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Zwölfter Band. W bis Z.
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388 Woronzoff (Familie)

Wichtigkeit, die es durch s. Gewerbfleiß, s. Handelsverkehr, s. große Bevölkerung,die sich noch am Ende des dreißigjährigen Krieges auf 30,000 Seelen belief, er-langt hatte; theils durch den großen Antheil, den es als Glied de« rheinischenSkädtebundes an den bedeutendsten Fehden zwischen den benachbarten Fürsten nahm. Von dieser Bedeutenheit ist Worm« in den letzten 2 Jahrhunderten durchmancherlei Ursachen, besonders aber durch d'e vielen Kriege zwischen Deutschland und Frankreich, herabgekommen. 1889 wurde Worms, sowie Speier , aufLou-vois's Befehl von den Franzosen fast ganz v rwüstet. Seitdem ist die Stadt zwarwieder gut aufgebaut worden, doch gibt es noch Plätze, wo statt ehemaliger Gebäu-de nur Gärten sind. In den ersten Jahren de« franz Revolutionskrieges litt WormS wieder sehr, indem es abwechselnd von beiden Parteien besetzt wurde. Zu Worms war auch ehemals ein sehr altes Biüthu«, dessen Fürstbischof der jedesmaligeErzbischof zu Mainz war.

Woronzoff, eine in hohen Kriegs- und Eivilstellen ausgezeichneterussische gräfliche Familie. Zu ihr gehörten 3 durch ihre Schönheit und ihre Rollein der neuern russischen Geschichte berühmte Frauen. 1) Elisabeth W., dieGeliebte des Großfürsten und Kaisers Peter III. , nachmalige Senatorin Po-lanski; 2) die Gräfin Butturlin, 3) die Fürstin Daschkoff, die VertrauteKatharinens N., welch« mit dem Grafen Panin den Plan zur Erhebung derselbenauf den Thron entwal-f und ausführen half. Sie waren die Nichten des Großkanz-lers Grafen Michael W„ der als russischer Vicekanzler den Allianzverlrag zwi-schen Rußland und Schweden zu Petersburg d. 25. Juni 1745, und einen andernmit Östreich zur Vertheidigung der Erbfolge der Maria Theresia , sowie 1747 denSubsidienvertrag mit Großbritannien abschloß, nach welchem ein russisches Eorpsvon 37,000 Mann im Solde der Seemächte bis an den Main marschirie und denAbschluß des aachner Friedens 1748 bewirkte. In den letzten Jahren der Regie-rung der Kaiserin Elisabeth stand der Vicekanzler W. an der Spitze der schwedi-schen Partei, deren Seele der Großfürst Peter war; allein der Kanzler Bestuscheff,das Haupt der dänischen Partei, behauptete im Cabinctte der Kaiserin einen über-wiegenden Einfluß, bis er 1757 in Ungnade fiel, worauf der Graf W. Reichs-kanzler wurde. — Ein Graf Alexander W. war früher Gesandter an mehreneuropäischen Höfen, wurde vom Kaiser Alexander 1802 zum Reichskanzler ernanntund erhielt daraufdie Leitung der auswärtigen Angelegenheiten. 1804 nahm er s.Entlassung, behielt aber seine Titel. Er zog sich nach Moskau zurück und starbdaselbst 1806. — Sein Bruder S ... W. war russischer Gesandter in London ,als die franz. Revolution auebrach. Katharina erklärte sich gegen die Grundsätzederselben, und GrafW. schloß zu London den 25. März 1793 mit Lord Grenville einen Doppelvertrag, wovon der eine die Handelsverhältnisse zwischen Rußland undEngland, auf den Fuß des für England sehr vortheilhaften Handelsvertrags von1768, auf 6 Jahre erneuerte, der andre aber sich auf die gemeinsame M twirkungbeider Mächte bezog, um der Ausbreitung der franz. Revolution einen Damm ent-gegenzusetzen, um durch vereinigte Maßregeln den Handel Frankreichs mit den neu-tralen Mächten auf jede An zu hemmen, und um sich gegenseitig in dem Kriegemit Frankreich beizustehen. Dieser wichtige Vertrag wurde bekanntlich in dem letz-ter« Punkte von der Kaiserin nicht vollzogen, indem sie damals ihre Plane in Po-len ausführte; auch nahm Katharina in "der Folge keinen thätigen Antheil an demKriege gegen Frankreich, weil Großbritannien sich weigerte, mit ihr ein Schuh-und Trutzbündniß gegen die Pforte einzugehen. Diese ganze Unterhandlung führteGrafW. Er blieb Gesandter in London auch unter den folgenden Regierungen.Paul I. ernannte ihn zum General. Unter Alexander 1. hatte er Theil an den Ver-handlungen, welche die dritte Zoalition durch den Petersburger Tractat (genanntTrsite äe conoerl- vom 11. April 1805 herbeiführten. — Sein Sohn, Gras