Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
Seite
342
JPEG-Download
 

842 Wipperthak Wirkung

met hatte, so machte er doch, nachdem ihn der vorige König v. Würtemberg nurwenige Jahre in dieser gelassen hatte, in jener einen so schnellen Weg, daß er sie,nach 12 Jahren bis zu ihrer höchsten Stufe durchlaufen hakte. Er lebt jetzt, von^allen Geschäften getrennt, in der Zurückgezogenheit. — 3) Ferdinand Freih^v. W., russ. General der Cavalerie und Meneraladjutant des Kaisers, geb. 1770.Er verlebte eine stürmische Jugend; d-r Durst nach ehrenvollen Thaten trieb ihn1790 aus hesstsch n Diensten zur östreich. Armee in den Nieder!« iden, 2 Jahrespäter wieder m hessische Dienste, wo er am Rhein mitkämpfte, dann wieder unter >die Fahnen Östreichs, wo er bis zum Frieden von Campo-Formio aushielt. 1797ward er Major in russ Diensten, diente im Feldzuge von 1799 als Freiwilliger mitBewilligung Rußlands abermals unter Östreich und zeichnete sich in der Schlachtvon Slockach glänzend aus. 1802 wur)e er Generaladjurant des russ. Kaisers,leitete 1805 die Unterhandlungen mit Östreich und Preußen mit derselben Aus-zeichnung, mit w-lcber er bei Dürrenstein kämpfte. 1809 focht er wieder unterÖstreich bei Aspern und ward daselbst auf dem Schlachsselde zum F-ldmarschall-lieukenant befördert. In dieser Schlacht zerschmetterte ihm eine Kartätschenkugellden rechten Fuß. Als Napdleon gegen Rußland zog, war er, wie überall, woes Befreiung vom Franzosenjoche galt, de>' Ersten Einer, die sich unter der Fahneder Freiheit sammelten, Er wurde beim Verfolgen des Feindes in der Nähe vonMoskau gefangen, und Napoleon befahl, ihn sofort zu fustliren. Dieser Befehlwurde aus Rücklicht für die franz, Generale in russ. Gefangenschaft zurückgenom-men, und General W. gegen Wilna transportirt. Ein polnischer General, den erauf diesem Wege um die Erlaubniß ersuchte, sich einen Pelz kaufen zu dürfen, undder diese Bitte verweigerte, erhielt später durch W.'S Fürsprache eine vortheilhafteWiederanstellung in der russ. Armee. Der General Ezernitscheff befreite W. ausden Händen der Franzosen , und er ging nun einer Reihe von Siegen entgegen,welche ihn den berühmtesten Feldherren seiner Zeit an die Seite zu setzen würdigmachten. Die Schlachten bei Kalssch, Lühen, Dennewitz und bei Leipzig , derSturm von soissong und die Expedition gegen Napoleon bei St.-Dizier , welcheihm einen Ehrendegen mit Diamanten erwarb, wanden unvergängliche Lorbernum das Haupt dieses echtdeutschen, biedern und hochherzigen Mannes, der auch alsMensch , als Gatte, Vater und Freund die Liebe und Achtung Aller genoß, die inseinen Kreis traten. Er starb am 17. Juni 1818 zu Wiesbaden .

Wipperthal, das, auf dem rechten Rheinufer in der preuß. ProvinzJülich-Kleve-Berg, ist eine der gewerbfieißigsten Gegenden Deutschlands . Seit18i6 hat die Bevölkerung sowol als der Wohlstand dieses Thales sehr zugenom-men. Hier bstden Elberfeld (s. d.), Geniark, Ober-und Unterbarmen , Wip-perseld und Rittershausen beinahe eine aneinanderhängende Stadt mit den schön-sten Gebäuden und reichsten Fabriken und mehr als 40,000 Einw.

Wirbel (Carresianische), s. Descartes. ,i

W i r b e l w i n d, s. W i n d. a. u:

Wirklichkeit heißt das Ganze des Daseins in Zeit und Raum, KW In-begriff des Gewirkten; im engern Sinne aber und entgegengesetzt dem Eingebilde-ten oder den Vorstellungen der Einbildungskraft, das Dasein der Dinge, instssernes von un<e n Vorstellungen abhängig besteht. Die Wirklichkeit begreift somitsowol die Natur a'S die Geschichte nach ihren Erscheinungen. In einem engern«inn ober versteht man vorzugsweise darunter das Ganze menschlicher Verhältnisseoder die Gegenwart, und unterscheidet in Beziehung auf die Kunst die gemeine vonder Hähern Wirklichkeit.

Wirkung, jede durch eine Ursache (in der Physik durch eine körperliche)hervorgebrachte Veränderung, oder das Streben nach einer solchen Veränderung.Jeder Wirkung muß eine Ursache (uou^,) entsprechen (oe^ante o->>,üo. oeü-nt»llbetu-), und mit der Größe der Wirkung muß die Größe der zu ihrer Hervor-