Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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L',0 Zahnschmerz

daher in der Länge auf dir empfindlichste Weise, oblchon sie für den Augenblick dirZähne rein machen. Da der Schmelz durch rauhe, spitzige Dinge beschädigt wer,den kann, so find auch alle metallene Zahnstocher, Zahnpulver von Bimsstein,Korallen, Cremortartari rc. Dinge, die man sorgfältig vermeiden muß. — Leute,die vielFleisch, wenig Brot genießen, nicht die beste Verdauung haben, Tabackrauchen, finden, daß der Schleim im Munde sich an den Zädnen festsetzt und denWeinstein erzeugt: ein Niederschlag jener im Schleim enthaltenen erdigen Theile;er nimmt vorzüglich die Theile des Zabnes ein, welche bei dem Essen am wenigstenin Berührung kommen, also die untern Theile überhaupt, dann die tiefern, zwi-schen Krone und Hals gelegenen, von» Zahnfleische begrenzten Punkte. Das Zahn-fleisch wird dadurch nach und nach abgetrennt; Verdeibnifl, häßlicher Geruch ausd.m Munde find die unausbl ibliche Folge. Um ihm zuvorzukommen, muß mantäglich die Zähne mit einem guten Zahnpulver, lauem Wasser und einer hartenZahnbürste reinigen. Wo er schon ist, muß nian ihn vorn Zahnarzt entfernen las-sen, und dann die Wiederkehr auf gleiche Weise verhüten. Den Brand an denZähnen kann man oft noch ^urch Auefeilen der brandigen Stelle entfernen, oderdurch Arzneien, Plombiren aufhalten, sodaß der Zahn noch viele Jahre gebrauchtwerken kann; man darfnie zu voreilig den Zahn herausnehmen lassen, weil immerGefakr damit verbunden iü. Zu künstlichen Zähnen bediente man sich gewöhnlichder Menschenzähne aus Leichnamen gesunder Menschen; j-tzt macht man sie ausWallroß-, au« Kuhzähnen, Elfenbein. Der künstliche Zahn wird entweder auf diezurückgebliebene Wurzel mittelst eines Stiftes von Silber oder Gold gepflanzt, oderwo dies nicht geht, an die gesunden Nachbarn mit Seide, Golddraht befestigt. Daüber alle solche Zähne bald ikre Farbe verlieren und übelriechend werden, so verfer-tig! man jetzt in Dresden, Paris, München auch porzellanartige, die zwar tiefenFehler nicht haben, aber fürchten lassen, daß durch ihre Härte gar leicht den ent-gegenstehenden natürlichen geschadet werke, daher es noch nicht entschieden ist, ob sieden Ruf behaupten werken, den ihneTi Fondi's Name in Paris u. a. O. bereitsverschafft hat. Dir Lehre von den Zähnen ist nach Albin, Hunten, Blake, Fopvorzüglich bearbeitet in A.Serres's „IN>ai rur l'auuioniie el !.> pl>>5iolnpflo clc;

ou neuieclle tliven w ele la li< nlilion" (Paris 1817, mit Kupf.). Für denZoologen ist Euvier's Schrift: „Der ,le»t!> «le« Iiianiuiilärc!." (11 Liefer., Paris 1825, m. Kupf.) wichtig; doch kennt der Vf. die Ansichten von Ok-n, Meckel,von Baer u. A. zu wenig.

Zahnschmerz, Zahnweh. So nennt man die Schmerzen, welche inden Zähnen selbst oder in den zu ihnen gehörenden Theilen ihren Sitz haben. Sieerreichen bisweilen eine» sehr befugen Grad, sodaß sie alle nächtliche Ruhe raubenund den Kranken zur Verzweiflung bringen. Bisweilen verbreiten sie sich von demZahne aus weiter auf die nahen Theile, manchmal bis in den Kopf hinein. Oftlassen sie auf ihrer Höhe plötzlich nach oder hören ganz auf und kehren dann nachein ger Zeit wieder zurück. Wie alle Schmerzen, so befinden auch sie sich eigentlichim Nerven, und zwar in demjenigen, welcher in einem besondern Canal d r Kinn-luc,mkuvchen seinen Lauf hat und an jeden Zahn wenigstens ein Astchen abgibt.Dieser Nerv aber wird von sehr vcrschiedencn Ursachen auf krampfhafte Weise ge-reizt und dadurch schmerzhaft afficirt. Dem gemäß sind auch die Arten der Zahn-chmerzen, welche man gewöhnlich unterscheidet, sehr ».richteten. Schon bei demDurchbrüche der Zähne, welcher von einem entzündeten Zustande des Zahnfleischesbegleitet wird, beobachtet man Schmerzen, die gewöhnlich noch hierher gerechnetwe"den. Ebendasselbe findet statt bei spätern zufälligen Entzündungen des Zahn-fle'sches und der Theile, welche sich in den Zahnhöhlen befinden. Ferner bringtauch Gicht, Rheumatismus , Flechten, Auszehrung, die Lustseuche, ja selbst dieSch wangerschaft Zahnschmerzen hervor, welche man gewöhnlich consensuell nennt.