Witterungskunde 853
thümlich der einwirkenden Kraft des Mondes zugeschrieben. Fast immer, oderdochsehr häufig, strömen im Dunstkreise warme und kalte Lust und Wolkenzüge in ver-schiedene» Richtungen über einander. Die unterste» Wolken werten die R gm-wolken, weil die obern Tröpfchen auf die untern Herabfließen und sich tu Tropfenvergrößern. Wenn die Luftsäule sie nicht mehr tragen kann fallen sie herab Dieheiße und warme Luft hat überall ein Bestreben, aufwärts tu Zeigen und W kalteoder kühlere Luft dringt an die Stelle, von welch-r sichrem erh bt. Der Wärme-stoff w rd aber nie dem Erdbälle von den Sonnenstrahlen oder von irgend ein-mandern Weltkörper mitgetheilt, sondern nur durch die Einwirkung der Sonne ausallen auf demselben befindlichen Körpern aufgeregt und enlw cke't. Die wärme-erregende Kraft der Mondstrablen ist noch nicht bekannt, v clleicht ist diese Ent-deckung noch zu machen!? — Durch die Nähe des Nordooleists und der dadurchkälter gewordenen Nordländer ward die freie Wärme von Europa bikber abgezogen,daher es manchem Naiurbeobachier vorkam, als nähme die Wärme ab, da !S dochgegentheils seit 2000 Jahren in diesem Erdtheil- um viele Grade wärmer gewor-den ist. Die schwedisch - norwegischen Gebirge find die Schutzmauer gegen eineviel größere Kälte, die sonst aus Norden nach Deutschland kommen würde. Stän-den nicht die hohen Bergketten gegen Süden den Südwinden entgegen, so würdendiese letzkern in Deutschland nicht so selten sein. Diese Umstände mildern die zustrenge Kälte und zu große Hitze, welchen sonst Europa auSgefitzr sein würde. Lie-gen in den Sommermonaten an den Ufern der arktischen Länder noch Eisschollenvom Frühjahrseisgange, die von den M-ereswellen in Bewegung gesetzt werten,und befindet sich auf der Nordseite der Nordostzebirge daselbst noch Schnee, sowehen kühle und kalte Winde im -Lämmer von Nord und Nordost nach Süd undSüdwest. Die Erhöhung des Erdballs am Äquator, die bis 00" N. und S. Br.lOMeilen beträgt, verhindert den Einfluß der Lustb-schaffenheii der einander ent-gegenstehenden gemäßigten Zonen und der beiden Pole. Ebenso treten die nördl.und nordöstlichen Nebel der Kälte nach Süd und Südwest entgegen. — In die-Oberfläche der Erde di inzt ein großer Theil der im Sommer rege g> wordenen Wär-me und verbindet sich mit der freien Wärme, die sich im Innern derselben ent-wickelt. Wenn nach dem Herbstgleichtage die Winde «wischen Westen und Ostenwehen und nur in ihrem Gange mit den dazwischen fallenden Mikt-lwinden bisüber die Mitte des Oct. abwechseln, dann bleiben sie wenigstens 3 Monate in die-sen Weltgegenden stehen, Und der südl. Theil von Europa hat einen strengen, dernördliche einen milden Winter. Geht aber der Wind von West nach Nordwest undüber Nord und Nordost nach Osten, dann erfolgt ein kalter und strenger Winterfür die Nordseite Europens, und ein mäßiger für die jenseits der Gebirge liegendenSüdländer. Bei dieser Bestimmung der Winte; Witterung muß man aus den Bauder 3 großen verbundenen Erdtheile (Europa, Asien und Afrika ) besondres Rück-sicht nehmen, und auf den erwähnten Gang des Winters durch die be-den Thäler,Abhänge oder Abdachungen zu beiden Seiten der langen Bergkette vonSier-aMo-rena in Spanien bis zu der nerzinskoisch-ochotskischen Bergkette in Sibirien durchEuropa und Asten achten. Diese vorläufigen aphoristischen Ideen können un-gefähr den Weg bezeichnen, welchen die Naturforscher betreten müßten wenn siein der Wilterungskunde größere und zuverlässigere Fortschritte wachen wollten.Auf diese Weise würde aber auch tie Witterungelehre eine ganz andre Gestalt erhal-ten und eine d<r wichtigsten aller menschlichen Kenntnisse werden. — Die älternAnsichten von der Witkcrungslehre findet man in des P. Cottc „'IHlr lle niete o-roln^ie" (PariS 1114, 4.). Damit verbinde man Mayer's „Lehrb. der pbvs.Astronomie und Meteorologie" (Gött. 1805, m. K.) und Lampatius'S „AtNW'-sphärologie" (Freib. 1806). Über den nebligen Gebrauch Meteorolog . Instrumenteverbreitet sich Stark's „Anlest, zum Gebr. der Meteorolog. Instrumente" (Augsb'Conversariouö-Lericon. Bd. Xll. 23