Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
Seite
440
JPEG-Download
 

440 I)psilantis (Familie)

Petersburg, und trat als Osficier in die Chevaliersgarde. Er kämpfte mit Aus-zeichnung bei Polozk 1812; als er noch Rittmeister in dem Grodno 'schen Hufa-renregimente war, riß ihm in der Schlacht bei Dresden , den 21. Aug. 1813, eineKartatschenkugel die rechte Hand ab. 1814 hielt er sich einige Zeit in Weimar auf,wo seine Schwester mir dem Grafen v.Edling vermählt ist, dieK ide gegenwärtigin Südrußland leben. Um dieselbe Zeit ernannte ihn der Kaiser in Wien zum Ober-sten und zu seinem Adjutanten; 18N erhielt er das Commando einer Husaren-brigade und wurde Generalmajor. Auf einer Badereise 1820 lernte er dieHetairria (s. t.) kennen. Er trat in diesen Bund, und in der Holze an die Spitze des-selben. Als er sah, daß der Augbruch des Ausstände« nicht mehr verschoben wer-ben konnte, er vielmehr, nachdem einer seiner Boten in Werbien verhaftet wordenwar, die Entdeckung des Planes befürchten mußte, entschloß er sich zu der gewag-ten und in seiner Stellung als russischer Officier und Unterthan durchaus strafba-ren Unternehmung, in der Moldau die Fahne des Aufstandes aufzupflanzen. Erging mit wenigen Begleitern über den Prulh und schlug am 23. Febr . a. St. (7.März) 1821 in der Hauptstadt der Moldau, zu Iassy, unter den Augen tesHos-podaren, Michael D uzzo (s. d.), einen Aufruf an, in welchem er verkündete, daßan diesem Tage Griechenland die Fackel der Freiheit angezündet und das Joch derTyrannei abgeworfen habe. (S. Griechenaufstand.) Dieser Schritt 4).'shing mit dem Plane eines allgemeinen AufstandeS zusammen, der in Morea, aufden Inseln und in Konstantinopel gleichzeitig ausbrechen sollte. Durch den Ein-fall in die Moldau hoffte st). die Hauptunternehmung zu begünstigen. Die Be-schleunigung des AufstandeS war zum Theil auch durch die Unternehmung des Theo-dor Wladimiresko herbeigeführt worden. Dieser rohe, aber äußerst tapfere und ver-wegene Walache hatte nut einem Haufen Arnauten, nach dem Tode teZ Hospoda-ren der Walachei, Alex. Suzzo (30. Jan. 1821), d'e,walachischen Bauern und Pan-Lureu zu den Waffen gerufen, um durch den russischen Echutz, wie er vorgab, dieHerstellung der alte» Rechte des Landes von der Pforte zu erlangen. Auch st)., derübrigens mit Wladimiresko in keiner Verbindung stand, gab seinen Begleiternund allen Hetairisten, die zahlreich aus Rußland und Deutschland zu ihm eilten,die Versicherung, daß Rußland die Vache Griechenlands unterstützen werde. Al-lein die Militairinsurrectionen in Italien , weshalb der Congreß zu Laibach versam-melt war, bestimmten den Kaiser Alexander, dem Völkerrechte gemäß, da? eigen-mächtige Unternehmen der Hetairisten öffentlich zu mißbilligen und den Anführerderselben, den Fürsten Alex. st)., zur Verantwortung zu ziehen. Da derselbe nichtgehorchte, so ließ ihn der Kaiser aus den Listen des russischen Heeres streichen. Eshatte nämlich der russische Eonsul in Iaffy schon am 9. April 2 Kundmachungenerlassen, durch die er den Fürsten P. und dessen Anhänger im Namen des Sou-verains auffoderte, sogleich nach Rußland zurückzukehren, alle Moldauer aber zurRuhe und zum Gehorsam gegen die Pforte ermähnte. Mich. Suzzo mußte hierauf(1i. April) die Moltau verlassen, und die Bojaren sandten Abgeordnete an diePforte, mit der Bitte, ihnen einen andern Hospodar zu geben, indem sie die Ver-sicherung hinzufügte», daß sie den Aufstand,selbst unterdrücken würden. V- warschon auf dem Marsche nach Bucharest, als er dies erfuhr. Er und seine Schar(enva siOOO M.) beharrten standhaft auf der Fortsetzung ihres Unternehmens. Am10. April hielt er seinen Einzug in Bucharest, welche Stadt Wladimiresko, dersich mit st). nicht vereinigen wollte, mit seinen Panduren kurz zuvor verlassen halte.Hierauf zog sich jener den 12. April nach Tergowist, wo er seine Zeit v-rlor, wäh-rend Wladimiresko mit der Pforte nute,handelte. Die Bojaren selbst hatten sichaller Theilnahme an st).'s Unternehmen enthalten, und viele derselben mit Weibern,Kmdern und Schätzen sich nach Siebenbürgen geflüchtet, weil ihnen dre Familiend r Fanarwtrn verhaßt waren, Wladimiresko'S Aufstand aber war mehr gegen die