schenkel desselben heißen, gerade, so entsteht ein geradliniger oderg'radfiächiger Winkel, im Gegentheil ein krummliniger odcr krummflächizerWinkel. Die Auseinanderspaniiung der Schenkel des Winkels, oder der Bogen,der von dem Scheitelpunkte, zwischen den Schenkeln, beschrieben und nach Gradengemessen wird, bestimmt sein Maß. Ist ein Schenkel des Winkels aus dem an-dern senkrecht, so nennt man den Winkel einen rechten. Das Maß desselben berrägt90 Grade. Ein Winkel, der kleiner als 90 Grade ist, heißt ein spitziger, und »inWinkel, größer als ein rechter, ein stumpfer. Zwei Wmk<l, die auf einer geradenLinie neben einander sich befinden und also einerlei Scheitelpunkt haben, sind zu-sammen so groß als 2 rechte und haben zu ihrem Maße 180 Grade, man nenntsolche Winkel Nebenwinkel. Schneiden sich 2 Linien oder Flächen, so sind dieeinander gegenüberliegenden Winkel, Berticalwinkel, stets sich gleich. KörperlicheWinkel sind solche, die von 3 oder mehren Flächen, welche in einem Punkt zusam-menstoßen, gebildet werden. — In der Kriegsbaukunst hat man eingehendeWin'el, deren Schenkel gegen das Feld, und ausgehende, deren Schenkel sichgegen A? Festung öffn-n. L. 8.

Winkelmesser, s. Astrolabium.

Winkler (Johann Heinrich), geb. am 12. März 1703 zu Wingendorfln der Dderlausitz, wo s. Pater, einMüller, damals lebte, erkielt von s. Matterund in -iner Privatschule in Lauban den ersten Unterricht. Die Bekanntschaft mitNatnrgegenständen, wozu ihm als Kind s. Umgebungen Gelegenheit gaben, unddie durch vas Geschäft seines Vaters angeregte Liebe zur Mechanik weckten in rei-fern Jahren s. Neigung zur wissenlchafik.chen Naturforschung. Als -r später inSwammerdams ..Historie der Insekten' die Abhandlung von den Bienen las,war ihm fast Alles b S auf die durch das Vergrößerungsglas angest llten Versuchebekannt. Bei emem geschickten Arzte, Adam in Lauban , sah er chemische Versuche;auch dies reizte schon früh f. Forschunosirieb. Von der dortigen Gelehrtenschulekam er 1721 auf die Universität Leipug , wo er bei frugaler Lebensweise unter Mül-ler, Ridiger, Börner, Pfeifer, Bernd, Menke und Gottsched Philosophie,Theologie, alte (auch die hrbr.) Sprachen, Geschichte und Beredtsamkeit studirte.Unter 6 Zuhörern, welche der voni Pros. IumuS enipfohlene Lehrer der Mathe-matik, Honold, bei dem Anfange seiner Vorlesungen halte, blieb gegen Ende desHalbjahrs nur W. mit einem s. Freunde. 1720 erwarb er sich das Recht, Vorle-sungen zu halten. Früher schon wollte ihn Ridiger bewegen, nach Jena zu gehen,um gegen den Philosophen Wols(s. d.) m Vorlesungen aufzutreten; allein W.'Szwar unzelehrnr, aber verständiger Vater äußerte, daß e« unklug gehandelt wäre,wenn ein junger Mensch gegen einen Mann, welcher jahrelang mit großem Ansehengelehrt hätte, breiten wollte. Als nachher W. Wolf'S Schriften studirte, warder für dessen Philosophie gewonnen und schrieb: „lnsiiiutinnes pbilnsopbiaoOVolli.innv ut.nusgus ooiiteniplnti, >o <-t notiv.ie" (1735), deren 3. Aufi. u. d.T.: „Institut, pliilos. Universum" (Leipzig 1763), erschien. Don 1731 —39verwaltete er des Amt eines 4. Lehrers an der Thomasschule zu Leipzig , hielt seit1737 Vorlesurgen über Erperimentalphysik, Psychologie, natürliche Theologie,auch über einzelne wichtig? Materien der Physik. Der Magistrat gab ihm seineZufriedenheit für den im Schulanue bewiesenen Fleiß durch ein ansehnliches Gc-