Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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357
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Wladimir Wohlfahrtsausschuß 357

Wladimir (Wlodimir), Zar van Rußland, ward 981, nach dem Tode s.beiden Bruder, Herr des ganzen russischen Wtaates, und vergrößerte denselbendurch Beslegung verschiedener benachbarter Völker. Bei Gelegenheit s. Vermäh-lung mit der griech. kaiserl. Prinzessin Anna Romanowna ließ er sich (988) taufenund nahm mit seinem ganzen Volke die christl. Religion an. Die ersten ReligionS-lehrer der Russen kamen aus Konstantinopel , und von ihnen wurde der noch jetzt inRußland übliche Ritus der griech. Kirche eingeführt. W. wird, als der erste christl.Regent, und weil er viele Klöster und Schulen stiftete, in der russ. Geschichte derHeilige, endlich weil er den Grund zu der nachmaligen Größe des Reichs legte, auchder Große genannt. Er theilte das Reich unter s. 12 Söhne, doch sollten alle un-ter Einem Großfürstenthume vereinigt sein. Damit begann nach s. Tode (1015)eine Reihe von Familienkciegen und der Verfall des Reichs. Zu Wladimirs desHeil. Andenken stiftete die Kaiserin Katharina ll. am 22. Vept. 1182 den -L 2 t.-Wladmiirorden.

Woche. Die Eintheilung des Monats in siebentägige Perioden (Wochen)hat ihren Ursprung im gramsten Alterthum und im Orient, und wird daher, wolnicht mit Unrecht, von der Mosaischen Schöpfungsgeschichte hergeleitet. Dagegenrührt die ältere Benennung der Wochentage von einem astrologischen Aberglaubenher. Die Ptolemäilche Welkordnung zählte nämlich 1 Planeten in der Ordnung:Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus , Mercur, Mond; und der Aberglaubeließ diese Planeten hinter einander weg, jeden immer eine Lätunde, regieren. Fängtman also irgend einmal eine erste Tagesstunde mit dem Saturn an, so fällt auf die24., wie man leicht sieht, der Mars , und auf die 25., oder erste des andern Ta-ges, die Sonne (Sonntag); so fortgehend, auf die erste des nächsten Tages derMond u. s. w. Man könnte auch annehmen, daß der Anfang mit der Sonne,als dem vornehmsten Planeten nach Ptolemäischen Begriffen, gemacht worden see,was, wie man gleich übersieht, die nämliche Ordnung noch ungezwungener herbei-führt. 1). A.

Wodan ist gleichbedeutend mit Odin , eine der mächtigsten Gottheiten desNordens. Man hat ihn auch von dem indischen Buddha herleiten wollen. Diealten Sachsen und Thüringer verehrten namentlich den Wodan als ihren KriegS-gott, und jene schwuren in dem Kampfe mit Karl d. Ar. ein feierliches Gelübde,demselben alle feindliche Gefangene zu opfern. (Vgl. Nordische Mytholo-gie.) Die Römer fanden ihren Mars in demselben wieder.

W o h lfa h r t saussch uß, Ooinilä ü» salut public. Unter diesem Na-men verschleierte der Berg oder die Partei des Terrorismus (s. d.) im Natio-nalconvente (s. Frankreich ) die Dictatur, welche die Männer des Schreckens ansich rissen, um die Girondisten (s. d.) und die gemäßigte Partei niederzuschmet-tern, damit der Berg herrsche, und die Republik über ihre innern und äußern Feindetriumphire. Der richterliche oder vielmehr Henkeroarm, welcher diesem anfangsneun-, später zwölfköpfigen Souverain blindlmgs gehorchte, war das Revolu-tionStribunal (s. d.). Der Wohlfahrtsausschuß ward an der Stelle des kaum10 Tage alten Oomilä. cle elelenre ^-»crsle den 6. April 1193 errichtet und vomConvente, aus dessen Mitte seine Mitglieder (darunter Dämon, Barräre, §am-bon) gewählt waren, mit unumschränkter Vollmacht zu geheimen Berathfthlagun-gen und zur Aufsicht über die Minister vergehen; nur nach eignem Ermessen sollteer in jeder H nsicht für die öffentliche Wohlfahrt sorgen ; daher ward ihm, einigeMonate später, auch das Recht erth ilt, Haftbefehle zu erlassen. Die herrschendePartei ging dabei von der Ansicht aus, daß Frankreich , von Innen und Außenbedroht, nicht wie im Frieden (so wollten es die Girondisten ) regiert, sondern wiein Zeiten der höchsten Gefahr nur durch verzweifelte Mittel gerettet werden könne.Als aber, nach dem Sturze der Gironde (1., 2. Juni 1193), der Berznach