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Zelter Zend-Avesta
mehre wackere Zöglinge, z. B. Felix Mendelssohn ; die vorzüglichsten Gesanglehrerund Organisten in Berlin sind seine Schüler. Sein tüchtiger kräftiger Charakter,der ihn auch zum Freunde Göthe's gemacht hat, scheint den Einfluß zweier huma-nen Künste, der Bau - und Tonkunst, zu beurkunden. Ein frischer Blick in dasLeben, reiner Natursinn, reges Gefühl auch in vorgerückten Zähren, durch einekräftige Constitution des Körpers unterstützt, gesundes Urtheil, rüstige, wohlwol-lende Thätigkeit sind ihm eigen. Gerh. v. Kügelgen hat ihn gemalt.
Zelter, ein Pferd, das einen guten Paß geht, Paßgänger, folglich be,quem zum Reiten ist; daher auch in den alten Ruterromanen die Damen gewöhn-lich auf Zeltern reiten. Es kommt von dem nicht mehr gewöhnlichen, aber in altenWörterbüchern sich noch findenden Worte: der Zelt (franz. nnible) her, das denGang eines Pferdes zwischen Paß und Trab bedeutet. Über den Zelter, den derKönig v. Neapel sonst an den Papst schickte, s. Sicilien, beide.
Zend, nach Raek die altmedische Sprache. Zend, ein pehlvischeS Wort,heißt lebendig. (S. Persische Sprache.)
Zend-Avesta (lebendiges Wort) ist der Name der heiligen Bücher, wel-che die Nachkommen der alten Perser, die Gebern (s. d.) oderGauern in Persien und die Parsen in Indien, von ihrem Religionslehrer und Gesetzgeber Zoroaster (s. d.) oder Zerdrischt vor mehr als 4000 Jahren erhalten zu haben behaupten. Eng-lische und franz. Reisende hatten schon früher über die Religion der Gebern und ihreheil. Bücher einige, aber unvollständige Nachrichten gegeben. Anquetil duPerron (s.d.) erlernte während siineS Aufenthaltes in Indien die heil. Sprache,in welcher jene Bücher geschrieben sind, brachte Abschriften derselben bei seiner Rück-kehr noch Europa (1162) mit, und gab 1111 eine franz. Übersetzung des Zend-Avesta heraus. Es erschien nachher eine deutsche Übersetzung von Kleriker, unterdem Titel: ,,Zend-Avesta, Zoroaster's lebendiges Wort», s. w." (Riga 1118 —18, 3 Thle.), und später: „Zend - Avesta im Kleinen, ein Auszug aus den Zend-büchern" (von Kkeuker 1189). Englisch? und deutsche Gelehrte erhoben bald Zwei-fel gegen die Echtheit und das Alterthum dieser Schriften, woraus Streitigkeitenentstanden, über welche der „Anhang zum Zend-Avesta u. s w." (von Kleriker,1183) weitere Auskunft gibt. Auch die Feueranbeter selbst sollen zugegeben ha-ben, daß der echte Zend - Avesta längst verloren sei. Ihre jetzigen heil. Bücher seienLegenden des Mittelalterg, und die Religion der jetzigen Gebern sei eine Mischungvon alten gekrischen, christlichen und vielleicht selbst mohammedanischen Vorstellun-gen. Dagegen hat neulich Rask („Über das .Alter und die Echtheit der Zendspra-che und des Zend Avesta", übers. v. Hage», Berlin 1828) die Echtheit des Zend-Avesta, wenigstens einiger Theile desselben, erwi ftn, aber den Vers unentschiedengelassen. Der Zend - Avesta b-steht aus 5 Büchern, welche in der Zenksprache ge-schrieben sind. Ein Theil derselben soll dem Zoroastr von Ormuz', dem höch'lenWeltregierer, geoffenbart worden sein. Sie enthalten die L>hren von dem höchstenguten Wesen (Ormuzd), von den Genien des Himmels (Engeln), von dem bösenWesen (Ahriman ), von den Belohnungen und Bestrafungen in einer andern Weltu. s. w„ und werden beim öffentliche» Gottesdienste vorgelesen. Ein andrer Theilderselben besteht aus ein r Sammlung kleinern'Aufsätze und Bruchstücke verschie-dener Art, z.B. Gebete, Lobpreisungen der vornehmsten Genien des Himmels,Siktern'prüche u. s. w. Diese sind von erst ebenen V rfass rn und in verschiedenenMundarten geschrieben. Auch sind in diesen Büchern historische und geographi-sche Notizen enthalten, die jedoch verschiedener Auslegungen fähig zusein scheinen.Über den Inhalt der Z ndschrstien vgl. Rhode, „Die heil. Sage und das gekämmteRcligionssystem der alten Baktrcr, Meder und Persir oder des Zendvolks" (Frkf.o. M. 1820). Die erste Ausgabe des Zend - Avesta in der Ursprache mit einemkrik. und ex»g«t. Apparate erscheint, unter des Prys, Just, Olshausrn Leitung«