Wollen
Wöllner
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1600 Jahren in England wichtig; anfangs durch Ausfuhr, jetzt durch Einfuhr,die seit 1100 jene überstieg, obgleich die Wollproduction fortwährend im Steigenist: ei» Beweis von der weit größer» Zunahme der Wollmonufactur. Die Woll-auSfuhr ward daher in England verboten. Nun holten die Niederländer ihre Wollein Spanien , dos fitzt seineWollproduction zugleich verbesserte und vermehrte. Wiedadurch die niederländischen Tücher an Güte gewannen, holten auch die EngländerWolle aus Spanien; dasselbe thaten die Franzosen. Jetzt fingen die Deutschen ,zuerst Sachsen, dann Schlesien , an, ih'e Schafzucht zu verbessern, was denFranzosen durch Einführung spanischer Merinos nicht geling'» wollte. Bald hobten Niederländer und Engländer deutsche Wolle; doch erhob sich der deutsche Woll-handel erst mit dem Anfange des 19. Jahrhunderts so, daß dieser endlich den AuS-schlag gub, weil er an Güte alle übertrifft. Die erste große Wollhandlung wurdein Sachsen gegründei; der erste Wollmarkt zu Breölau; seitdem gibt es auch Woll-Märkte zu Berlin, Stettin, Dresden, Leipzig, Kirchheim unter Tech, Nürnberg ,W imar, Göppingen, Heilbronn u. a. a. -O. S. die Berichte in der „Allg.Zeit.", 18-1 fg.
Wollen. Wenn wir unter Willen das Vermögen des Geistes, sich selbstzu bestimmen, verstehen, so ist das Wollen die wirkliche Anwendung dieses Ver-mögens, es ist verbunden mit der Vorstellung eines Zwecks und umfaßt die fiüchti,gere oder bedächtigere Überlegung Dessen, was für diesen Zweck geschehen kann,und die Folgen unsers Handelns. Ihm gehört also auch der Entschluß an undder Vorsatz in Beziehung auf ein künftiges Thun oder Verhalten. Dadurch itl dasbloße Wünschen vom Wollen verschieden; denn jenes bleibt auf der bloßenSrufe des Begehrens und Verlangens stehen; das Wollen ist aber ein Bestim-men zur Wirksamkeit.
Woll Messer (su ion'ötre), eine im 1.1823 bekannt gewordene Erfindungdes Wollhändlers A. T. F. Köhler und des Mechanik»« Eh. Hoffmann. DieMitwirkung beider Erfinder von Jeden, in seinem Fache konnte um so mehr zu ei-nem Ganzen führen, da sie sich zur Zeit der Erfindung Beide in Leipzig befanden.Dieses Instrument hat insbesond re darin den entschiedenenDorzug vor andern schonbekannten, daß mit ihm die Durchmesser von 100 Wollhaaren zusammen gemes-sen werden, welches zu weit sicherern Resultaten führt als das Messen einzelnerHaare. Das Messen geschieht auf einem ganz einfachen Wege: es werden näm-lich die zu messenden Wollhaare in eine in der Mitte des Instruments befindlichekleine Vertiefung eingelegt; ein Apparat drückt sodann die eingels'gke Wolle mit ei-nem Gewicht von ungefähr 3 leipziger Pfunden zum Marimum der Entgegenwir-kung ihrer Elasticität zusammen, und das Resultat wird sogleich an einem Grad-bogen in einem 60 Mal vergrößerten Maßstabe angezeigt. Dieses Instrumentwurde auf den Wunsch des Hrn. Köhler, jetzigen Besitzers einer Kammwollge-spinnstfabrik in Zwickau, im sächs. Erzgebirge , nachdem er sich von der Zweckmä-ßigkeit desselben überzeugt halte, nach ihm, Köhler's Wollmesser genannt,worauf er eine Broschüre ü^er den Nutzen und Gebrauch dieses Wollmessers heraus-gab. Diese Instrumente werden bei dem Mechanikus Eh. Hoffmann in Leipzig fabrikmäßig angefertigt, und ein Exemplar wird von ihm für 10 Thlr. verkauft.
Wöllner (Johann Christian v.), der Lohn eines Predigers, geb. zu Döv-ritz 1727, Ltaatsminister und Ehef des Deport, der geistl. Anzeleg. in, preuß.Staate unter der Regier, des K. Friedrich Wilhelm II. In diesem Posten suchte er,dem Geiste der Zeit und den bisher in jenem Staate befolgten Grundsätzen ganz ent-gegen, Glaubenszwang, Schwärmerei und Mysticismus herrschend zu machen,und selbst den Monarchen mit dergleichen geistigen Ausschweifungen und Derirrun-gen anzustecken. Die Wirkung davon war das Religionsedick, welches der jetzt re-gierende König sogleich beim Antritt s. Regierung widerrief. W. hatte zu Halle