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Wolff (Herr »nd Frau)
zu der Kunsthöhe zu erheben begann, auf der es ein Muster für die deutschen Büh-nen ward, welche den Mist desselben sich anzueignen geneigt oder fähig waren.Da sich 2 der größten Geister, die Deutschland erzeugt hat, und die beiden erstendrama'lschk» Dichter ihrer Zeit (Schiller und Nöthe) selbst mit der Leitung dieserDünne ange'egentlichst beschäftigten, so fand ein Mann von W.'s Geist und Ta-lenten. »in so mehr, da ersieh Beider besondern Gunst zu erfreuen hatte, vielfacheGelegenheit und Unterstützung, um sich zum wahren Künstler auszubilden. Mit-theilungen darüber hat W. selbst in Holtei'S „Monatl. Beitr. zur Geschichte derdramatischen Künste (1828) drucken lassen. Lange war man in Deutschland schwan-kend gewesen, wag man für das höchste Ziel des darstellenden Künstlers anerkennensollte. Nachdem die steife manierirte Pracht, das conventionnellePathos, die mehrdeclamatorische als dramatische Darfst llungsart der Franzosen , besonders in demHähern Drama, von dem Streben nach flacher Natürlichkeit, ängstlicher Nachah-mung der Wirklichkeit oder roher Darlegung des AffectS durch Sturm und Drang ,Wüthen und Toben auf den Bretern verdrängt worden war, und sich Zeder zumSchauspieler berufen glaubte, dem die Natur eine imponirente Gestalt und durch-dringende Stimme verliehen hatte, erhob sich, besonders durch Gälhe geweckt, derGenius echter Kunst, und zeigte durch Vereinigung des Gedankens mir dem Ge-fühle , des kräftigen Lebens der Natur mit dem gemessenen Gange der Regel, so-wie dlt'ch die Unterordnung des Wirklichen unter das Zlteale, das Ziel, nach demder Künstler zu streben habe. Die wcimarische Bühne bildete damals einen Kreisverschiedener Talente, die gemeinsames Streben unter Leitung eines hohen Geniusgleichsam zu einer Künstlerfamilie vereinigte. W. fühlte sich in diesem schönenKreise bald einheimisch, und strebte, indem er sich besonders der Tragödie zuwandteund in das Fach jugendlicher Helden oder ernster, tiefer und erhabener Charakteretrat, nach schöner und belebter Gestaltung des idealen Menschen. Sein Hamlet,sein Posa, MapPiecolomini, Weißlingen, Orest , und späterhin sein Tasso wur-den als musterhafte Bildungen in ihrer Art ausgezeichnet und erwarben ihremSchöpfer bald einen bedeutenden Ruf, der mit der Freiheit seiner Darstellungenimmer gewachsen ist. Allein nicht bloß das ernste Drama zog seine Neigung an,sondern er zeichnete sich auch später in, Koniischen aus, wozu er in seiner reichen,leicht beweglichen Phantasie, seinem feinen BeobachtungSgeiste große Hülfsmittelfand. Vornehmlich sagte ihm das Humoristische zu. Alan sah ihn immer mitBergnüg-n im Lustspiele, wiewol die e'genlstche Sphäre seines Talents das Trauer,spiel (in kcr Bedeutung, wo es das ernste Drama mit einschließt) geblieben ist. Znder letzter,! Zeit hat er sich der ausgeführten S elcncharakteristik mit großem Erfolggewidmet. Man denke an den Maler im „Bild", Graf Leicestcr, den Vater im„Fluch und Segen", Herr v. Uhlen. W. wurde auch selbst dramatischer Dichter.Er schrieb «in heileres Lustspiel: „Cäsario", welches überall mu Beifall aufgenom-men wurl e, später ein rührendes Drama „Pflicht um Pflicht (gedruckt in Müll-ner's „Almanach für Privalbübne»', 1. Zah"g.), dann ein ähnliches: „Treuesiegt in Liebesnetzen", eine kleine Posse: „Der Hund dcsAubri" und das späterhinmir Weber's charakteristischer Musik ausgestattete und beliebte Theaterstück. , Pre-ciosa st welches nebst den besten ei stgenannl n in seinen „Tiama:. Spielen" (1 .Bd.,Berl. 182L) gedruckt erschien; endlich das Lustspiel: „DerMann von 50 Zapren."—Während s. nes Aufenthalts in Weimar vei heiraihete er sich lriit einer Künstlerin,welch, gle ch ihm in die heitern Hchen der Kunst sich zu erheben Zuckte, der FrauBecker, geb. Maleolmi. Mt in.r hoben, wohlgebilteten Gestalt vere nt sieeine ausdrucksvolle Gesichtsbildung und edle, wü, d. volle Haltung. Zhr biegwines,obwol den. Umfange der Töne nach sehr bcschränktesOrgan erleichterte ihr dieädunstzu sprechen. ,,e ste ,n hohem Giade besitzt. So eignete sich ihi West» besondersfür das Trauerspiel, indem sie die ersten Heldinnen mit Glück darstellte. Vornehm-