Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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258 Wohlfahrtsausschuß

dem Vorschlage des Wohlfahrtsausschusses erklärte, daß die Bevölkerung Frank-reichs nur aus 2 Parteien, Patrioten und Feinden der Revolution, bestehe, undjene zur Verfolgung dieser auffoderle, da trat an die Stelle des Gestzes dasSchrecken. Bald nachher ward Robespierre (s. d.) den27. Juli N93 Mit-glied des Woh.fahrtsausschuss r, dessen Mitglieder anfangs monatlich ernannt,nun aber gewöhnlich wieder bestätigt wurden. Seitdem beherrschte der Aus-schuß eie Bergpartei, und durch diese den Convent. Als einzige Regel bei sei-nem Verfahren erklärte Robcsxierre: die Spannkraft der Volkeregierung im Re-volutionszunande sei b> eerlu el In terieul ! Bald sah dieses llngeheuer vonpolitischem Wahnsinn in sich allein jene Tugend (der Jakobiner) rein vorhanden:darum trat er Alle zu Boden, die nicht dachten wie Er. Mit ihm und nach seinemSinne arbeiteten mi Wohlfahrtsausschüsse St.-Iust, Couthon , Billaud de Daren-ms, Collot d'Herbois und Herault de Sechellcs. IfurCarnot (s. d.), eben-falls Mitglied des Wohlfahrtsausschusses, beschränkte sich allein auf die obersteLeitung der Heer?, und überli-.ß seinen Genossen das Innere, ohne Theil an ihrenMaßregeln zu w hmen. Auf den Antrag jener Männer ward die neue Verfassungemstwei en aufg hoben, und die reoolutionnaire Regierung deni Wohlfahrtsaus-schüsse vom Eonvcnte am 4. Dec. 1793 gesetzlich übertragen. Nun best,llte derWohlfahrtsausschuß zu Richtern der Verdächtigen, in alle» Gemeinden der Repu-blik , aus deiiwDcst.n Menschen Revolukionsousschüsse, deren Zahl auf20,000stieg. Die letzten noch übrigen Proceßformen wurden abgeschafft; an ihre Stelletraten Wahnsinn und Wuth, Grausamkeit mit Thorheit gepaart, Heimtücke undVerrath. Endlich erklärte sich der eine Zeit lang durch Robespierre aus deni Wohl-fahrtsausschüsse entfernte Danton gegen das nutzlose Blutsrstem, und Robespierre selbst willigte in die Verunbeilung der Häuptlinge des pariser Pöbels (24. März1794), unter welchen Hebert (s. d.) der Abschaum der Gesellschaft war; alleinbald darauf ward auch Danton (5. April), nebst Herault de Sechellcs, von Rober-pierre gestupst. Nun blieb dieser Wahnsinnige bis zum 28. Juli 1794 Herr überLeben und Tod von 30 Mist. Menschen. Er ernannte Fouquier-Tinville (s. d.) zum öffentlichen Ankläger. Die Gefängnisse häuften und füllten sich; dieGefangenen wurden gemißhandelt, von Spionen verrathen und ohne Vertheidi-gung ven.riheilt; das Vermögen der als verdächtig Verhafteten ward eingezogen,und die Guillotine kam nicht vom Platze. Auf gleiche Art wütheten einige Bevoll-mächtigte des Wohlfahrtsausschusses. vorzüglich Collot d'Herbois , Carrier(s. dd.) und Ios. le Bon in den Provinzen. Unter den zahllosen Schlachtopferndieses Lpstems befanden sich der edle Malesherbes (s. d.) und der berühmteLavoisier(s. d.). Endlich wurden die Mitglieder des Wohlfahrtsausschusses unddie des Licherheitsausfchusses unter sich uneinS. Beide halten, jede 3 Parteienunter ihren Gliedern. Di se, und nicht Tallien, führten eigentlich den 9.Thermidorherbei. Z u Wohlfahrtsausschüsse bildeten Robespierre, Couthon und St.-Iustde iu baute !,will" eine Partei; die zweite: Barr-re, Billaud und Collotd'Herbois „los §cn, lövolnlinnnaire;"; die dritte: Carnok, Prieur und Lindet„tos pe il, d'(-x->,iwn". Im Al.sschusse der allgem. Sicherheit gehörten zur erstenPartei: Datier , Amar, Iagoi, Louis (du das libiu), Voulland, „gen; d'expe-cblbui" genannt; die zweite: Danton , Lebas, „ccoulcurG; die dritte: MasseDaule, !öavlcomterie, Elie Lacoste , Dubarran, „les xe»s de eoiiirepoid»" ge-nannt. Robespierre wollte den unbiegsamen Carnot aus dem Wohlfahrtsaus-schüsse aussetzen; dagegen arbeitete Billaud de Varennes an Robespterre's Sturze.Nur Couihon, St.-Iust, die Jakobiner und der Gehennerath von Paris hingennoch an den, Haupte der Demagogie. Als aber St.-Iust am 25. Juli im Wohl-fahrtsausschüsse „zum Heile des Staals" wirklich cine Lictsttir vorschlug, erhoben