Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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389
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Wrbna-Freudenthal 889

zurück, aber beide Heere vereinigten sich von Neuem und schlugen (17. Mai 1648)bei Zusmarshausen unweit Augsburg das vereinte kaiserl. und bairische Heer mitgroßem Verluste. W. besetzte hierauf Daiern und behandelte es sehr hart, bis end-lich der zu Münster und Osnabrück geschlossene Friede allen Kriegsunternehmungender Schweden in Deutschland ein Znl setzte. W. ging nun nach Schweden zurück,und verlebte einige Zahre in Frieden. Als Karl Gustav den schwedischen Thronbestiegen halte, begleitete er kiesen (1655) aus dem Zuge nach Polen , und war inder berühmten 3täzige» Schlacht bciWarschau (18. — 20. Juli 1656) gegenwär-tig. Als noch im Laufe dieses Krieges Schweden (1657) von Dänemark angegrif-sen wurde, eilte Karl Gustav diesem neuen Feinde zu begegnen, und eroberte sehrbald Holstein, Schleswig und Züiland. W. belagerte die Festung Kronburg , diesich ihm nach 21 Tage» (6. Sept. 1658) ergab. Es ward ihm hieraus der Oberbe-fehl über die schwedische Fkotle aufgetragen, die Kopenhagen angreifen sollte, alleindies Unternehmen glückte nicht, weil die Dänen während der Belagerung von Kron-burg Zeit gehabt hätten, die Hauptstadt in Vertheidigungsstand zu setze», und eineholländ. Flotte zum Entsatzankam, Ungeachtet des Vortheils, denW. über die letztere(29. Oct. 1658) crh elt, mußte doch der Angriff auf Kopenhagen aufgegeben wer-den. Im folg. I. vereitelte er dagegen die von den Dänen aufter Insel Fünen ver-suchte Landung. Der Tod des Königs v. Schweden endigte (1660) diesen Krieg.Als Ludwig XlV. 1674 einen Krieg gegen das deutsche Reich begann, trat Schwe-den auf die Seite Frankreichs und griff (im Nov.) unerwartet die Staaten d.S Kur-fürsten v. Brandenburg an, der auf diesen Angriff nicht vorbereitet war und mir s.ganzen Macht gegen die Franzosen am Rheine stand. 26. befihbgte das 16,000M. starke schwedische Heer, welches In das Brandenburgische einfiel und das Landübel behandelte. Er wurde aber bald krank; ein Umstand, der wahrscheinlich zu demunglücklichen Ausgange des ganzen Unternehmens beitrug. Der große KurfürstFriedrich Wilhelm (s. d.) eilte mit s. Truppen vom Rheine zurück, früher, alses die Feinde erwarten tonnten. Sein be:uhmterFeldmarschall Derfslin g er (s. d.)überfiel (12. Juni 1675) den schwedischen Obersten Wangelin in Rathenowund»ahm ihn mit s ganzen Regimenre gefangen. Ebenso unerwartet gnffam 18.Juni1675 der Kurfürst mit 6000 M. Reiterei das schivedische, 13,000 M. starke Heerbei Fehrbellin (s. d.) an, und erhült einen vollständigen Sieg über dasselbe. DirSchweden mußten Brandenburg räumen, und verloren selbst emen Theil von Vor-pommern. 26, legre hierauf s. Stelle, wegen Alters und Krankheit, nieder, undstarb im folgenden Jahre. Für s. frühern Wiege war er (1645) in den Grafenstanderhoben worden.

Wrbna-Freudenthal (Rudolf, Graf), k. k. Oberstkämmerer, Chefdes Geheimen CabinetS, Ritter des goldenen Vließes :c., ausgezeichnet als Menschund als Staatsmann, gehört zu den wenigen Großen, welchen die Achtung desMonarchen und die Liebe des Volks in gleichem Maße zu Theil ward. Geb. zuWien den 23. Juli 1761 und von seinen Ältern trefflich erzogen, studirle er auf derUniversität Wien Philosophie und die Rechte, dann auf der Bergakademie zuSchemnitz die Bergwiffenschaften, machte bergmännische Reisen und trat hwrauf1785 als Hofsecretair seine staatsbürgerliche Laufoahn an. Er stieg von Stufezu Stufe und winde 1801 Viceprästdent der montanistischen Hosstelle, oder derHoskammer im Münz - und Bergwesen. Als solcher leitete Graf 26. den gestimm-ten östreich. Bergbau mit Ernst, Eif-r, Einsicht und Sinn für die großen Fort-schritte jener Wissenschaften, welche dem geb ldeten Bergmann unentbehrlich sind.Auch praktisch ging er in der Eisenhüttenkunde auf den b, rühmten Merken seinerHerrschaften Horzowiz und Ginetz in Böhmen , mit dem ersten Beispiel und Mu-ster vollkommener Einrichtungen und Pi odnctc voran. Er war theils Mügründer,theils lebhafter Beförderer und Mitglied vieler vaterländischen Bildungsanstalten,