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Zwölfter Band. W bis Z.
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Woiwoda

Wolcott

nicht gepflasterte Straßen, durch Unreinlichkeit auf denselben, durch die Ausdün-stungen, welche manche Handwerke und Manufacturen veranlassen, durch dieKirchhofe, welche sich in der Mitte derselben befinden, ungesund. Die Steine, auswelchen di. Häuser gebaut werten, sind bisweilen so beschaffen, daß sie die Feuch-tigkeit der Atmosphäre anst Heu und dicMvhnung feucht und kühl machen; fernerist eine sehr beträchtliche Höhe der Häuser theils dadurch schädlich, daß sie den Luft-zug auf d n Straßen beschränkt und den Zugang der Sonnenstrahlen zu vie-len Gemächern verhindert, theils dadurch, daß das häufige Treppensteigen vielenMenschen beschwerlich und nachkheilig ist. Schlechtgebauke Keller verursachen oftScheu, ob dr Emtrennden, wenn der Luftzug in denselben sehli; auch in denZimmern find d e Fenster bald zu klein, bald sind sie so gestellt, daß der Luftzugschä'l che Fassen hak. Manche Häuser sind durch Rauch, der sich in ihnen an-häuft, durch den Geruch, den die Abtritte verursachen, unangenehm und schäd-lich. Jedes neuerbauie Haus ist so feucht, und die verschiedenen Baumaterialienverbreiten so üble Dunste, daß der Aufenthalt in demselben bedenklich sei» muß.Endlich ist eine reichhaltige Quelle vieler Krankheiten die schlechte Luft, welche theilsdurch die Überfüllung der Wohnungen von Menschen, theile dmch Unreinlichkettjeder Art erzeugt wird.

Woiwoda , ein slawisches Wort, das so viel als Heerführer im Kriege(clux bell,) bedeutet unssaus den beiden slawischen Wörtern Woi, Truppen, undWodit', anführen, zusammengesetzt ist. Die Fürsten der Walachei und Moldauhießen ehemals Woiwoden, ehe sie von den griech. Kaisern, mit denen sie in eini-ger Verbindung waren (1139), den Titel Despoten erhielten, an dessen statt sienachher den Titel Hospodar, so viel als Herr, annahmen. Jetzt heißtWoiwodder türkische Pachter der Abgaben eines Bezirks. Im ehemaligen Königreiche Po-len nannte man Woiwoden die Statthalter in den Landschaften (Woiwod-schaften), in welche das Reich eingetheilt war. Sie verwalteten die RegierungS-oeühäfte, Justiz und Polizei, und machten die erste Classe der weltlichen Reichs-stände aus. Wenn in Kriegszeiten ein Aufgebot des Adels stattfand, so führte jederWoiwode den Adel seiner Woiwodschaft in das Feld.

Wolcott (John). Dieter u. d. N. Peter Pin dar bekanntere satyrischeDichter, geb. 1738 zu Doddrocke, einem Dorfe in Devonshire , und erzogen zuKingsbridge und Bodnim, studirte bei seinem Oheim, einem Wundarzt und Apo-theker zu Fowey in Cornwall , mit Eifer die Apotheker- und Arzneikunst, in wel-cher letztere, er sich noch in Londons Krankenhäusern ausbildete, um dann in derHeimaih sie silbst zu übe». Doch trieb er nebenher Poesie und Zeichnen. Als SirW. Trelawnev, ein Verwandter von ihm, 1768 Gouverneur von Iamaica ge-worden war, begab er sich in dessen Gefolge dahin. Während da-Echiff zu Ma-deira anhi'Ir, schrieb er einige seiner besten Sonette, eine Schilderung der Natur-schönheiten dieser Hnsel enthaltend. Auf Iamaica übte er die Kunst des Wund-arztes und wurde vom Gouverneur zum Physikus ernamtt, der ihm dazu einDoctordiplom aus Schottland verschaffte. Fast wäre er für immer in Westindien geblieben Aun nachdem er einige Zeit das Amt eines Pfarrers durch geistliche Vor-trüge und Leitung itts Unterrichts auf der Znsel versehen hatte, wünschten ihn diePflanze, für beüäntig in dieser Stelle zu behalten; aber der Bischof von London gab d'e ErI>.,ch.'Uß Nicht dazu. Da nun der Gouverneur starb, kehrte W. nachEngland zuru-k und ließ sich als Arzt zu Truro nieder; allein hier gerieth er wegenseiner Han.'.es zur Saiyre mit mehren Leuten in der Nachbarschaft in unangenehmeBert,. .Misse. Dies, und daß er nach dem Tode seines Oheims ein ansehnlichesEinkommen erbte, bestimmte ihn, sich mehr seiner Neigung zur Dichtkunst undzum Zeichnen zu überlassen. Er nahm sich des späterhin als Maler und Pros. ander königl, Akademie bekannt gewordenen John Opie an, und sehte ihn durch sei-