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Winkler (Johann Heinrich)
schenk zu erkennen, als W. da« Schullehreramt mit einer außerordentl. Professurder Philosophie an der leipziger Universität vertauschte. Aus den gelegentlichenWinken, welche er den unter seiner Leitung in der Beredtsamkeit sich übenden Stu-direnden gab, daß sie das Studium der Natur auch für diesen Zweck nicht vernach-lässigen sollten, entstanden die Schriften: „Von dem Sein und Wesen der See-len der Thiere" (1141—4b) und „Vernünftige Gedanken über die wichtigstenSachen und Streitigkeiten in der natürlichen Gottesgelahriheit" (1739). Zm I.1742 erhielt er die ordentl. Professur der griech. und lat. Sprache. Außer andernin das Fach der Philologie einschlagenden Schriften gab er „Pluto,,,; pbucstoxr.iea. el l-,k. o. not." (1744) heraus. Zn der Folge vertauschte er diese Pro-fessur mit der der Physik. Vorher aber gab er noch heraus: ,.1i>;ljl>,i!o„e; matl,«-niatioo p>,griene etc." (1738); „Anfangsgründe der Physik" (1763 u. 175b).Der Pros. der Mathematik in Leipzig , Christ. Aug. Hausen (st. 1743), und W.waren dir Ersten in Deutschland , durch welche die Eigenschaften der Elektricität,welche man seit dem Anfange der 40er Jahre des 18. Jahrh, in England undFrankreich , nach den schon früher darüber gegebenen Belehrungen des EngländersWill. Gilbert, näher zu erforschen angefangen hatte, bekannter wurden. DerErste bediente sich bei s. Versuchen einer durch ein Rad gedrehten Glaskugel; W.nahm mit Hülfe eines geschickten Tischlers in Leipzig (Ioh. Friedr. Giessing) eineVerbesserung der Elektrisirmaschine vor. Nicht nur solche nach s. Angabe ver-besserte Maschinen gingen nach England, sondern auch W.'S „Forschungen überElektricität" wurden ins Engl. übersetzt und den philos. Verhandlungen der Socie-tät der Wssensch. in London , deren Mitglied er selbst ward, einverleibt. Unstrei-tig ward auch Franklin (s. d.) bei Erfindung der Blitzableiter durch die von W.angestellten Versuche geleitet. W. machte 1743 in Gegenwart der damaligenfachs. Prinzen, Friedrich Christian und Taver, einiger der ersten sachf. Staatsmän-ner, namentlich auch des um die Wissenschaften hochverdienten Grafen v. Man,teufel, in der Folge auch in Gegenwart andrer fürstl. Personen und auswärtigerGelehrten, wie des Kanzlers Wolf in Halle, der Pros. Geßner, Hollmann ausGötlingen. und 1746 in Gegenwart desKönigS v. Polen , in dem Apel'schen Gar-ten mehre Versuche, welche auch auswärts große Aufmerksamkeit erregten. SeineWeilern Forschungen machte er bekannt in: „Gedanken von den Eigenschaften undWirkungen der Elektricität" (1744), welche ins Holländ. überseht wurden; „DieEigenschaften der elektrischen Materie und des elektr. Feuers, aus srrschlktenenneuen Versuchen erklärt und nebst etlichen neuen Maschinen zum Elektrischen be-schrieben" (174b); „Die Stärkerer elektr. Kraft des Wassers in gläsernen Ge-fäßen, welche durch den Mussckenbroek'schen Versuch bekannt geworden" (1746).Zn der letzten Schrift werden Blitz und Donner als Wirkungen der elektrischen Ma-terie aufgeführt. Zn Deutschland that W. die ersten Vorschläge zur Ableitung desBlitzes ins. Dissertation: „11« nverleiilli kulmlui; »«litian, cx ilnalrini, <4,:atri-cilaich" (1753). Er rieth, auf den Gipfel des Gebäudes eine lange Kelle odereinen 3 Linien dicken Draht zu ziehen, welcher weit von, Gebäude hinweg durchdie Luft gezogen und endlich an einem Pflock in dir Erde beftssgt würde. Er er-wähnt in dieser Dissertation nicht nur die durch Collinson in Lo»' o» bekannigemach-ten Forschungen Franklin'ü, Ruhman's u. A. über die Elektriciiät. sondern be-merkt auch ausdrücklich, daß Franklin die Idee der Möglichkeit, den Blitz abzu-leiten, zuerst gefaßt habe. Allein des Versuchs welchen Frank'in mit einem Di achengemacht haben soll, wird hier nicht erwähnt. Es herrscht aber auch in der Angabeder Zeit, wann düs geschehen s-m soll, große D r chiedenheit. Nach einigen An-gaben geschah es 1749. nach A. am 10. Mai 1752 und nach noch A. gar erst inder Nacht am 17, Aug. 1766. W. übersetzte auch Franklin's , Briese über dieElektricität". Er sta.d d. 18. Mai 1770. 11.