Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Wittekind

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saut der darüber mitgetheilten Nachrichten. Der Ruf einer so frühzeitigen Ent-wickelung verbreitete sich mehr und mehr, und auf einer Reise, die der Vater mitdem Knaben nach Leipzig machte, erregte dieser hier eine solche Theilnahme, daß sichmehre wohlwollende Bewohner des Ort« vereinigten, ihm eine jährliche Pensionvon 550 Thlrn. zu geben, damit der Vater sich einzig der Ausbildung s. Sohne«auf der Univ.rfttät daselbst widmen könne. Mehre Prüfungen hatte der Knabe, so,wol in Leipzig als auch in Dresden auf Hähern Befehl, zur allgemeinen Zufrieden-heit bestanden, und so ward er unter die Zahl der Studirenden auf die gewöhnlicheArt ohne Anstand aufgenommen. Später ging derselbe, 10 I. alt, mit s. Vater,auf den Wunsch des Königs v. Westfalen, der Beiden als ihr Landesherr eine Pen-sion von 2000 Franken zugesichert hatte, von Leipzig nach Göttingen . Der Vaterwar zu dem Ende seiner Stelle enthoben worden. Der Wohn schrieb hierin, 12.1.seine erste lat. Schrift aus dem Gebiete der höhern Mathematik, für welche er einebesondere Vorliebe zeigte. Während der 4 I-, welche er hier zubrachte, studirte ermit vielem Eifer alte und neue Sprachen, Geschichte, Geographie, Mathematik,Phrsik, Chemie, Naturgeschichte, Philosophie u. s. w. Mit diezen fortgesetztenStudien verband er Privatvorlesungen über niedere und höhere Mathematik. Im13. I. ward er I). der Philosophie zu Gießen , und im 14. Mitglied der Gesellschaftnaturforschender Freunde in der Wetterau. Zugleich schrieb er sein zweites Werk,und zwar deutsch, über einen Gegenstand der Hähern Mathematik. Jetzt nahm sichseiner sein früherer rechtmäßiger Landesherr, der König v. Preußen, wieder an, undverlängerte ihm die obgedachte Pension noch auf 4 Jahre. Nun studirte W. auchdie Rechte, Diplomatik und Cameralwissenschaften, und begab sich deßhalb nachHeidelberg , wo er d. 20. Aug. 1816 die Doctorwürde erhielt. Bei s. Rückkehr nachBerlin wollte er sich dort dem akademischen Lehramte widmen, gerieth aber deßhalbin einen Streit mit der Iuristenfacultät, worüber Bericht an das Ministerium er-stattet wurde. Da es unter diesen Verhältnissen nicht gerathen schien, ihn sein ge,wünschte« Lehramt sofort antreten zu lassen , wurde er durch höhere hülfreiche Ver-mittelung zu einer literarischen Reist von einigen Jahren in den Stand gesetzt, aufwelcher er anfing, nun auch ein größeres Publicum zu beschäftigen, wenn auch nichtauf dem ausschließenden Wege des wissenschaftlichen Interesse. Nach s. Rückkehrvon dieser Reise ward er zum Pros. der Rechte an der Universität zu Breslau und1820 zum ordentl. Pros. d. R. ernannt. Seitdem hat er einige römische Gesetzeherausgegeben, auch sich als Kenner und Bearbeiter der altital. Literatur (besondersdes Dante) ausgezeichnet. — Seine „ErziehungSgeschichle", welche von s. Vaterherausgegeben worden (1819, 2 Bde.), enthält eine Menge richtiger Erziehungs-grundsätze, und kaun Altern und Erziehern nützlich sein, wiewol man dem Ganzenmehr Ordnung und Ausführung des Einzelnen, die störende Polemik aber ganzwegwünschen möchte.

W i t t e k i n d, Fürst der alten Sachsen und einer ihrer vorzüglichsten An-führer im Kriege gegen Karl d. Gr. Die Wachsen, ein zahlreiches und tapferes Volk,bewohnten u. d. N. der Ostfalen, Westfalen und Engern, zu welchen Letztern W.gehörte, das nördl. Deutschland zwischen dem Rhein, der Elbe und Nordsee , oderdas heutige Westfalen und Niedersachsen . Sie beunruhigten durch häufige Einfälleihre Nachbarn, besonders die fränkischen Grenzen. Karl d. Gr. besch'oß daher, sieunter s. Herrschaft zu bringen. Zugleich wurde die Religion als ein DewegungS-gründ dazu gebraucht. Der Krieg begann gegen sie im I. 112 und dauerte bis803, also 80 I. hindurch, mit Inbegriff verschiedener Waffenstillstandsvcrträge,die Karl mit den Sachsen machte, wenn neue Kriege ihn anderswo hin riefen. Aucherlitten die Wachsen bei aller Tapferkeit häufige und bedeutende Niederlagen, weildie Franken durch bessere Kriegskunst und Kneaszuchk, durch zweckmäßigere WaffenUnd den guten Gebrauch derselben ein großes Übergewicht über sie harten. Nachjeder Niederlage verlangten die Sachsen Friede» und versprachen Gehorsam. Aber