352 Witte.Angsklinde
Menge Wärmesioff aus dem letztere, entwickelt, und dadurch die Luft verdünnt.Lurch die rollende Bewegung des Erdballs um die Sonne fällt in jedem Augen-blick eine neue Lichttangente auf seine Oberfläche, und diese ewigen Auf- und Nie-dergänge der Sonne, die in jedeni Augenblick über irgend einem Halbkreise desErdballs stattfinden, verursachen eine fortwährende Luftverdünnung und Verdich-tung jener in den Hähern, dieser in den niedern Regionen der Atmosphäre. Dadurchentsteht eine beständige Luftströmung aus der Schattenseite des Erdkörpers selbstund aller auf ihm befindlichen Erhöhungen. Diese Zuströmung der dichtern in dieverdünntere, oder der kältern in die wärmere Luft, erzeugt die meisten Winde undDünste. Mit den Grundstoffen des Wasser- und Sauerstoffgases entweicht derWärniestoff aus der Oberfläche aller Körper und bildet Dünste, die in den höhernLuftrcgionen Wolken, in den niedern aber Nebel genannt werden. Je ausgebrei-teter die Wo'kenmasse nach allen Richtungen über die unter ihr liegenden Länder«st, um desto kühler oder kälter wird es in denselben. Im Winter senkt sich derDunstkreis tiefer zur Erde herab als im Sommer. Sobald nun aus dem Übermaßder beständigen Sommerwärme ein Theil derselben von der südlichen Äquatorfeitenach Norden herströmt, so fangen an den untern Bergregionen Schnee und Eis anzu schmelzen, und die mildere Jahreszeit tritt ein, oder es beginnt der Frühling.Von den beiden Seiten des ÄguawrS ziehen nach den Eisgegenden oder dem Süd-und Nordpol Wolken und Nebel hinab. Auf dem sogen, festen Lande umschwebenjene Dünste die Kipfel der hohen Berge in Nebel- und Wolkengestalt. Aus demdurch die Einwirkung der Sonnenstrahlen im Winter Herabgefallenen Schnee, dersich auf ollen Seiten der Gebirge, einzelner Berge und Landhöben befindet, ent-stehen in der mildern und wärmern Jahreszeit die Dünste. Im Winter wirkt dieSonne ihres niedrigen Standes wegen aufdie mittäglichen Bergseiren und die dar-auf befindlichen Schneelagen nur sehr schwach. Im Frühling erfolgt diese Ein-wirkung der Sonnenstrahlen auf die Morgenseike der Schneeberge schon viel stär-ker, und im Sommer liefern die Mitternachtseiten aller Gebirge die meisten Regenund Niederschlüge. Der Herbst erscheint immer um d st» heiterer und regenloser,je weniger sich noch Schnee- und Eislag-n auf der abendlichen Seite der Gebirge,welche in di. ser,Jahreszeit von den Strahlen der Sonne am meisten beschienen wer-den, befinden. Esters wird auch schon ein Theil des neugefallenen Herbstschnees vonden Berghohen abgeihaut, und es entstehen daher im Spätherbste, besonders imNov., nicht selten anhaltende Regentage. Bruchige Gegenden und Bergschluch-len, große Waldungen und Höhenzüge find Nebeln und Regengüssen mehr als an-dre flache und.niedrige Gegend-n ausgesetzt. Die meisten eurcoäischen Schnee-berge liegen in den südwestlichen Gegenden von Europa , daher kommen auch fastimmer Regen und Wolkenzüge von dieser Seite. Die Richtung der letztern wirdaber auch durch den Schwung des Erdballs von Westen nach Osten, und dessenAbhang noch Norden hin, desgleichen durch die größere Wärme in den nordöstlichenLändern während der Sommermonate bedingt und hervorgebracht. Je wärmer esin den letztgenannten Ländern wäbrend der langen Sommerkage ist, um destoschneller fliegen die abgedunsteten Südwestwolken dahin. Da sich der Erdball beis. fortwährend raschen Fluge um die Sonne in jedem Augenblick in einem andernStandpunkte gegen sie befindet, so muß sich wenigstens alle 8 Tage ein andrer Zu,stand der Erde und ihres Dunstkreises in gebirgs-, Wasser- und waldreichen Län-dern zeigen. Durch diesen Wetterwechsel ist der Irrthum von dem Einflüsse desMondes aufdie Witterung entstanden, der aber nach unwiderleglichea Gründen ebensounzulässig ist, wie ter Einfluß der Gestirne. Der eben erwähnte, läglich veränderteStandpunkt des Erdballs muß auch nach den besondern Lagen urd Beschaffenhei-ten eines Landes größere und geringere Luft- und Zustandsve-änderungen desDunstkreises hervorbringen, die theils aus Zonal-, sehr oft aus klimatischen, auchwol aus Localursachen gebildet werden. Diese Veränderungen hat m«n bisher irr-