sperrt, welches man einige Fuß tief in die Erde gräbt. Unler den Vögeln sind auchdie Schwalben, nach sichern Zeugnissen, einem ähnlichen Winterschlafe unierwor»sen. Die Mauerschwalbe findet nian in Schottland nicht allein in den Ritzen allerGemäuer, sondern man hat sie auch oft aus dem Schlamme des Wassers gezogenund sie durch Wärme wieder erweckt, sodaß man daraus eine allgemeine Regel her«gelotet, die indessen keineswegs gültig ist, da sie vielmehr bekanntlich als Zugvogelim Winter wärmere Klimate aufsuchen. Die im schlämme gefundenen Schwan-ken sind höchst wahrscheinlich durch zufällige Ursachen aufgehalten, haben sich imRöhricht versteckt, und sind so in diesen Zustand verfallen. Auf ähnliche Weisehat man auch einst einen jungen Kuckuk erstarrt im Wasser gesunden, ohne daßbei diesen Vögeln der Winterschlaf Naturgesetz wäre. Bei den Fröschen hingegenund bei andern kriechenden Amphibien ist der Winterschlaf sehr gemein. Sobalddie äußere Temperatur unter 50° Fahrenh. sinkt, vermindert sich sogleich die Zahlder Herzschläge von 30 bis auf 12 in der Minute. Wenn man ihnen in diesemZustande mir Gewalt Futter beibringt, so findet man es nach gel aunter Zeit ganzunverdaut. Auch bleiben Frösche, Schlangen und Eidechsen, die man in einerkünstlichen Kälte erhält, oft Jahre lang in einem solchen Zustande. Daher kommtes, baß man bisweilen Kröten in Steinen eingeschlossen gefunden, die vielleichtviele Jahrhunderte darin gelegen. Auch die übrigen niedrigen Thiere, als Schne,cken und Insekten, halten bekanntlich ihren Winterschlaf. Einen unvollkommenenWinterschlaf findet man bei dem gemeinen Bären, der im Nov., wo er vorzüglichserr ist, sich in seinen Bau zurückzieht, den er mit Moos gefüttert hat, und so denWinter über selten erwacht. Aber wenn dies geschehen, pflegt er sich die Tatzen zulecken, die ohne Haare und voll kleiner Drüsen sind, daher man geglaubt hat, baß erseine Nahrung allein aus ihnen ziehe. Auch der Dachs verschläft den größten Theildeö Winters, indem er seine Schnauze in einen Fettbeutel am Hinterleib« steckt.
Wintzingerode. Diese Familie ist eine der ältesten deutschen im EichS«ftlde. Unserer Zeit gehören davon an: 1) Graf W., würtemberg. Staalsmi-nister, Großkanzler der k. Orden, geb. 1152. Er hatte sich früh dem Milikair-dienste gewidmet und war als Officier in hessische Dienste getreten; die Behält-nisse enthoben ihn aber bald einem ihm wenig angemessenen Lebenskreise und för-derten seine geistige Bildung durch Reisen und den Umgang mit den ausgezeichnet-sten Männern seiner Zeit, wobei er die Stunden seiner Muße dem eifrigen Stu-dium der Geschichte und Politik der neuern Zeit zu weihen Gelegenheit fand. Ohneden entferntesten Wunsch nach einer Staatsstelle gehegt zu haben, überredete ihnHerzog Friedrich (nachher Friedrich 1. König) v. Würtemberg, in würtembergischeDienste zu treten. Er wurde 1801 Minister der auswärt. Angelegenheiten und1806 erster Minister. Die Auszeichnung, mit welcher er an der Spitze der Re-gierung in der schwierigsten Zeit und Lage innern und äußern Stürmen begegnete,der Adel, die Kraft des Geistes und Charakters, die Gewandtheit und Geradheitin Behandlung der vielfachen Interessen des Sraats sind selbst von Denen aner-kannt worden, welche in ihm stets nur den Fremdling sahen und nicht fassen woll-ten, Laß Pflicht und Ehrgefühl ebenso große Triebfedern zu ekeln Handlungen seinkönnen als Vaterlandsliebe. Er nützte noch in der Zurückgezogenheii von den Ge-schäften, welche ihm vergönnt worden, indem er die Gesandtschaften an den Höfenvon Berlin, Dresden, Hgnover und Kassel übernahm; er lebte abwechselnd anden verschiedenen Höfen seiner Bestimmung, oder auf seinem Schlosse Bodensteinim Eichsfelde. Seil 1825 ist der General Grafv.Dismark an seine Stelle in jenenGesandtschaftsposten getreten. — 2) Gras W., ebcmaliger würtemb. StaatS-und der auswärt. Angelegenheiten Minister, Sohn des Vorigen, geb. 1ää8. Erwar früher Gesandter in Karlsruhe, München, Paris, Petersburg und Wien ,sowie un Hauptquartiere der Alliu ten während der Feldzüge 1814 und 1815. Ob-gleich er sich nicht der diplomatischen, sondern drr administrativen Laufbahn gewid -