Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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345
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Wissenschaftskunde Witt (Johann u. Cornelius de) 345

welchem das Einzelne als nothwendiges Glied erscheint, ist Einheit der Idee noth-wendig. Es muß ein Grundsatz da sein, nach welchem die Materie der Wissenschaft,die einzelnen Hergehörigen Erkenntnisse, zur Einheit des Ganzen verbunden sind.Alle andre Grundsätze, d e in einer Wissenschaft vorkommen, müssen von diesemHauptgrundsahe abgeleitet und ihm untergeordnet sein. Wissenschaftlich nenntman sonach eine Erkenntniß au? Principien, umhin zugleich eine solche, w lche dieZdee eine« Gegenstandes entwickelt und ihn so nicht bloß als seiend, sondern zugleichals werdend darstellt. Dieses ist im höchsten Sinn in der W ssenschaft schlechthinober in der Philosophie der Fall, welche nach den letzten Gründen oder reinen Prin-cipien forscht. Wissenschaft unterscheidet sich von Gelehrsamkeit (s. d.). (Vgl.Encyklopädie der Wissenschaften.)

Wissenschaftskunde sowol als Encyklopädie der Wissenschafts-lehre bezeichnet entweder im Allgemeinen die Theorie der Wissenschaft oder denje-nigen Theil der Logik, welcher die allgemeinen gesetzlichen Bedingungen derWissen-schaft überhaupt entwickelt, oder insbesondere, das von Fichte (s. d.) unter letz-term Namen aufgestellte System.

Witkgenstein (Ludwig Adolf, Graf), von dem ludwigsburgerAste desHauses Sayn (s. d.)-Wiktgenstein, geb. 6. Jan. 1769, russ. Generalfeldmarschall,Chef eines Hularen-Reg,, commandirle gegen Napoleon im Z.1812 fg. und führteden Oberbefehl in dem Kriege gegen die Pforte 1828. Er nahm 1829 s. Entlassungund ging aus s. Güter Kamenka. Sein Nachfolger war der General Graf Die-bitsch, vorher Chef des Generalstabes. (S. Rußland.)

Witt (Johann de), Großpensionnair von Holland, berühmt als Staats-mann, bekannt durch sein tragisches Ende, gib. 1625, war der Sohn des Bürger-meisters Jakob de Wilt in Do,nicht. Schon dieser kam als Gegner des PrinzenWilhelm I >. v. Oranien für geraume Zeit in den Kerker. Zoh.de W. erbte von ihmden Haß gegen das Haus Oi anien, die Grundsätze des Republikaners. Nach sorg-fältiger Ausbildung s. Talente trat er in die Dienste s. Vaterstadt, und war einer derTepulirten. die die-Liaaten von Holland 1652 nach Z^eland schickten, diefeProvinzvon den Maßregeln abzubringen, dieWülde eines Geueralcapitains aus den jungen(2jährigen) Prinzen Wilhelm lll. v. Oranien überzutragen. Seine Beredlsamkeiterwarb ihm hier das allgemeine Vertrauen. Allein es zu erhalten, war während derGäkrungen, die in den Generalstaaten tobten, fast unmöglich. Eine Partei wolltewährend desKrieges, den England mit Holland führte, dem Prinzen Wilhelm III. immer mehr Macht und Würde eingeräumt wissen. Eine andre, W. an ihrerSpitze, suchte diesem alle zu entziehen und die Statthalterschaft gänzlich aufzuheben.Der Krieg mit England, bald glücklich, bald unglücklich geführt, hatte Lähmung desHandels, Unwillen des Volks gegen die letztere Pariei zur Folge, den jene, die ora-nische genannt, um so mehr benutzte, bis 1854 diese mit Cromwell einen Friedenschloß, der die geheime Bedingung enthielt, daß das Haus Oranien von allen SkaatS-ämtern ausgeschlossen sein sollte. So schien die republikanische Partei gesiegt zuhaben, und de W,, als Großpensionnair, benutzte die Zeit des Friedens, die demStaate geschlagenen Wunden zu heilen. Nachdem Karl II. wieder den Thron derStuarts eingenommen hatte, neigte sich de W. mehr auf Frankreichs Seite, welcheStimmung bei dem 1665 zwischen den Generalstaaken und England wieder aus-brechenden Kriege neue Nahrung erhielt. Da der Bischof von Munster währenddesselben ebenfalls gegen die ci strrn zii den Waffen griff, so wuchs der Unwille desVolks gegen de W. immer mehr, uüd er sah sich, ihn zu beschwichtigen, genöthigt,dem Prinzen von Oranien größere Rechte einzuräumen und mir England 1687 Frie-den zu schließen. Um de W.'SVeihältnisse zu verschi mmeln, entwickelte jetzt Lud,wig XI V. s, Absichten auf die span. Niederlande . Die oranische Partei drang dar-auf, den Prinzen Wilhelm zu dem Posten zu erheben, den s. Ahnen bekleidet hatten.De W. setzte es durch, daß die Würde des Statthalters und Geueralcapitains von