Tenophanes Xenophon 42S
neigte ersich sehr zu dem Pythagoräismus hin. Die Seele hielt er für eine sich selbstbewegende Zähl. Er stand wegen seiner Rechtlichkeit so in Ansehen, daß, als er«inst vor Gericht ein Zeugniß ablegen sollte, die Richter den dabei gewöhnlichen Eidvon ihm nicht verlangt, sondern sein bloßes Wort als hinlänglich angenommen ha-ben sollen. Die Athenienser schickten ihn mit Aufträgen an den König Philipp vonMacedonien. Auch gegen die Großen bebaupteie er seinen Charakter als praktischerPhilosoph, und von emem ansehnlichen Geschenke, das Alexander ihm sandte, nahmer nach langem Weigern einen sehr unbedeutenden Theil an, nur um den König nichtzu beleidigen. Als einen Beweis, wie gut er seine Leidenschaften zu beherrschenwußte, erzählt man, daß die bekannte Buhlerin La,S vergebens ihre Künste und alleReize ihrer Schönheit aufgeboten, ihn zu besiegen, und aus Verdruß über die fehl-geschlagene Absicht ihn eine Statue genannt habe. Von seinen philosophischenSchriften ist keine auf unS gekommen. — Er ist von einem andern Ren ok rat es,mit dem Beinamen der Arzt, zu unterscheiden, der zu den Zeiten des Tiber oderNero lebte, und von dessen Schriften nur noch ein Werk über die Benutzung derWasserthiere als Nahrungsmittel übrig ist, das einen ziemlich vollständigen Begriffvon den Kenntnissen gibt, welche nian damals über die Naturgeschichte der Fischeund «Lchalthiere hatte.
Renöphanes, ein griech. Philosoph, berühmt als der Stifter der eleati -schen Schule. Die Zeit seiner Geburt und seines Todes ist nicht ganz gewiß. Erwar ein Zeitgenosse des Pythagoras und Anaximander und soll ein Alter von 100Zähren erreicht haben. Nachdem er aus seinem Vaierlande, Kolophon, vertrie-ben worden war, ging er nach Sicilie» und dann nach Großgriechenland . Hierließ er sich gegen 536 v. Chr. zu Elea nieder, und davon hat sein System und dieSchule, die er stiftete, den Namen erhalten. Er blieb nicht bei den Meinungenseiner Vorgänger in der Philosophie stehen, sondern stellte neue Untersuchungenüber die Natur der Dinge an. Er bestritt in seinen Sillen die mythischen Fabelnvon den Göttern, wie Homer und Hesiod sie dargestellt hatten, und war einem, nurnoch unausgebildeten, idealischen Pantheismus zugethan. Seine Hauptsätze sind:Das Seiende ist Eins und unveränderlich, das Vollkommenste und Beste, — unddiese Freiheit des Seins wird Gott genannt. Dieser ist als solcher einzig, sich voll-kommen gleich und daher kugelartig, weder begrenzt noch grenzenlos, weder beweg,lich noch unbeweglich, unter keines Menschen Form vorzustellen, Alles vorstellendund vermögend. Die Vielheit der Dinge ist nicht wahrhaft. In empirischer Hin-sicht soll er behauptet haben, daß Alles aus Erde und Wasser entstanden sei. Ernahni eine Veränderung der Oberfläche unserer Erde durch Wasser an, und hieltden Mond für einen bewohnten und angebauten Weltkörper. Er läugnete dieMöglichkeit, künftige Dinge vorhersagen zu können, und behauptete, daß weitmehr Gutes als Böses in der Welt anzutreffen sei. Zm Allgemeinen klagte er überdie Ungewißheit des menschlichen Wissens., Don seinen Gedichten, in denen erphilosophische und andre Gegenstände vorgetragen hatte, finden sich nur noch Bruch-stücke beim AthcnäuS, Plutarch u. A. Die Bruchstücke seines LehrgedichtsOvskwc" sind gesammelt in des Stephanus ,Gnosis pliilosoplncs", späterhinvollständiger von Fülleborn und endlich von Brandts.
Renophon, der berühmte griech. Geschichtschreiber undFeldherr, war geb.zu Athen ungefähr 450, und starb um 360 v. Chr. Sein Leben fällt gerade in diePeriode, wo in Athen die größte politische und geistige Reibung war, und in welcherdie ausgezeichnetste» Männer, zu denen er selbst gehörte, auftraten. Er war einerder vertrautesten Schüler und Liebling des Sakrales; auch kann man aus seinenSchriften, namentlich aus der „Apologie" und den „Denkwürdigkeiten des So-krateS", den wahren Geist der Sokrattschen Philosophie am besten kennen lernen.T. war nicht sowol speculativer Philosoph, er wendete die Philosophie vielmehr auf