Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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348
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348 Wittelsbach Wittenberg

sobald Karl sich mit s. Kriegsmacht wieder entfernt hatte, griffen sie auf« Neue zuden Waffen. So fing auch W. 182 einen neuen Krieg an. Ein von Karl ihm ent-gegengeschickte« Heer wurde fast gänzlich aufgerieben. Karl kam nun selbst mit ei-nem mächtigen Heere, und als ihm W., der sich nach Dän mark geflüchtet halte, aufs. Verlangen nicht ausgeliefert wurde, rächte er sich dafür, indem er an einem Tage4500 gefangenen Sachsen die Köpfe abschlug n ließ. Durch dieses V « fahren wur-den die Sachten zur Verzwe flung und zu einen« neuen Aufstande gereizt. Aber siewurden (183) in 2 blutigen Tr.ff.n bei Detmold und am Hasefluß so geschlagen,daß sie fast keinen Widerstand mehr leisten konnten. Karl versuchte nun auch gelindeMittel, und bewog durch große Versprechungen die beiden Heerführer der Sachsen ,W. und Albion, sich ihm zu unterwerfen und das Christenthum anzunehmen (zuAttigny in der Champagne 185). W. erhielt s. Besitzunaen wieder; wie Einigebehaupten wollen, machte ihn Karl zum Herzoge von Sachsen . Durch Bischöfe undPriester, die Karl schickte, und durch 8 BiSthümer, die er in Westfalen uns Nieder-sachsivi stiftete, suchte er die Sitten der Nation zu mildern und sie im Gesorsam zuerhalten. Dennoch empörten sich die Sachsen zu wiederholten Malen, aber immerzu ihrem Nachtheil. Erst im I. 803 endigte der Friede zu Selz. der ihnen verschie-dene Vorrechte gewährte, aber die Annahme der christlichen Religion zu einer derHauptbedingungen machte, diese mit der äußersten Erbitterung geführten Kämpfe.-— Daß W. der Stammvater der sächsischen Regenten sei (s. We tri n), ist aus derGeschichte keineswegs zu beweisen. W. soll sem Leben im I. 801 in einer Schlachtwider den schwäb. Herzog Geroald verloren haben. Sein Leichnam soll zuerst inPaderborn , dann in Engern in der Grafsch.Rav ngberg beigesetzt worden sein. Hierbefindet sich ein Monument, welches ihm Kaiser Karl IV.soU haben errichten lassen.Amlm.Schuhmacher und die westfäl. Gesellschaft für vaterländ. Cultur haben aufdem Platze der ehemal. Wittckindsdurg bei Mincen zum Andenken Willekinds eineSpitzsäule von Sandstein d. 18. Oct. 1829 erricktet.

Wittelsbach, s. Otto von Wittelsbach .

W ittenberg, diese durch Luther und Melanchthon welthistorische Stadt,liegt in dem nierseburgerRegierungsbezirke derpreuß.ProvinziSachsen, anderElbe,über die eine hölzerne. 500 Ellen lange und 111 Elle breite Brücke führt. Sie istjetzt stark befestigt. Vor der letzten Belagerung im I. 18! 3 hatte sie 002 Häuser,verlor aber durch dieselbe 285 Wohnhaus.r, und zählt mir der Besatzung 6400 E.Seit18t1 sind 2 neue Vorstädte auf d m linken und rechnn Elbuser entstanden.In der Stadtkirche ist ein Gemälde von Lucas Kranach: das Abendmahl, wie Chri-stus dem Judas den Bissen reicht, rechts die Taufe mit Melanchihon, links dieBeichte mit Pomeranus; unter diesem dreifachen Haupibilde: der Gekreuzigte, undLuther predigt. Die Schloß- und Univ.rsitätskirche, an die Luther am 3l. Oct.1511 seine berühmten 95 Sätze anschlug, und in der Luther, Melanchihon und dieKurfürsten Friedrich der Weise und Johann der Beständige begraben liegen, wurde1160 beider Beschießung der Stadt ein Raub der Flammen, wobei auch 3 Gemäldevon Alb. Dürer verbrannten, welche die sächs. Fürsten hatten malen lassen. 1811ward sie aus königl. Kosten von den rvährend der letzten Belagerung erhaltenen Be-schädigungen wiederhergest llt. -— Die 1502 von Friedrich dem Weisen gestiftet«Universität, welche mehre Grundstücke, darunter 8 Dörfer und außerdem 554,694Thlr. an Capitalien (darunter 19 Stipendien) besaß, ist von der preuß. Regierung1811 mit der höllischen vereinigt, dafür aber ein theologisches Leminaruun er-richtet worden. 1541 wurde sie in Folge der Schlacht bei Mühlbcrg vom Kaiser-Karl V. eingenommen, allein Eigenthum, Gottesdienst und die Gräber der Re-formatoren von dem Sieger geschützt. Im siebenjährigen Kriege wurde Wittenberg 1160 vom 10. — 14. Oct. durch die mss den Weinbergen aufgestellte Reichearm.eebvmbardirt, und der preuß. Tommandant, Obrist Sakemon, zur Übergabe genö-thigt, Das Schloß und 114 Häuser wurden hierbei ein Raub der Flammen.