Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
Seite
392
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an Östreich Tirol, Salzburg , das Jnn- und Hausruckviertek abtrat, wofür e«Würzburg und 2lschaffenburg sogleich in Besitz nahm und sich von Ostreich denkünftigen Erwerb von Mamz und der Rheinpfalz versprechen ließ. — Auf demCongreffe mWien zeigte er sich als geistvollen Diplomatiker, wie er sich bisher alsmukhigen Heerfühier gezeigt halte. Bei dem Wiederausbruche des Krieges 1815drang er an der spitze des bairischen Heeres in Lothringen ein und ging den 23/Zum über die Saar . Die Ereignisse in den Niederlanden öffneten ihm den Weg"ine Herz von Frankreich. Nach Beendigung des Krieges kehrte er nach Baiern zurrück und nahm nun als Reichzralh oderM Iglied der ersten Kammer an den Der-Handlungen des ersten Landtags in Baiern 1819 Antheil. Dann ward er mit meh-zren wichtigen Sendungen beauftragt und am 1. Ock. 1822 als Generalissimus an jdie «pitze des bairischen Heeres gestellt. Fürst W. vereinigt schnellen Überblick,große Besonnenheit, Feuer und Ruhe mit unermüdelcr Thätigkeit und ausgezeich-neter persönlicher Tapferkeit. (S. „Zeitgenossen", Heft XX>>.) '

Wr « n («ir Christopher), einer der gelehrtesten und berühmtesten Baumei«ster, geb. den 20. Oct. l 632 zu East .Knoyle in Wiltshire , wo sein Vater Pfarrer ,war. Schon in der Schule zu Westminster entfalteten sich seine großen Anlagen, lund bereits in seinem 13. Jahre erfand er ein neu-S astronom. Znstrum.nt, das 'er, sowie eine .'lbhandlung vom Ursprung der Flüsse, seinem Vater in geistreichen *lai. Versen widmete. Zn Oxford , woh.n ev in seinem 14. I. ging, zeichnete ersich durch große Fortschritte in den niaihemat. Wissenschaften aus. Alle seine Ju-gendarbeiten sind Beweise eines fruchtbaren, reifen und hochgebildeten Geistes. Er 'ward in s. 20. I. 1657 zum Lehrer der Astronomie im Greshani-College in Lon-don ernannt, vertauschte aber kiese Stelle 1669 mit d n Lehrstuhle der Astrono-mie in Oxsvrd. Seitdem z- ichnete er sich durch Arbeiten in allen Theilen der Ma-thematik und Naturwissenschaften aus, und vertraut mit all. » Werken der Vorzeitund der ganzen, gelehrten Welt, erweiterte er unablässig das Gebiet der Wissen-schaften. Als Mitglied der königl. Gesellschaft nahm er an den wissenschaftlichenBestrebungen derselben den lhmigsten Antheil. Am merkwürdigsten aber ist dirseltene Verbindung theoret. W.ssenichast und des praki. Genies, dessen Schöpfer-kraft so viele bewunderte Werke hervorgebracht hak. Die Vollendung des Bauesder Peterskirche unter der Regierung des Papstes Ziinocenz X. und unter Beruftni'ü Aufsicht war zu jener Zeit ei» Gegenstand allgemeiner Aufmerksamkeit, undscheint dazu beigetragen zu haben, W.'s Geisteskräfte in das Gebiet zu führen, woer seinen Ruhm finden sollte. Der Tod seines großen Vorgängers Znigo Zonesbahnte ihm den ÄLeg. Sein erstes Werk war das prächtige Shcltons Tlp ater inOxford, Lurch dessen Erbauung (!66Ü) er bald berühmt wurde, und nicht langenachher erbaute er das Pembrokecollegium in Cambridge , aber nie ward er bei die-sen 'Arbeiten je seinen Lieblingsbeschäftigungen, der Mathematik und den Natur-wissenschaften, untreu. Er reiste 1665 nach Frankreich, wo die unter Ludwig XI errichteten Bauwerke, besonders das Louvre, für ihn eine lehrreiche Schule wur-den. Es ist merkwürdig, küß er, ohne je Italien gesehen zu haben, in einem Lande,das verhältnismäßig ärmer an Denkmälern der Baukunst war als andre Länder,und nur vorzügliche gothische Gebäude besaß, und bei der herrschend,n Geschmack-losigkeit seiner Zeitgenossen, die erstaiinenSwürdigen Entwürfe zu fassen und aus-zuführen vermochte. Der große Brand in London (1666) öffnete seinem Geisteein neues Feld, und die tabui er veranlaßt,n Entwürfe nahmen seine ganze Geistes-kraft in Anspruch. Er machte gleich nachher einen Plan zu einer neuen «ladt, dervor allen andern Entwürfen Beifall fand. Dieser Plan kam jedoch nicht zurAuS-fübrung, obgleich W. zum ersten Baumeister für die Wiederherstellung der «ladternannt wurde, weil sich die Hauseigenihümer nicht zu Aufopferungen verstehenwollten. Nach seinen Entwürfen ward der Bau der Pauls kirch e (s. d.) begon-