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Zwölfter Band. W bis Z.
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Würtemberg (Geschichte) 403

imd Tübingen zu; selbst in Oberschwaben war ihr bedeutender Gütererwerb gelun-gen, ober von diesemAllen nichts zusammenhängend oder geschlossen; überall, so-gar in ihrer alten Heimatb und selbst am Fuße des Stammhauses rrar ibr Besih-thum von Gütern andrer Herren mannigfach durch schnitten. Uni so schwierigermußte ihr Emporkommen sein und um so verdienstlicher. Unmittelbar vor Ulrichmit dem Daumen waren ihr die Herzoge von Deck, die Pfalzgra^en vonTübingen,die Grasen von Vaihingen und Andre an Macht und Familien, kichthur» überlegen,gewaltige Reichsstädte waren gegen sie in Eiferst cbt, oft in Fehde; wohlhabendeKlöster streckten noch jeden. Gute die Hände aus. Aber diese kamen nicht vorwärts,und jene gingen insgesammt zu Grunde. Eine eigenthümliche, in mehren Ge-schlechtefolgch erhaltene Kraft der Familie und eine kluge Benutzung jedes günsti-gen Umstanden erklärt die außerordentliche Erscheinung, daß ste so viel-Andre über-flügelte und bald auskaufen, bald durch Vogleischutz für sich einträglich machenkonnte. Damals war ganz Deutschland, vorzüglich Schwaben , ohne ein bedeu-tendes Oberhaupt. Die Macht der alten Hohenstausen halle sich bereits beinahe inNichts verloren, der edle Litamm selbst wurde bald darauf verrichtet; die Königeund Kaiser von Deutschland seit dem Ende Friedrichs ll. bisaufRudcls vouHabs-burg waren Schattenbilder. Frei und bei/ahe in jeder Hinsicht unabhängig stan-den die größer« und die kleinern Herren Schwabens neben einander; jetzt galt es,sich in derMitte derselben hervorzuthun. Unter solchen Umständen machkesichGrafUlrich mit dem Daumen, das Haupt der bis dahin wenig bekannten würtemb. Fa»milie, weit und breit einen Namen; ihm, dem unternehmendsten und tapfersten Rittter im ganzen Schwabenloude, mußten selbst die schwachen römischen Könige, wek«chen er furchtbar war, gute Worte geben, unk nicht nur durch Kauf Vermehrte er seinangestammtes Gut, wie man aus u,künden sieht, sondern auch tuich Krieg undEroberung; 8 Deal, sagt eine alte Chronik, kam er triumphircnd aus dem Felde,und nie ward er geschlagen. Dieser eigentliche Gründer und Ahnherr der Größe deswürtemberg. Hauses starb 1265. Sein Sohn und Nachfolger, GrafEberhard derErlauchte, verwaltete das überkommene Fomiliengut länger als 50 (fahre mit ei-ner so glücklichen und rastlosen Anstrengung, daß er noch einmal so viel au Land,Leuten und Einkünften hinterließ, als ererei bthatte. Keck und ohne Nachtheil bestander ernsthafte Fehden mit den Kaisern Rudolf von Habsburg, Adolf von Nassau , Al-brecht von Ostreich. So mächtig und begütert war er schon zur Zeit der Ermordungdes Letzter«, daß man Ansprüche aus den Thron der deutschen Könige von ihn, er-wartete. Heinrich von Luxemburg wurde gewählt, und Eberhard, welcher sich jetztvorzüglich wideispensiig bezeigte, von ihm in die Acht gethan, von seinen Feinden,deren er eine Menge hatte, aller Orten angegriffen, von seinen Unterthanen verlas-sen, aller seiner Burgen und Städte, seines ganzen Landes so durchaus beraubt,daß er bei den, Markgrafen von Boden einen Ort der Zuflucht suchen mußte. Da-mals wäre es um den so schön aufblühenden Namen Würtemberg geschehen gewe-sen, wenn nicht Heinrich VIl. unvermuihet schnell sein Grab in Italien gefundenhätte. Nun ei hob sich der niedergedrückte Ebei hard eilig wieder, gewann dos Ver-lorene zurück und fügte bis an das Ende seines Lebens durch Ankauf noch mancheandre Besitzungen hinzu. Er verlegte dcsStift Beutelspach, wo das Begrübniß sei-ner Familie war, deren Grabesruhe der letzte Krieg mit barbarischer Wuth gestörthatte, von da nach Stuttgart ; er selbst mit seinerFamilie wohnte, da auch die BurgWürtemberg, ihr bisheriger Aufenthalt, in Schutt und Asche lag, seit dieser Zeitmeistens zu Stuttgart ; und so sing diese Niadt an, die Hauptstadt des würtemberg.Gebiets zu weiden. Ein so reccrGeisi des Läntererwerbenö beseelte dieFcmilie, daßUlrich, Eberhards Sohn, noch bei Lebzeiten seines Vaters jene Herrschaften imEl-saß erkaufte, we'che b,s in unsei e Tage wüi kembergisch geblieben und erst tm ch diefranz. Revolution dem Hause verloren gegangen sind. Mährend ter 19 Jahre, die

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