Wörterbuch Wouverinann ZZ'i
Michael W., k. russ. Gen. der Infanterie lind Generaladjutont, ist Militairge»neralgouverneur von Neuruf,land (zu Odessa Langeron's Isochfolger). Geb. zu-Wsoskau, ward er bei seinem Vater in England erzogen, bekleidete dann ebenfall«mehre diplomatische Posten, und zeichnete sich im Kriege aus, vorzüglich in denFeldzügen 1813 und 1814 gegen Frankreich . Mit einer drobenden Erklärung andie Einwohner des Deport. ter Ardennen und der Aisne und Marne , wenn sie dieWaffen gegen die Allürten ergriffen, betrat er Frankreichs Boden, wo er an weh-,ren Schlachten und Gefechten Theil nahm. Bei Traone wurden er und Sackenam 7. März 1814 von Napoleon geschlagen, worauf sich Beide mir einem Ver-luste von 4000 Mann nach Laon zurückzogen. Als aber Blücher nach dem Siegebei Laon wieder über die Aisne gegen die Marne zog, befehle Graf W. Chalon«am 23. März; auf dem Marsche gegen Paris bewies er zuleht noch bei dem An-griff auf diese Hauptstadt viel Tapferkeit. 1815 zog er ein zweites Mal mit nachFrankreich, und befehligte hierauf bis 1818 dos russische Coniingenl bei dem Be-sahungsheere, wo er zu Maubeuge sein Hauptquartier hatte. Er hielt auf guteMannszucht und erwarb sich die Achtung der Einwohner. Von dort begab er sichnach Aachen , zur Zeit des daselbst versammelten Congresse«, wo er von seinem Mon»archen, dessen Kammerherr und Generaladjutont er war, Mehre Beweise von Ach-tung erhielt. In der Folge wurde er zum Milikairgeneralgouverneur von Neuruß,land und Bessarabien ernannt. Im Juni 1826 bevollmächtigte ihn und den nachKonstantinopel al« Gesandten bestimmten Geheimcnrath v. Ribeaupierre der Kai-ser Nicolaus, in Akjerman mit den türkischen Commissarien über d>e Ausgleichungder Irrungen zwischen Rußland und der Pforte zu unterhandeln. <— Ein Ver-wandter von ihm ist der Graf». Woronzoff-Daschkosf, den Alexander k.1822 zu seinem außerordentl. Gesandten und bevollmächt. Minister am k. bairischenHofe zu München ernannte, von wo derselbe in gleicher Eigenschaft nach Turin ge-kommen ist.
Wörterbuch, s. Lexikon.
Wo r t su ß, s. Rhythmus.
Wortspiel. Unter dem Wsrtspiel versiebt man nicht jedes Spiel mitWorten, denn sonst könnte auch das Reimecho and die hörbare Malerei in Wortendahin gerechnet werden; sondern man versteht vorzugsweise darunter die Darstel-lung einer Verschiedenheit duich Lautähnlichkeit der Worte, z. B. viele Fensterund doch so sinsie-; iuoxptio «i-nneuliuni, kauil rnuontium, wobei mit wihigerKürze zugleich Das. was ein Gegenstand ich und noas er nicht ist, aber sein will odersein sollie, zusammengestellt und i» einer Red« verbunden wird. Es wird also zumWortspiel erfoderl Laurähnlichke.t der Worte, bei Verschiedenhiit, ja oft Entge-gensetzung der Bedeutungen; und »in Wortspiel ist um so vollkommener, je weni-ger es dabei einer Abänderung der Wort» oder eines Zusatzes durch Präpositionen,Adverbien ic. bedarf. Gewiß gehören Wortspiele oder der Witz, der vorzugs-weise in den Worten, also der äußern Form, liegt, zu der untergeordnetsten Artdes Witzes, und dürfen daher auch nicht zu sehr gehäuft werden, aber es gehörtimmer zu den Annehmlichkeiten der Rede, durch schnell gefundene Ähnlichkeit derKlänge das Verschiedene in den Vorstellungen herauszuheben.
Wouvermann (Philipp), ein berühmter Landschafts- und Thiermakerder niederländischen Schule, geb. 1620 zu Harlem, starb ebendaselbst 1668. Erlernte zuerst bei seinem Vater, Paul W., dann bei seinem Landsmann, Ioh.Wynants, arbeitete viel und gut, erhielt Aber wenig für seine Arbeit; desto mehrbereicherten sich die Kunsthändler durch Verkauf s. Werke ins Ausland. Er malteLandschaften, Isgdzüge, Pftrdemärkte, Reiterscharmützel, Fischereien w. und pflegtein s. Gemälden gern Pferde anzubringen, unter welchen sich immer ein weißes mitgroßem Lichtrefiex auszeichnet. Der Krieg, der damals in den Niederlanden gr-
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