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Zwölfter Band. W bis Z.
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Wünschelruthe Würfel

dem Wunderbaren leicht m das Abenteuerliche verfallt. — Unter verschiedenen,Charakter stellt sich da« Wunderbare, welches mit dem Volksglauben verwandtes,bei den verschiedenen Völkern und zu verschiedenen Zeiten der Kunst dar. Das My-thische der Grieche,iwclt hat einen heitern Charakter und erscheint als fröhliches,sinnreiches Bilderspiel der Phantasie; das Mystische in der romantischen und neuernZeit überhaupt hat einen ernsiern Charakter und ist oft aus dem trüben, gestaltlosenReiche der Ahnungen von der Unterwelt geschöpft. I.

Wünschelruthe (lar. virgula r,,ercuriali,)ist eine unter gewissen aber-gläubischen Umständen verfertigte, entweder einfach bogenförmig gekrümmte oderauch zweiüstige, in einem Stiel verbundene Ruthe, wie eine Gabel geformt, vonHolz, Messingdraht oder Metall, welche von abergläubischen Menschen angewembet wird, um da, wohin sich diese auf eine eigenthümliche Weise mit den Fmgerngehaltene Ruthe vorzüglich neigt, verborgene Schätze unter der Erde zu entdecken.Besonders wird sie im Bergbau gebraucht, um edle Metalle, Mineralien oder unter-irdische Wasser und Erzgänge damit ausfindig zu machen. Wie häufig dieser Aber-glaube von Betrügern ist benutzt worden, bedarf hier keiner Ausführung. Auchwürde diese Anwendung der sogen. Wünschelruthe vielleicht nur noch als Denkmalehemaligen Aberglaubens genannt werden, wenn nicht vor einigen Jahren ein Ita-liener, Nomens Campetti (ein junger Landmann, zu Gargnano am Ufer des Garba-sees geboren), durch die ernstliche Versicherung, Metalle und Wasser unter derErde, mutelst körperlicher Empfindungen, wahrnehmen zu können, großes Auf-sehen gemacht hätte, indem die von ihm angestellten Versuche allerdings sehr fürdiese Behauptung zeugten. Der Naturforscher Ritter zu München reiste auf Be-fehl des König« von Baiern 1806 zu Campetti nach Gargnano , brachte ihn mitnach München , um wiederholte Versuche anzustellen; diese wurden besonders mitSchwefelkiespcndeln gemacht, von denen man behauptet, daß sie in der Nähe vonMetallen schwingen. Ritter hat vornehmlich bei dieser Gelegenheit sich eines In-struments bedient, das er Balancier genannt hat, und das ganz einfach in einemStäbe oder kleinen Streifen von Kupfer oder «nderm Metalle, ungefähr 6 Zolllang und einen halben breit, besteht. Die nähern Nachrichten findet man inAretin's .Lleuem liler. Anzeiger" (1807), von Nr. 22 an; auch hat Gilbertan-ziehende Beleuchtungen dieser Versuche 1808 herausgegeben. (Vgl. Rhab-domantie.)

Würde ist der innere Werth eines Gegenstandes, welcher darauf beruht,baß er seinen Zweck in sich selbst hat. Vorzugsweise kommt daher die Würde derPersonzu, L«»n sie ist ein Wesen, w.lcheS Zwecke erkennt, sich selbst setzt unddanach seine Handlungen bestimmt. Daß ein Gegenstand aber seinen Zweck in sichselbst hat, hindert ihn nicht, auch Zwecke noch Außen zu erfüllen, d. i. nützlich zusein; nur ist dies« Beziehung der erstem untergeordnet.

Wurf, s. Ballistik.

Würfel oder Cubus ist ein von 6 gleichen O.uadrotflächen begrenzterKörper, der 12 Kanten und 8 Ecken har, von denen jede der andern gleich ist.Er gehört daher zu den regulairen Körpern, und zwar ist er der einzige regulaire,welcher von 6 Flächen begrenzt wi. d. Sein körperlicher Inhalt ist, wie man sichleicht überzeugen kann, wenn man sich jede «eile des Würfels in lauter gleicheTheile zerlegt renkt, gleich einem Product aus der Zahl der Theile einer Seite (derHöhe) in die Zahl einer Q.uadratfläche (der Grundfläche), und diese Fläche selbstwieder gleich ein-in Producke aus einerlei» (Höhe) derQuadralfläche in die andre(Grundlinie). Weil nun diese Seiten alle einander gleich sind, so wird der Inhaltdes Würfels durch dreimalige Mulkiplication der Zahl derTheile einer Seite m u sichselbst erhalten. Ist z. B. eine Seite gleich 10, so ist der körperliche Inhalt gleich10 X 10X10—1000. Daher wird auch jedes Product, das durch dreimalige