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Wrede
z B. der Gesellschaft der Wissenschaften zu Prag , der patriotisch-ökonomischen Ge-sellschaft, deü polytechnischen Institut«, der ständischen Malerschule, des Conser-vatoriums der Musik, des Nationalmuseum« u. s. w. — Als in Folge derfranz. Invasion 1805 der Kaiser und die Regierungsbehörden Wien verließen,wurde Graf W. zum Hofcommissair ernannt. In diesem ebenso wichtigen alsschwierigen Posten gebot er d<n franz. Behörden Achtung und leistete dem Staatedie ausgezeichnetsten Dienste. Räch dem Frieden von Presburg zum obersten Käm- >merer und Chef des Geheimen Cabinets ernannt, befand er sich stets um die Per- <son der Kaisers, empfing und vollzog seine unmittelbaren Befehle. Unterihmstan» 'den jetzt gegen 900 k. Kämmerer (darunter 20 Fürsten und 600 Grafen ), die kaif. §Leibärzte, die Aviticalcassen der k. Familie, die Oberdirection der Familienherr-schaften, die Schatzkammer, das Naturaliencabinet, die Gemäldegalerie mit ollen 'übrigen Kunstsammlungen, die Inspeciion der kais. Burg , die LLchloßhauptmaimr.schaften, endlich die k. Kammerkünstler und die oberste Hoftheaterdirection. Der .Dienst raubte ihm jetzt jede Minute, und dessenungeachtet nahm er immer noch anallen Fortschritten der Wissenschaft,den lebhaftesten Antheil. Semem hellen Blickund seiner Unterstützung verdankt Östreich die erste Geognosie (von Rejcheßer), vonderen Anwendung auf den Bergbau uian früher bei der Hofkammer kaum einenBegriff hatte. In seiner Eigenschaft als Chef des Geheimen Cabinets hatte er auchbeim Kaiser den Vortrug in Gnadenlachen, und wendete unzählichen Menschen Gu-tes zu. — Als 1810 Graf Wallis zum Finanzminister ernannt, und die Ein,ziehung der schon mehr als 1000 Millionen betragenden Bancozetkel und ihre Um- ,wechs lung in Einlösscheine zu j insgeheim beschlossen war, trat die Bedenklichkeitentgegen: ob das neue Papier Anwcrth finden, und dem ganzen neuen Finanzplanewerde Vertrauen geschenkt werden? Graf Wallis erklärte, es werde hinreichendsein, wenn die neuen Zettel die Signatur des Grafen Wrbna erhielten. Und so siehtman noch seinen Namen auf allen den (etwa 600 Mill.) Einlös- und Anticipa-tionsscheinen, die von 1811 — 13 ausgegeben wurden. So groß war das Anse-hen, der Credit und die Achtung, in welcher W. allgemein beim Publicum stand.Daß später jene Papiere weit unter dem pari sanken, verschuldete nicht W.'S Miß-credit, sondern die Natur des Papiergeldes und die Gewalt der Umstände. Nacheiner langwierigen, schmerzhaften Krankheit starb Graf W. am 30. Jan. 1823.Als wenige Stunden vor seinem Hinscheiden der Kaiser ihn besuchte, und vernahm,daß ?u seiner Wiederherstellung keine Hoffnung sei, sagte er mit Thränen im Auge:„Ich verliere an ihm nicht nur einen treuen Diener, sondern auch einen Freund,der 20 Jahre lang seine Ehre darein setzte, mir im Glück wie im Unglück unver-holen die Wahrheit zu sagen!": — Worte, welche Den, dem sie galten, nicht min-der adeln als Den, der sie sprach/)
Wrede (KarlPhilipp, Fürst v.), könial. bairischer Feldmarschall und Ge-neralinspeckor des Heeres, Herr von Ellingen, Engelhardszell, Suden, Mondsee u. s. w., Mitglied des königl. bair. StaatSratks (s. 1811), stammt aus einemalten Geschlechte in Baden, ist geb. den 29. April 1161 zu Heidelberg , machte da-selbü seine Studien und widmete sich der Forstwissenschaft. Baron W. war anfangsHofgerichtsralh in Manheim , dann Assessor beim Dberamte Heidelberg 1192,>m Kriegs Östreichs mit Frankreich pfälzischer Landescommissair bei dem östreich.Corps unter Hohenlobe, und Öberlandesconimissair bei dem östreich. Heere von119 Z — 98, unter Wurmser, dem Herzog Albert und dem Erzherzog Karl. Ei-nes Dberfvrstmeisterstelle, die er gekauft hatte, entsagte er, als er 1199 den Auf-trag erhielt, für den Erzherzog Karl ein kurpfalz -bairisches Corps zu bilden, das er,
*) Die Graf» Wrlvia sind ursprünglich ein schlefischeS Geschleckt, daS schon imZeitalter der Hehenstausen durch ritterliche Thaten berühmt war. Sie wurden Gra-sen 1Üg2,