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Zwölfter Band. W bis Z.
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aber dahinwelkt, ohne für die Wissenschaften etwas Große- und Bleibendes gefördertzu habe». Liede tu sinnlichen Genüssen störte ihn zu oft in anhaltender ernster Thä-tigkeir. und s. Eitelkeit und Weichheit lahmten s. Kraft und zogen ihn zur Empfin-delei hin. -Dein bestes Werk, die ,,Geschichte des britischen Reichs", ließ er un-vollendet. Seine Übersetzung des Tacitus (vql. d.) trägt viele Spuren flüchti-ger Oberflächlichkeit. Nachdem W. lange der Lobredner Napoleons gewesen, boter dem Münster -Ltein s. Dienste an, in der Hoffnung, zu einem wichtigen Postenin der Verwaltung, wenigstens zu einer Stelle bei der berliner Akademie oder Uni-versität zu gelangen. Aber s. Plane schlugen fehl. Überhaupt hatte W. häufig er-fahren, wie factiös die deutsche Literatur ist, um s eignen Ausdruck zu gebrauchen;er selbst aber trug auch kein Bedenken, s. Scherfftin zu diesem factiösen Wesen bei-zutragen. Seine Urtheile über Ioh. v. Müller'S Verdienste und Styl dürften fürdiese Bemerkung wol mehr als zu sehr sprechen, und der Ton, der in ihnen herrscht,um so weniger zu billigen sein, je mehr er Freund von Müller in Berlin gewordenzu sein versichert, obschon das Urtheil selbst den Beifall mancher Unbefangenen ha-ben dürfte. ,,Die Memoiren des Freih. von S — a" (Prag 1815, 3 Thle.), dieer anonym h rauSgab, sind in vieler Hinsicht seiner unwürdig und ein Denkmal s.schlecht verhüllten Eigenliebe. Seine Werke wurden von s. Witwe (Prag 1818— 21) in 11 Bon. gesammelt. Eine Selbstbiographie von W. steht im II. Hefteder „Zeitgenossen".

Wolzogen (Julius Adolf Ludwig, Freih. v.), k. preuß. Generallieute-nant, geb. d. 3. Febr. 1773 zu Meiningen , stammt aus einem alten adeligen Ge-schlechte, welches ursprünglich in Tirol und in dem 18. und Anfang des 17. Jahrh,inNiederöstreich blühte, aber wegen des Übertritts zur evangelisch-lutherischen Kirche genöthigt ward, im Beginn des dreiß-gjähr. Krieges dieses Land mit Aufopferunggroßer Besitzungen zu verlassen. Die Familie fand Lochutz und Anstellung in hohenWürden bei den» brdnkenbiirgischen Hause und kaufte sich auch in der GrafschaftHenneberg an, wo sie Mitglied der freien Reichsritterschaft wurde. Der VaterLud wig's v. W. starb als sachsen -meiningischer Geh.-Rath schon im.ersten Jahr«nach dessen Geburt, fodaß die Mutter s. und seiner vier Geschwister Erziehung al-lein zu leiten hatte. Die damals blühende Karlsschule in Stuttgart veranlaßte sie,ihre 3 Söhne dahin zu geben. Im I.1781 ward auch Ludwig, der jüngste Lwkn,dieser Schule anvertraut, auf welcher er mehre Preise und den ihr eignen Orden:Vene nwrentiliu?, erhalten hat. Im I. 1792 verließ er die Anstalt und wurdeals Lieutenant bei der würtemberg. Garde zu Fuß angestellt. Damals war derKriegsschauplatz zwischen den verbündeten Heeren und der franz. Republik am Rhein ;der jungeW. folgte seinem Hange zu einem thätigen Leben und seiner Vorliebe fürdie preuß. Waffen, nahm s. Abschied, und wurde im Frühjehr 1791 Port, päefahn-rich in dem k. preuß. Reg. Hohenlohe-Jngelfingen; erkannte aber nur einen Theildes RheinfeldzuzS zu s. Ausbildung benutzen. 1797 wurde er Fähnrich und gleichdarauf Lieutenant in gedachtem Regimeme. In dieser Laufbahn blieb er, bis 1802der Herzog Eugen v. Würtemberg ihm, mit Erlaubniß des KönHs v. Preußen ,die Erziehung s. ältesten Prinzen anvertraute, mit welchen, er anfänglich in BreSlau ,später in Erlangen, und endlich in Stuttgart si Aufenthalt nchmen mußte. ImI. 1805 wurde der Lieutenant v. W., nachdem er die erbetene Einlassung aus k.preuß. Dienste erhalten, würtembergischer Major, Flugeladjutant und Kammer-herr, in welcher Würde er den Prinzen auf dessen Reisen begleitete. Da aber amEnde desselben Jahres die würtemberg. Truppen an dem Feftzuge gegen ÖstreichTh.il nahmen und auf das schleunigste mit der franz. Armee vorrücken mußtenso erhielt von W. den Befehl, zurückzukehren, und wurde als Ouartiermeisterl e- dem GeneralstDe angestellt, in welcher Eigenschaf er den Feldzug von 1805mn.nachte. Als 1808 der Krieg gegen Preußen ansbrach, bat der inzwischen zumO du ulll-'utenanl und Eommau^m der Garde zu Fuß avaucirte v. W. bei dem Kö-