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Zwölfter Band. W bis Z.
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Würtemberg (Geschichte)

Würtemberg (Königreich). Geschichte. Kein größerer Staat in Deutsch-land, keiner in ganz Europa ist auf eine so eigenthümliche Art entstanden als dasKönigreich Würtemberg (richtiger Wirtemberg; Virokungau soll ein alemannischerGauname gewesen sein; man hat die Unterschriften: Wirtinberch, Wirdeneberch,Wirkenberc, seit 1090). Würtemberg war ursprünglich der Name einer Burg desunweit Stuttgart am mittlern Neckar gelegenen Stammhauses, wo 1083 d. 11.Febr . die Capelle eingeweiht worden ist. Daher wurde Würtemberg Familienname,dann der Name eines Hcrzogthums, endlich des Königreichs. Am Ende des 11.Jahrh, nennt die Geschichte zum ersten Mal Herren vonWürtemberg; bis zurMittedes 13. Jahrh, kommt die Familie nur hier und da gelegentlich wieder vor, von derMitte des 13. Jahrh, an aber in ununterbrochener Reihe, und die Geschichte Schwa-bens ist voll ihrer Thätigkeit und ihres aus einen bestimmten Zwrck hinzielendenWirken« zur Machtvergrößerung durch Wirthschaftlichkeit und ritterliches Umsich-greifen. 1139 finden wir zum ersten Mal Grasen von W'rtemberc vor. Es gabnie eine Grafschaft, die so h'eß, und es ist ohne geschichtlichen Grund, daß KaiserHeinrich I V. zur Belohnung treuer Dienste die Familie mit der Grafschaft Würtem-berg belehnt habe, sowie die Hohenstaufen mit dem schwäbischen Herzogthum. DieHerren und Grafen von Würtemberg sind nicht ursprünglich kaiserl. Beamte gewe-sen, deren Amtsbezirk sich endlich in Lehen verwandelt hätte; sie waren die Besitzerausgedehnter, ihnen eigenthümlich anqehöriger Güter in Schwaben , welchen, wiemehren andern, Ehrenhalber der Grafenname beigelegt wurde, und denen auch spä-terhin landvogteiliche Ämter und Nutzungen von den Kaiser », Schutzvogteien abervon Klöstern und Stiftern verliehen wurden. Außer ihren eigenthümlichen Fa-Niiliengütern erwarben sie, bald durch Kauf bald durch freie Übertragung, viele Ge-fällt, auch die meisten Jagdgerechtsame, nur unter der Bedingung und Obliegen-heit, dafür Klöster, Städte, Dörfer richterlich und ritterlich zu schützen und zuregieren. Diese mit der Verpflichtung, die Regierungskosten zu tragen, belegtenEinnahmen heißen in Wüilemberg die Kammer, und sind also die von dem Regen-ten zu verwaltende Staatscasse. Gesondert sind davon die Patrimonialgüter derRegentenfamilie, unter dem Namen Kammerschreibereigut, jetzt Hof- und Do-mainenkammer. So erscheint hier, was sonst selten so vorkommt, Das, was der clo-»nns angehört, von Dem,was der «In», in,,5 als Landesregent anwenden soll,geschieden.Was er zur Regierung nicht nöthig hatte, ward als Ersparniß betrachtet, wofürErwerbungen (für den Staat) zu machen waren. Steuerbeiträge sollten nur be-willigt werden, wenn die Kammer für Regierungskosten, die nicht bloß nach all-gemeiner Zweckmäßigkeit, sondern auch nach dem Verhältniß des Landes zu ermä-ßigen sind, nicht hinreichte. Sobald also Ltteuerbeiträge nöthig waren, konntenicht mehr von Ersparnissen und dadurch gemachten Erwerbungen für die Regentenallein die Rede sein. Was erworben wurde, war nur zu erwerben gewesen, weildas Land Steuern zuschoß; es war also in doppclterRücksicht nur zum Nutzen des Lan-des erworben. Dieser Staatszustand entwickelte sich unter folgenden Hauptpersonen.Ulrich mit dem Daumen , um die Mitte d. 13. Jahrh., ist terGraf von Wür-tembcrg, von welchem die würkemb. Geschichte in ununterbrochener Folge bisauf unsere Zeit herabläuft. Anfangs ist diese Geschichte Familiengeschichte; Des-sen, was er und seine Nock>so!ger an Land und Leuten theils besessen, theils zuschützen und zu schirmen gehabt kaben, geschieht nur gelegentlich Erwähnung. Wür-tembergische theils eigne, theils durch Regierungepflichten erhaltene Besitzungenwaren zu seiner Zeit, neben den alten Stammburgen Würtemberg und Beutelspachim Herzen von Niederschwaben, die Städte Stuttgart, Leonberg , Kanstadt, Waib-lingen und Marbach; er selbst mag ^chorndorf und Göppingen dazu erworben ha-ben; gewiß ist, daß die Grafschaft lOach durch sein Verdienst ans bisherige Fami-liengut sich anschloß. Überhaupt war die Familie von alter Zeit her im Rems-, Vils-und mittlern Neckarthale begütert; sie hatte Allodien im Enzgau, aufwärts Calw