Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Witterung Witteningskunde 8-19

Sie hörte auf, eine Festung zu sein, ward aber, da sie noch mit einem Wall undnassen Giaben umgeben war, auf Napoleons Befehl im I. 1813, unter demMarschall Victor, beim Vorrücken der Russen so gut wiederhergestellt, als es dieZeit gestattete. WitkenberoS Garnison bestand damals aus polnischen Truppen.Vom 26. März bis 20. April durch das Corps des Gen.-Lieut. v. Kleist blockirt,während des Waffenstillstandes verstärkt, pallisadirt und mit einem bedeckten Wegeverseben, ward es nach der Schlacht bei Dennew'tz vom Bülow'schen Corps einge-schlössen. Ende Oct. rückte die Brigade des Gen.-.Mas. v. Dobschütz davor, dieeigentliche Belagerung begann aber erst nach der Eroberung Torgaus, am 28.Dec.Das von den Franzosen befestigte, ungefähr 100 Schritte vor dem Schloßthore ge-legene Armenhaus ward in der Nacht zum 2. Jan. 1814 erstürmt, der bedeckte Wegin der Nacht zum 1. genommen, in der folgenden das Couronnement desselben be-gonnen, und durch die hier aufgeführte Batterie am 12. in die Bastion längs desSchloßthors Bresche gelegt. Da der Gouverneur, Gen. la Poype, die Auffoderungzur Übergabe ablehnte, so stürmten die Preußen Witlenberg um Mitternacht in 4Colonnen. Die gegen die Bresche gerichtete drang zuei st ein, und sehr schnell warder Platz, mit Ausnahme des Rathhauses und Schlosses, genommen, in welche sichdie Garnison geworfen hatte, die sich indeß bald darauf ohne Bedingung ergab.Der Verlust der Belagerer betrug etwa 400 M., davon beim Sturm 8 Ofsiciere,100 M. Der Gen. Graf Tauenzien, der diese Belagerung, sowie die von Torgau ,geleitet hatte, erhielt das Großkreuz des eisernen Kreuzes und den EhrennamenTauenzien von Wutenberg. — Bei der dritten Jubelfeier der Reformation legteder König in Wittenberg den Grund zu einem Denkmale Luther S, dessen Bildsäulein Berlin , nach Schadow'S Modell, in Eisen gegossen und 1822 aufgestellt wordenist. S. ,,WiitenbergS Denkmäler der Bildnerei, Baukunst u. Malerei, mit histor.und arlist. Erläuterungen", herausg. von I. G. Schadow, Direct. der kön. Akad.der Künste zu Berlin (Wittenberg 1825, 4„ mit Kpfrn.). über die Organisationder Universität s. den Aufsatz vom Hofr. Pölitz in dessen „Iahrb. der Gesch. undStaatsk.", 1828, Dec. („Erinnerungen an die Hochschule zu Wittenberg ").

Witterung, s. WetIer.

Witterungskunde, die, oder Meteorologie, beschäftigt sich mit Auf-suchung der bestimmten und festen Regeln und Grundsätze, wonach Witterungs-und Wettererscheinungen in dem Dunst- oder Lichtkreise erfolgen müssen. Dazugehört die Kenntniß 1) aller Lustcrten und ihrer Verwandtschaften; 2) des äußernBaues der Erdflächen, besonders terGebirgs« undHöhenzüge, desAbflusses allerStröme und Flüsse, der großen Landseen, Waldungen und umgebenden Meere;3) der Abdachung der Länder in Niederungen und des Abhanges des ganzen Lan-des voni Äquator nach den Polen ; 4) des täglichen und jährlichen kreisförmigenUmlaufs des Erdballs; 5) der wechselseitigen Ab und Zuströmungen der Zonal-wärme und Kälte; 6) der vom Lande angezoa-nen Abdunstungen der Weltmeereund der n ir ihnen verbundenen grasen Seen; ä) der täglichen Luflströme aus denGebirgsschluchten beim Umschwünge des Erdballs; 8) der Lustbewegungen oderWinde, durch die mannigfaltig«n Schattenseiten der Gebirge, einzelnen Berge,Wolken, der Nachtseite des Erdballs und andrer Erheb ngen; 9) der Störungendes Gleichgewichts der Lust durch elektrische Explosionen unk andre feurige Luft»erscbeinungrn; 10) der Schnee- und Eislagen auf hohen Bergen und Geborgenunter der Schneelinie, u. a. Gegenstände mehr. Alle diese vielseitig mitwirken-den Ursachen enthalten die Gründe zur Erscheinung der täglichen Witterung oderdes Wetters. Aus den Sckrchun der allen Glucken und Römer sind die Irrwegebekannt, auf welche damals «ie poetischen und prosaischen Nutmforscher gerathensind, und in dem Mittelalur w«, d > B Uten i grkunte sogar ein Theil der Astro-logie oderSierndeuterei, wovon noch jetzt Anzeigen des Wetters m ken Calendern