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Zwölfter Band. W bis Z.
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Würtemberg (Geschichte)

er nach demTode semesVaterS regierte (1325—44), wurden von ihm über 81,600Guld. auf Güterkauf verwendet. Darunter ist Tübingen , bis jetzt die zweite StadtWürtembergs, das ihm nicht höher als 20,000 Pf. Heller zu stehen kam, weil mannicht den Besitz des Landes selbst, sondern nur die Gefalle, Rechte und Güter käuf-lich an sich bringen konnte, an denen die Verpflichtung zum Ersatz der Regierungsko-sten haftete. Der vierte Graf, Ulrichs Lohn, Eberhard derGreiner, dermännlichsteRitter seiner Zeit in ganz Deutschland und von großem Namen selbst jenseits desRheins bei den Franzosen , erkaufte während der Zeit seines Wirkens (1844 — 92)gegen 20 Städte ganz oder zur Halste, und eine Menge Dörfer und andre Güter,und erhielt und vertheidigte, was er erworben und ererbt hatte, in ununterbrochenemKampfe gegen die Reichsstädte. Auch unter den nachfolgenden Grafen, bis zurStiftung der Unteilbarkeit und Erhebung der aesammten Lündermasse zum Her-zogthum, ist kaum einer oder der andre, welche nicht durch eine oder mebre beträcht-liche Erwerbungen dieselbe vergrößert hätte. Namentlich ward von Eberhard I V.(er starb 1419) die Grafschaft Mömpelgard erbeiratbet durch Verbindung mit derErbgräfin Henriette, welche es 1443 ihren Söhnen, Ludwig und Illnch V., hinter-ließ. Unter diesen, obgleich Ulrich der Vielgeliebte genannt wurde, wankte die altehaushälterische Ordnung, welche erst Eberhard V. (1450), der Stifter des mün-singer Vertrags, wieder, auch gegen Eberhard den Züngern, fester stellte. Die Er-weiterung des Gebiets schritt hauptsächlich durch Ankauf fort, den eine spar-same Haushaltung begünstigte; Andres schloß sich freiwillig an, von Eroberungenist selten geradezu die Rede; es scheint, daß man häufig durch geschicktes Vorberei-ten den Mittelweg zwischen gewaltthätiger Besitznahme und angebotener Verbin-dung einschlug. Dft Verschwendung der ausschweifenden Nachbarn kam diesemSysteme der Erwerbung mannigfaltig zu statten, während die würtemb, Dynastiesich zugleich geraumeAeik in strenger Mannhaftigkeit erhielt. Ergiebige Geldquellenwaren vorzüglich die Londvogteien in Ober- und Niederschwaben und im Elsaß , öf-ters in mehren dieser Provinzen zugleich, welche jenen Ulrichen und Eberhardenhäufig von den Kaisern übertragen wurden. Dabei suchten sie häufig, anstatt Klö-ster und Reichsstädte vflichtgemäß zu schirmen, dieselben auszulaugen: ein Haupt-grund der zahlreichen Fehden nn d der ö stern Enthebung von den Landvsg teien. Gegendie Kirche war die Frömmigkeit der würtemberg. Stammherren ebenfalls sehrhaushälterisch, dafür wußte ihre Klugheit unter günstigen Umständen Schulden zumachen und vergaß auch wol die Rückzah'ung. Aber die Hauptsache für das Ge-deihen und Wachsen des Landes ist unstreitig der Umstand, daß gerade in diesem Zeit-punkte, als es galt, zu ei-werben und zu gewinnen, nie eine Theilung des väterlichenErbeS statthatte, und zwar nach einem richtig gefühlten und festgehaltenen Grund-sätze. Graf Eberhard dem Erlauchten fällt es durch eine zubillige Veranlassung ein,daß sein Besihthum in späterer Zeit einmal getheilt werden könne, und der bloße Ge-danke preßt ihm den Ausruf aus: „Wo Gott für sei!' (Ihm waren 2 Söhne und vonbeiden Enkel erwachsen; sein älterer Sohn starb vor ihm, derEnkel ober lebte; alleiner mußte sichderKirchewssmen, und dernochübrige Sohn blieben:,zigerErbe. Spä-terhin verlanate der Bruder Eberhards des GrcinerS, von seinem Weibe aufgehetzt,ausdrückliche Theilung des ererbten und gewonnenen Gutes, aber der Greiner zwangihn mit Gewalt, davon abzustehen. Erst 1442, da die Hauptmasse schon starkwar, theilten die 2 Söhne Graf Eberhards IV. alles würtemb. Besstzthum zumersten Mal in 2 gleiche Hälften, doch nu^is 1482 dauerte die Trennung. Balderkannte man, daß dadurch die Kraft des /^uses gelähmt worden sei. Graf Eber-hard im Bart (s. d.), von der Linie, die nach Ilrach hieß, nachher der erste Her-zoa, betrieb vorzüglich die Wiedervereinigung zu einem Genzen, und das Schick-sal begünstigte dieselbe, indem niii ihm der inochrr Mannsstamm cusftarb, und dieLinie von Neusten, welche neben der erstgenannten bestand, nur durch den (oft wahn-sinnig tollen) Grafen Heinrich, den Sohn Ulrichs des Vielgeliebten, fortgepflanzt